Am Jugendplatz, rund um die Alemannenhalle, an ruhigen Plätzchen am Waldrand oder auch auf dem Weg von der Schule zum Nettomarkt – Chipstüten, Salatschüsseln aus Plastik oder anderes mehr zieren nur allzu oft den Wegrand. Als das Thema jüngst im Gemeinderat zur Sprache kam, fiel schnell die Aussage: „Die Schule verursacht das Problem. Die Schule soll das Problem lösen.“ Doch dass dieses Thema wesentlich vielschichtiger ist, wird schnell deutlich.

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Nicht nur der achtlos weggeworfene Müll, sondern auch laute Musik und Mofalärm oder jetzt zu Coronazeiten außerdem unerlaubte Treffen mehrerer Jugendlicher erregen immer wieder die Gemüter. Hauptamtsleiter Sebastian Duffner stellte klar: „Wir suchen von Gemeindeseite immer wieder das Gespräch mit den Jugendlichen.“ Doch was er dabei erlebe, sei nicht immer lustig, berichtet er weiter. Beschimpfungen bis hin zu Drohungen kommen immer wieder vor. Man kenne die Jugendlichen in der Regel beim Namen. Auch Gespräche mit Eltern habe es bereits gegeben. Doch klare Ansprache und Verwarnungen haben bislang nichts bewirkt, ergänzt Bürgermeister Rudolf Fluck. Für die Gemeinderäte ist klar: Bei den Eltern muss angesetzt werden.

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Das Problem mit dem Müll ist auch in der Schule bekannt und so untätig, wie sie hingestellt wird, ist die Schule nicht. Im Gegenteil: Schon lange gibt es in der Gemeinschaftsschule Mönchweiler die sogenannten Schulhausengel. Sie setzen sich dafür ein, dass die Schule und ihr Umfeld sauber sind. Jonas Geiger und Chris Bertsche setzen in dem Projekt genau das um, was aus den Reihen des Gemeinderats jetzt angemahnt wurde. Einmal wöchentlich laufen sie die von Schülern regelmäßig genutzten Wege ab und sammeln Müll ein. Begleitet wird das Projekt noch bis zum Jahresende von der pädagogischen Assistentin Anja Lüder. Seit vier Wochen ist ihre Nachfolgerin Manuela Lorch in Mönchweiler und wird den Weg mit den Schülern weiter gehen.

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„Wir sehen uns in der Pflicht, am Müllproblem etwas zu ändern, sofern es unsere Schüler betrifft“, erklärt Rektorin Susanne Meßmer. Allerdings trage man das Problem nicht allein. „Die Jugendlichen, die nach der Schule den Jugendplatz am Kleinspielfeld bevölkern, sich nicht um Coronaregeln scheren und dort Müll hinterlassen, kennen auch wir, aber sie sind zu 90 Prozent nicht Schüler unserer Schule“, macht Konrektor Lothar Reiner im Gespräch deutlich.

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Schulleitung und Bürgermeister wissen, wie schwer die aktuelle Situation für die Jugendlichen ist. „Sie sind von der Corona-Pandemie in besonderem Maße betroffen“, so Susanne Meßmer und fügt an, man dürfe ihnen aber dennoch keinesfalls respektloses Verhalten oder gar Drohungen durchgehen lassen. Auch die Gemeinderäte stellen klar: „Kapitulation ist keine Lösung.“ Doch auch sie haben kein Patentrezept parat. Und so bleibt wohl doch nur der Appell an Eltern und Jugendliche: Man darf die Geduld im Dorf nicht überstrapazieren. Eine klare Ansprache von Seiten der Eltern ist jetzt gefragt. „Wenn das nicht hilft, muss man sich Hilfe holen“, zeigen Susanne Meßmer und Lothar Reiner einen Weg auf.