Die Energieversorgung des geplanten Baugebiets Kälberwaid durch Kalte Nahwärme ist aus Sicht der Klimafreundlichkeit wegweisend und scheint in Mönchweiler tatsächlich umsetzbar. Zu diesem Ergebnis kommt eine Potenzialstudie, die das Ingenieurbüro Schäffler Sinnogy erstellt hat und welche deren Inhaber, Harald Schäffler, jetzt dem Gemeinderat vorstellte.

Rohrleitungssystem durch das Baugebiet

Das Baugebiet umfasst bis zu 90 Wohneinheiten auf den 33 Bauplätzen für 18 Einfamilien-, elf Doppel- und vier Mehrfamilienwohnhäuser. Sie sollen von einem Rohrleitungssystem vor allem mit Wärme versorgt werden. Finanziell sei das System wegen Zuschussprogrammen ausgesprochen attraktiv, berichtet Harald Schäffler.

Kostenklarheit bei Grundstückskauf

Außerdem wüssten die Bauherren durch vertragliche Bindung des Quartierversorgers bereits bei Grundstückskauf, was die Energieversorgung langfristig koste. Die Frage nach dem Interesse von Energieversorgern, sich hier als Quartierversorger vertraglich zu engagieren, sieht der Experte sehr positiv. Bereits jetzt erreichten ihn Anfragen dazu – ohne dass schon eine Ausschreibung erfolgt sei, bestätigte Bürgermeister Rudolf Fluck.

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Technische Komponenten schon erprobt

Technische Herausforderungen sieht der Experte bei der Kalten Nahwärme nicht. Die Komponenten seien alle bereits lange bekannt und im Einsatz. Lediglich das Zusammenspiel der Komponenten sei neu bei der Nutzung der Kalten Nahwärme. Auf die Frage, ob Individuallösungen für Bauherren, eventuell sogar noch mit fossilen Brennstoffen, günstiger sein könnte, verweist Harald Schäffler zum einen auf die umfassende Förderung. Zum anderen stellt er klar, dass bei Individuallösungen immer der Vollkostenpreis, also einschließlich Anlagenbau, zum Vergleich herangezogen werden müsse. Vor allem aber dürfe nicht nur die kurzfristige Wirtschaftlichkeit betrachtet werden, sondern der Klimaschutz zugunsten der kommenden Generationen.

Die Zeit wird das Hauptproblem

Das Potenzial des kalten Nahwärmenetzes sieht der Experte in seiner Studie als zweifelsfrei gegeben. Weitere Einzelheiten sind nun in einer Machbarkeitsstudie zu klären. Deren Förderung ist als nächstens zu beantragen. In der Machbarkeitsstudie sei zum Beispiel zu klären, ob das Landratsamt dem Projekt zustimme. Einheitliche Vorgaben für den Einbau für mit Sole gefüllte Erdwärmesonden gebe es im Land nicht, so Schäffler. „Unsere Herausforderung in Mönchweiler ist nicht die technische Machbarkeit, sondern die Zeit“, stellte Harald Schäffler klar. Auf der Kälberwaid soll im Mai 2021 mit der Erschließung begonnen werden.