Die Erweiterung des Baugebiets Kälberwaid in Mönchweiler kann ein Vorzeigemodell werden. Geht es nach den im Moment seitens der Gemeinde Mönchweiler vorangetriebenen Planungen, kann das Gebiet mindestens Kohlendioxid- neutral, wenn nicht sogar mit einem sogenannten Minusverbrauch mit Energie versorgt werden.

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Das Heizen in dem Baugebiet soll über die sogenannte Kalte Nahwärme erfolgen. Einen solchen Grundsatzbeschluss hat der Gemeinderat bereits gefällt. Jetzt wurde eine Potentialstudie erstellt. Diese wird am 30. Juli dem Gemeinderat von Mönchweiler vorgestellt.

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Das Netz der Kalten Nahwärme kommt im Gegensatz zur klassischen Nahwärme ohne Heizzentrale aus. Stattdessen macht sich die Technik die konstante Temperatur von ungefähr zehn Grad Celsius zunutze, die unter dem Erdboden vorherrscht. Diese Wärme wird von Erdwärmesonden aufgenommen. In den ungedämmten Rohren des Kalten Nahwärmenetzes gelangt die Erdwärme zu den angeschlossenen Neubauten. In den Häusern heben Wärmepumpen die Temperatur für die Heizung und das Trinkwasser an.

Geologische Untersuchen stellten im Gebiet Kälberwaid fest, dass der aus rotem Sandstein und Granit bestehende Boden ausgesprochen gut für solch ein Nahwärmenetz geeignet sei, berichtet Bürgermeister Rudolf Fluck. Bohrungen bis auf 200 Meter Tiefe könnten hier ohne zusätzliche Vergießung durch Beton erfolgen. Zudem benötigt es keine Bohrung außerhalb des Baugebiets. Auf der Kälberwaid können bis zu 30 Bohrungen im öffentlichen Raum, also den Straßen und Wegen, erfolgen.

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Die Bauherren im Gebiet Kälberwaid werden vertraglich zum Anschluss an das Netz der Kalten Nahwärme verpflichtet. Zudem soll bei jedem eine Auflage zum Bau einer Photovoltaikanlage auf dem Dach erfolgen. „Insgesamt wird das vermutlich sogar einen Energieüberschuss ergeben“, sagt Rudolf Fluck. Dieser könne ins Netz eingespeist oder mittels eines Speichermoduls gespeichert werden.

Auch wirtschaftlich ist das geplante Modell ausgesprochen attraktiv. Der Bau des Heizsystems durch die Gemeinde werde vom Bund zu 50 Prozent gefördert, erläutert der Bürgermeister. Ganz erhebliche weitere Förderungen aus Klimaschutzprogrammen für die Bauherren halten deren Ausgaben niedrig. Der Wärmepreis wird außerdem für mindestens zehn Jahre garantiert.

Für das Baugebiet mit seinen bis zu 60 Wohneinheiten in 30 Einzelhäusern sowie drei oder vier Mehrfamilienhäusern gebe es bereits eine lange Liste an knapp 100 Interessenten, sagt Rudolf Fluck. Wer hier bauen wolle, müsse ein klares Bekenntnis zum Klimaschutz abgeben.

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