„Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen einige Menschen Mauern, einige Windmühlen und wir ein Bürgerzentrum“, mit diesem abgewandelten Zitat begrüßte Bürgermeister Rudolf Fluck die Gäste bei der Einweihung des Bürgerzentrums in Mönchweiler.

Die Geschichte des Bürgerzentrums begann im Jahr 2016, als Rudolf Fluck in Mönchweiler für das Amt des Bürgermeisters kandidierte und mit der Idee eines Bürgerzentrums als Treffpunkt für die ganze Gemeinde aufwartete.

Zunächst war der Vorschlag, den alten katholischen Pfarrsaal dafür umzubauen und zu sanieren, umstritten. Rudolf Fluck erinnerte sich bei der Einweihung und sagte: „Der Wind war noch kräftig“. Er meinte wohl den Gegenwind. „Vieles war mit einem neuen Bürgermeister noch im Umbruch und man musste sich hierbei vor allem auf die hochgesteckten Ziele einer zukunftsorientierten Generationenpolitik einlassen und mir für so ein Projekt das Vertrauen schenken“, sagt er. Der Gemeinderat ließ sich überzeugen. Eine Mehrheit stimmte für das Projekt.

Unterstützt wurde die Idee des Bürgerzentrums durch die Verkaufsbemühungen der katholischen Kirchengemeinde. Der knapp 50 Jahre alte Pfarrsaal war in die Jahre gekommen. Eine Sanierung war dringend notwendig, einzig das Geld dazu fehlte der Kirchengemeinde. „Die Kirche überließ uns deshalb Gebäude und Grundstück zu einem fairen Preis“, so Rudolf Fluck.

Dass der Pfarrsaal und die unmittelbar angrenzende Heilig-Geist-Kirche im Jahr 2011 als „Gesamtkunstwerk“ der 1960er und frühen 1970er Jahre unter Denkmalschutz gestellt wurden, sollte das Projekt des Bürgerzentrums in der Folge noch vor einige Herausforderungen stellen. Gleichzeitig profitierte die Gemeinde Mönchweiler aber davon, dass das Gebäude im Gebiet des Landessanierungsprogramms liegt und damit erhebliche Fördergelder des Landes generiert werden konnten.

Aufgrund der Vorgaben des Denkmalschutzes war der Pfarrsaal in seiner Größe und wesentlichem Aussehen zu erhalten. Ein Anbau durfte nicht größer als das Bestandsgebäude werden. In über zwei Jahren Bauzeit, die durch den Ausbruch der Corona-Pandemie und verschiedene Materialengpässe begleitet wurden, entstand das Bürgerzentrum.

„Heute steht für mich das Ergebnis im Vordergrund. Wir haben hier gemeinsam ein modernes und zukunftsfähiges Gebäude geschaffen, mit einer modernen Architektur. Es passt architektonisch optimal in das Zentrum der Gemeinde und stärkt deren Identität. Jetzt gilt es, das Gebäude mit Leben zu füllen“, sagt Bürgermeister Rudolf Fluck.

„Das zukünftige Bürgerzentrum soll für die Gemeinde vor allem der zentrale Anlaufpunkt für Jung und Alt in Mönchweiler werden. Hier wollen wir insbesondere die Nachbarschaftshilfe als Anlaufstelle für ein gutes Miteinander in der Gemeinde ansiedeln. Daneben könnte hier der zentrale Mobilitätsstandort entstehen und entsprechend koordiniert werden. Nicht zuletzt wäre im Untergeschoss ausreichend Platz für ein Gemeindearchiv, da viele Dokumente auf mehrere Standorte verteilt sind. Eine weitere Nutzung des Jugendraumes wäre auch gegeben. In einem weiteren Schritt könnte ein Bürger-Café als Treffpunkt entstehen“, heißt es im Beschluss des Gemeinderates zum Bau im Jahr 2017.

Bereits wenige Wochen nach der Inbetriebnahme des Bürgerzentrums zeigt sich, dass die Gemeinde Mönchweiler bei der Umsetzung dieser Vorhaben schon sehr weit gekommen ist. Im Saal des Bürgerzentrums fanden bereits Sitzungen des Gemeinderates, Schulungen der Gemeinde und etliche Vereinsversammlungen statt. Das Forum Mönchweiler beispielsweise plant im Saal mehrere Veranstaltungen.

Die Generationenhilfe leistet mit Sabine Müller als Bürgerlotsin und zahlreichen ehrenamtlichen Helfern einen erheblichen Beitrag zur sozialraumorientierten Versorgung.

Das Bürgercafé „Zeitlos“ empfängt freitags seine Gäste im Foyer und, wenn es das Wetter zulässt, auf der Terrasse. Das Gemeindearchiv ist im Untergeschoss des Bürgerzentrums eingezogen und der Jugendraum wird von der katholischen Jugend und der Landjugend genutzt. (put)

Termine und Zahlen

Im Juni 2017 fasste der Gemeinderat Mönchweiler den Beschluss zur Sanierung und Umbau des Pfarrsaals. Die Baugenehmigung folgte im September 2019. Die Kosten für Umbau und Sanierung liegen bei etwa 2,1 Millionen Euro. Knapp 60 Prozent Zuschussgelder fließen an die Gemeinde. (put)