Die Trinkwasserversorgung der Gemeinde Mönchweiler ist gesichert. Die drei gemeindeeigenen Quellen schütten genügend Wasser aus, um auch noch eine wesentlich höhere Einwohnerzahl zu versorgen. Bei ihrer Trinkwasserversorgung ist die Gemeinde autark. Das Wasser kommt aus drei Tiefbrunnen auf der Gemarkung Mönchweiler, dem Brunnen Wolfsgrube, dem Brunnen Bohl und der Stehlequelle. Eine genaue Auskunft über die Leistungsfähigkeit der Trinkwasserversorgung gab es bislang nicht. Insbesondere die Feuerwehr, die über Hydranten das Löschwasser aus dem Trinkwassernetz entnimmt, arbeitete mit Erfahrungswerten.

Neue Datenbank

Mittels spezieller hydraulischer Berechnungen überprüfte das Büro der BIT Ingenieure jetzt im Auftrag der Gemeindeverwaltung das Trinkwassernetz. Dazu wurden beispielsweise alle Daten des vorhandenen 33,5 Kilometer umfassenden Netzes, wie Leitungen, deren Dimensionen und Material sowie der Wasserverbrauch pro Gebäude, in eine Datenbank eingearbeitet. Es wurden Versorgungssituationen überprüft und schließlich wurden die theoretischen Werte in der Praxis kontrolliert und angepasst.

Wasser wird automatisch gechlort

Das Wasser aus den Tiefbrunnen wird über Förderleitungen in den Hochbehälter der Gemeinde im Gewerbegebiet Egert gepumpt. Zuletzt wurden die Trinkwasserversorgung und der Hochbehälter im Jahr 2002 umgebaut. Bei der Aufbereitung des Wassers kommt unter anderem eine Ozonanlage zum Einsatz. Mittlerweile müsse das Wasser außerdem für den Transportweg zu den Häusern regelmäßig leicht gechlort werden, so Ingenieur Dominik Bordt. Beim Gesundheitsamt habe es diesbezüglich während der letzten Jahre eine Philosophieänderung gegeben. Die Chlorung erfolge automatisch. Die Wahrnehmung eines Chlorgeruchs, wie immer wieder in Mönchweiler beschrieben, halte er aber nicht für eine automatische Folge. Das könne er sich nur so erklären, dass Wasser dann vor der Abnahme etwas länger in einem Leitungsstrang gestanden sei.

Notfallplan fehlt noch

Der Hochbehälter fasst ein Speichervolumen von rund 730 Kubikmetern Trinkwasser. Alle drei Quellen der Gemeinde Mönchweiler liefern gemeinsam durchschnittlich 1.339 Kubikmeter täglich. Das sei immer noch passend für Mönchweiler und lasse auch noch ein gewisses Wachstum zu, erklärt Dominik Bordt. An einem Tag im Sommer 2018 hat Mönchweiler sein Allzeithoch beim Wasserverbrauch erreicht. Damals wurden 960 Kubikmeter binnen 24 Stunden verbraucht. 2020 lag die Maximalentnahme bei 800 Kubikmeter an einem Tag. Sollte an einem solchen Spitzentag der Tiefbrunnen Wolfsgrube, der allein rund 648 Kubikmeter täglich liefert, ausfallen, sei die Wasserversorgung nicht lange gesichert, warnt Dominik Bordt. Gleichzeitig macht er aber deutlich, dass es ausgesprochen unwahrscheinlich sei, weil hierfür mehrere Faktoren zusammenkommen müssten. Einen Notfallplan zu haben, sei allerdings nicht falsch, betont er.

Überall genug Löschwasser

Etwa ein Drittel des Mönchweiler Leitungsnetzes ist älter als 50 Jahre. „Geht man bei den Leitungen von einem Erhaltungszeitraum von 50 bis 60 Jahren aus, so muss in den kommenden Jahren kontinuierliche Erneuerung erfolgen, um eine Überalterung des Netzes zu vermeiden“, betont Dominik Bordt. Akut seien in Mönchweiler keine Maßnahmen am Trinkwassernetz erforderlich, fasst der Ingenieur zusammen. Die Löschwassermenge sei in allen Bereichen gesichert. An vier Stellen in Teilbereichen der Eintrachtstraße, der Martin-Luther-Straße, dem Löwenweg und der Herdstraße seien Erneuerungen oder Aufdimensionierungen von Leitungen aber mittelfristig sinnvoll.

Neubaugebiet problemlos möglich

Auf Nachfrage von Gemeinderat Wolfgang Eich bestätigte Dominik Bordt außerdem, dass die Trinkwasserversorgung eine Erhöhung der Einwohnerzahl beziehungsweise ein großes Neubaugebiet völlig problemlos verkrafte.

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