In einer Zeit eines wirtschaftlich sehr schwierigen Umfelds gibt es bei der Firma Weißer und Grießhaber in Mönchweiler Anlass zum Feiern. In kleiner Runde wurde das neue Werk vier offiziell eingeweiht. Normalerweise sei es nicht die Art des Unternehmens, ohne Kunden und Lieferanten zu feiern, betont Geschäftsführerin Ute Grießhaber, doch aktuell müsse man sich der Situation fügen.

  • Erweiterung ist notwendig: Vor gut zwei Jahren begann das Unternehmen mit den konkreten Planungen für die Erweiterung. Der in den anderen Werken vorhandene Platz reichte bei Weitem nicht mehr aus, um entsprechend den Wünschen der Kunden und der eigenen Ansprüche arbeiten zu können. Trotz eines sich bereits damals abzeichnenden Rückgangs an Aufträgen aus der Automobilindustrie stoppte das Unternehmen seine Pläne nicht, berichteten die beiden Geschäftsführer Ute Grießhaber und Reinhard Fauser jetzt den geladenen Gästen.
  • Dunkle Wolken der Pandemie: Weitere dunkle Wolken zogen dann mit der Coronapandemie auf. Vier Monate lang war Kurzarbeit angesetzt. Vor allem im zweiten Quartal brachen die Umsätze ein. Befristete Arbeitsverträge ließ man auslaufen. Zeitarbeiter wurden nicht weiter beschäftigt. Doch Weißer und Grießhaber blieb einer wohl mittlerweile zur Unternehmensdevise gewordenen Einstellung treu: „In Krisenzeiten haben wir schon oft auf bauliche Erweiterungen gesetzt“, so sagte Ute Grießhaber. Dass die beiden Gesellschafterfamilien Weißer und Grießhaber hinter der „größten Einzelfinanzierung der Firmengeschichte“ stehen, belegt auch deren Präsenz bei der Einweihung. Vor allem in schwierigen Zeiten, so Ute Grießhaber, müsse man enger zusammenstehen. „Heute sind wir froh, dass wir an der Erweiterung festgehalten haben“, sagt die Geschäftsführerin, „ohne sie könnten wir nicht weiterwachsen.“
  • Bestehen im Bereich Automotiv: Rund die Hälfte seines Umsatzes macht Weißer und Grießhaber im Bereich Automotiv. Das sei eine „anstrengende Branche“, so Ute Grießhaber weiter. Dank der Tatsache, dass im Unternehmen nicht für die Antriebstechniken produziert werde und weil man sich durch Innovativität abheben könne, werde damit bei Weißer und Grießhaber aber weiter Geld verdient. Mittlerweile sind die Beschäftigungszahlen auch wieder im Bereich der Zahlen vom Jahresanfang. Neben dem Bereich Automotiv steht Weißer und Grießhaber für hoch qualifizierte Bauteile für die Gebäudetechnologie, die Sanitärindustrie und komplexe Lösungen im Bereich optischer Komponenten für industrielle Anwendungen.
  • Grußworte: Dankende Worte richtete Ute Grießhaber an Bürgermeister Rudolf Fluck. Er zeige den Unternehmen, dass er die Wirtschaft weiter voranbringen wolle. Der Gemeinde seien die Unternehmen und das Gewerbegebiet wichtig, so die Antwort des Bürgermeisters. Erhebliche Beträge finanziere man in die Infrastruktur und die Erweiterung des Gewerbegebiets Egert. „Dies ist eines der Mutmacher-Ereignisse in diesem Corona-Jahr, die wir dringend brauchen“, freute sich der Hauptgeschäftsführer der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg, Thomas Albiez, mit dem Mönchweiler Unternehmen. Seit dem Lockdown im März sei dies erst die zweite Veranstaltung, die „auch übergreifend auf andere Gewerbe“ Mut für die Zukunft mache.
Bei einem Werksrundgang stellt Geschäftsführer Reinhard Fauser (Zweiter von links) Gästen der Einweihungsfeier das neue Gebäude von Weißer und Grießhaber vor.
Bei einem Werksrundgang stellt Geschäftsführer Reinhard Fauser (Zweiter von links) Gästen der Einweihungsfeier das neue Gebäude von Weißer und Grießhaber vor. | Bild: Cornelia Putschbach
  • Bauvolumen: Für rund 14 Millionen Euro Baukosten wurde das neue Werk errichtet. Die ursprüngliche Kostenkalkulation konnte eingehalten werden, freut sich die Geschäftsführung. Die Erweiterung umfasst eine Produktionshalle mit angrenzendem Bürogebäude, einen Außenbereich mit Logistikfläche und Parkplätzen. Die zusätzlich erworbene Grundstücksfläche beträgt 18 000 Quadratmeter. Das neue Gebäude hat eine Gesamtfläche von 6550 Quadratmetern. Diese verteilt sich auf die Produktionshalle mit rund 4600 Quadratmetern sowie auf Büro- und Lagerräume auf drei Geschossen mit rund 2000 Quadratmetern.
  • Energieeffizienz: Der Neubau ist ein sogenanntes KfW-55-Gebäude. Diese erhebliche Energieeinsparung wird durch verschiedene Faktoren erreicht. So ist die Außenhülle des Gebäudes aufwändig isoliert und die Abwärme aus dem Produktionsprozess wird zu Heizzwecken genutzt. Ergänzt wird dieses Energiekonzept durch verschiedene Besonderheiten. So ist im Hallenboden beispielsweise eine Betonkernaktivierung zur Hallentemperierung verbaut.
  • Signal der Stärke: Bereits im ersten Quartal des Jahres konnte Weißer und Grießhaber mit der Verlegung von 13 Maschinen mit der Inbetriebnahme des neuen Werks starten. Seit Sommer laufe die Produktion reibungslos. Man sei, so Reinhard Fauser, stolz auf ein Gebäude, das ein Signal an Lieferanten und Kunden für Stärke in der Krise sei.