Die Gefahr eines Waldbrandes ist ebenso wie in sehr vielen anderen Regionen Deutschlands auch im Schwarzwald-Baar-Kreis immer wieder sehr hoch. Die Feuerwehren aus Mönchweiler und Donaueschingen haben deshalb jetzt Spezialisten im Bereich der Waldbrandbekämpfung zu einer Informationsveranstaltung und Übung nach Mönchweiler eingeladen. Nachdem an diesem Samstagvormittag zunächst eine Schulung in Gerätekunde und Einsatztaktik für 24 Feuerwehrleute aus Mönchweiler und Donaueschingen erfolgte, waren am Nachmittag auch Vertreter aller Wehren des Kreises eingeladen, eine Übung zu Verfolgen.

Den Auftakt dieser Übung bildete eine Einweisung für alle Beteiligten, Feuerwehrleute und Zuschauer, an der Basis der Rettungskräfte für diesen Tag auf dem Areal der früheren Firma Zeyko am Fohrenwald in Mönchweiler.

Laut Übungsannahme hatte sich nur wenige Meter weiter am Rande einer großen landwirtschaftlich genutzten Wiesenfläche ein Waldbrand entzündet. Der Einsatzleiter der Feuerwehr Mönchweiler, Gerd Wimmer, stellt bald fest, dass die örtliche Wehr an den Rand ihrer Möglichkeiten kommt und beschließt einen Fachberater des Vereins „@fire Internationaler Katrastrophenschutz Deutschland„ für Vegetationsbrand hinzuzuziehen. Mit dem Hubschrauber wird das dreiköpfige Team eingeflogen und bezieht anschließend von Kommandant Wimmer erste Informationen zur Einsatzlage. Fachberater Volker Hauger übernimmt die Einsatzleitung für die Bekämpfung des Waldbrandes.

Während des Überprüfens der äußeren Bedingungen wie zum Beispiel der Windrichtung und der Luftfeuchtigkeit wird außerdem festgestellt, dass durch Funkenflug ein weiteres Feuer entfacht wurde. Vertreter mehrerer Feuerwehren des Landkreises sowie insbesondere auch Kreisbrandmeister Florian Vetter und Forstdirektor Frieder Dinkelacker, verfolgen interessiert das Geschehen und erhalten etliche interessante Informationen.

Handcrews treffen am Einsatzort ein und beginnt mit den Löscharbeiten. Durch den Einsatz von Handwerkzeugen und Löschrucksäcken kann diese spezialisierte Einsatzeinheit auch in extrem unwegsamen Geländen und unabhängig von Infrastruktur, wie Waldwegen und Schlauchverbindungen, agieren, um eine Brandausbreitung zu unterbinden. Sie ergänzen somit die Fähigkeiten der kommunalen Feuerwehren. Der Vorteil dieser Crew ist die schnelle Einsatzbereitschaft, der problemlose Transport und die hohe Mobilität.

Nicht nur in schwer zugänglichen Regionen hat sich diese Einsatzform bewährt. In der Kombination mit Wasserabwürfen von Flugzeugen oder Helikoptern und -sofern das Gelände zugänglich ist – mit Löschfahrzeugen kann eine Handcrew dann ihre volle Schlagkraft entfalten. Eine Handcrew umfasst je nach Einsatzlage zehn bis 30 Mitglieder.

Eine schnelle Einsatzbereitschaft ist dadurch gegeben, dass für den Transport alle Einsatzmaterialien wie Handwerkzeuge, Motorkettensägen, kleine Pumpen mit Schläuchen und Armaturen, Kommunikations- und Einsatzlogistik in Transportkisten verpackt und ständig einsatzbereit sind. Eine solche Transportkiste wird bei der Übung in Mönchweiler vom Hubschrauber in Außenlast eingeflogen und auf der Wiese im Bereich der Brandstelle im Schwebeflug abgestellt.

Von den Aktiven der Feuerwehr Mönchweiler wird parallel eine Wasserversorgung für eine zweite Handcrew aufgebaut. Aus einem Wasserbehälter werden die Schläuche dieser Crew mit Wasser versorgt. Wasser ist in aller Regel rar bei Waldbränden. Deshalb sind die Feuerwehrleute darauf trainiert gleichzeitig effektiv und wassersparend zu arbeiten. Zum Einsatz kommen auch bei der Übung in Mönchweiler nur Schläuche mit geringem Durchmesser. So nehmen bereits die Schläuche ein geringes Wasservolumen auf.

Am Waldrand können so bei dieser Übung bereits bald die Löscharbeiten beginnen. Im Realfall finden diese Löscharbeiten in aller Regel tief im Wald mit entsprechend langen Zuleitungen statt.

Jetzt kommt dann auch schon der Hubschrauber zur Brandbekämpfung aus der Luft zum Einsatz. An einer Stelle etliche Meter vom Zuschauerplatz bei dieser Übung entfernt, kann der Hubschrauber mit einem sogenannten Bambibucket in Außenlast 700 bis 800 Liter Wasser aufnehmen und anschließend über dem Waldgebiet zur Löschung des Feuers auskippen. Guten Nutzen erweist hier bei dieser Übung ein Fahrzeug des Mönchweiler Recyclingunternehmens Hezel, das versehen mit einem 8000 Liter Tank mit Pumpe für ausreichenden Wasservorrat sorgt. Mehrfach können die Zuschauer bei dieser Übung das faszinierende Manöver des Abwurfs von Wasser über dem Wald verfolgen.

Video: Cornelia Putschbach

Darüber hinaus verlastet der Hubschrauber anschließend zu Anschauungszwecken noch einen anderen Löschwasserbehälter. Der gelbe Semat Feuerlöschbehälter mit 900 Liter Fassungsvermögen funktionieren nach einem Hubmantelprinzip. Zwei Funktionen stehen zum Entleeren zur Verfügung: Schnellabwurf mit nur drei Sekunden Entleerzeit durch den voll geöffneten Abwurfspalt mit 160 Millimetern und Sprühabwurf während 15 bis 30 Sekunden durch einen Abwurfspalt von fünf bis 15 Millimeter.

Video: Cornelia Putschbach

Nach Abschluss der Übung folgte ein weiterer sehr informativer Teil für die anwesenden Vertreter der Feuerwehren. Intensiv konnten sie sich jetzt mit den Akteuren von @fire über deren zur Verfügung stehende Ausrüstung austauschen. Solche Ausrüstung kann im Gegensatz zum Hubschrauber teilweise auch bei den Wehren vor Ort zum Einsatz kommen.

Der bei dieser Übung zum Einsatz gekommene Hubschrauber ein Airbus H 125 eines Mannheimer Unternehmens ist einer der wenigen in Baden-Württemberg, der Außenlast aufnehmen kann. Rund 1200 Kilogramm Zuladung sind insgesamt möglich. Hierzu zählen sowohl der getankte Treibstoff als auch das Löschwasser in der Außenlast. Um möglichst viel Löschwasser aufnehmen zu können, fliegt der Hubschrauber bei Löscheinsätzen nur mit der minimal notwendigen Menge an Treibstoff an Bord. In Mönchweiler war auf dem Gelände der Firma Zeyko ein Hubschrauberlandeplatz eingerichtet worden. Dort stand für den Heli auch eine Tankstelle zur Verfügung. Einer der vielen Punkte, die bei der Vorbereitung einer solchen Übung bedacht und geplant werden mussten.

Bild: Cornelia Putschbach
Bild: Cornelia Putschbach

„@fire Internationaler Katastrophenschutz Deutschland„ ist ein gemeinnütziger Verein, der weltweit schnelle Nothilfe nach verheerenden Naturkatastrophen leistet. Die durchweg ehrenamtlichen Helfer sind in der Waldbrandbekämpfung sowie dem Suchen und Retten von Verschütteten nach Erdbeben speziell ausgebildet. Waldbrände stellen oft eine besondere Herausforderung für die betroffene Regionen dar. Die Besonderheiten der Vegetation, die Geländeform, das Wetter und die Abgeschiedenheit der Brandherde erschweren die Löscharbeiten. Hier unterstützt @fire die Kräfte vor Ort. Basierend auf internationalen Standards verfügt @fire über ständig einsatzbereite Spezialkräfte und Einsatzmannschaften (Crews), um auf nationale und internationale Hilfsanfragen schnell reagieren zu können. Innerhalb Deutschlands ist @fire Teil der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgabe und im Katastrophenschutz anerkannt. Der Verein @fire bezieht keine öffentlichen Fördermittel, Kosten für Einsätze werden durch Spendengelder finanziert.