Im Bühnenraum der Alemannenhalle wird an diesem Montagabend, wie montags in jeder Woche, auf einem großen blau-roten Schaumstoffboden Karate trainiert.

Schon gut 20 Teilnehmer

Seit dem vergangenen Herbst existiert diese Gruppe des Turnvereins Mönchweiler unter Leitung von Trainer David Löttrich – erstmals gibt es damit ein Sportangebot dieser Art in Mönchweiler. Jetzt absolvierten Teilnehmer mit Erfolg ihre erste Prüfung.

Gleich, als die Gruppe nach den Sommerferien startete, war die Nachfrage groß. Gut 20 Teilnehmer, davon etwa 15 Kinder, haben sich hier zusammengefunden, um den Kampfsport mit chinesischen Wurzeln zu praktizieren.

Zwangspause tat keinen Abbruch

Die meisten sind Anfänger, es sind aber auch Wiedereinsteiger und Fortgeschrittene dabei. Eine pandemiebedingte Zwangspause im Dezember und Januar tat der Begeisterung keinen Abbruch. Trainer David Löttrich, im Hauptberuf Arzt, sagt: „Bei so vielen Anfängern in der Gruppe ist jetzt der ideale Zeitpunkt einzusteigen. Alle haben jetzt den gleichen Leistungsstand.“

Stolz präsentieren sich die Karateka des Turnvereins Mönchweiler mit ihren Urkunden nach der absolvierten Gürtelprüfung. Jochen Kübler, ...
Stolz präsentieren sich die Karateka des Turnvereins Mönchweiler mit ihren Urkunden nach der absolvierten Gürtelprüfung. Jochen Kübler, Vorsitzender des Turnvereins Mönchweiler (hinten von links), Trainer David Löttrich, Bürgermeister Rudolf Fluck, sowie die erwachsenen Karateka der Gruppe freuen sich mit dem Nachwuchs. | Bild: Cornelia Putschbach

Als Karateka hat David Löttrich über 30 Jahre Erfahrung. In Triberg, wo er aufwuchs, begann er mit dem Sport. Sein Trainer von damals, Johann Höfer, ist jetzt beim Shintaikan Karate Dojo Villingen. Mit diesem Verein streben die Mönchweiler Karatesportler unter anderem deshalb auch eine Partnerschaft an, wie David Löttrich ankündigt.

Bald auch auf Landesebene

Seit über 20 Jahren gibt David Löttrich mittlerweile selbst Training, zunächst in Triberg, dann an seinen Studienorten an den Unis Tübingen und Freiburg und zuletzt wieder in Triberg. Jetzt möchte er in Mönchweiler eine rege Karategruppe, ein Dojo, aufbauen. Der Plan sei, so David Löttrich, dass die Kinder der Gruppe bald auch an Lehrgängen und Anfänger-Wettkämpfen auf Landesebene teilnehmen können.

Dank eines Zuschusses der Gemeinde Mönchweiler mit 40 Prozent konnten schon bald nach Gründung der Gruppe eigene Karatematten und ein Mattenwagen angeschafft werden. Jetzt hat die Gruppe nahezu ideale Trainingsbedingungen.

Mehr Platz ist nötig

Einzig: Irgendwann hofft man auf mehr Raum. In der Alemannenhalle selbst gibt es aber keinerlei freie Trainingszeiten mehr, sodass sich die Gruppe derzeit mit dem Bühnenraum begnügen muss. Doch das tut dem Spaß und der Freude, mit der Erwachsene wie Kinder dabei sind, keinen Abbruch. Hoch konzentriert und mit beachtlicher Disziplin sind alle bei der Sache.

Jochen Kübler (von links), ebenso Vorsitzender des Turnvereins Mönchweiler wie Karateka Wolfram Maiwald, bedankt sich bei Bürgermeister ...
Jochen Kübler (von links), ebenso Vorsitzender des Turnvereins Mönchweiler wie Karateka Wolfram Maiwald, bedankt sich bei Bürgermeister Rudolf Fluck für den Zuschuss der Gemeinde im Rahmen des Vereinsförderprogramms bei der Anschaffung der Karatematten. | Bild: Cornelia Putschbach

„Das Schöne an Karate ist, dass in jeder auf seinem Niveau ausüben kann. Mit Karate anzufangen, ist weder vom Alter noch von einem besonderen Gesundheitszustand abhängig“, wissen vor allem die erwachsenen Teilnehmer der Mönchweiler Karategruppe.

David Löttrich, Bildmitte mit dem schwarzen Gürtel, trainiert die Karategruppe. Er hat seit über 20 Jahren Erfahrung im Kinder- und ...
David Löttrich, Bildmitte mit dem schwarzen Gürtel, trainiert die Karategruppe. Er hat seit über 20 Jahren Erfahrung im Kinder- und Jugendtraining. Mit Marie Schätzle (vorne rechts) wird hier gerade eine Trainingseinheit absolviert. | Bild: Cornelia Putschbach

Dabei ist Karate viel mehr als ein Sport. „Dahinter steckt eine Philosophie“, betont David Löttrich. Man könne viel für sein Leben mitnehmen. Das seien zum Beispiel Umgangsformen, Respekt, Disziplin und (Selbst-)Achtung, erklärt er.

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Für den Zuschauer sichtbar wird dies, wenn sich die Karateka vor und nach dem Training sowie vor und nach einzelnen Übungen zum Gruß verbeugen. „Mich hat Karate geprägt. Die 30 Jahre haben schon etwas hinterlassen“, sagt David Löttrich über sich selbst.

Er weiß: „Auch, wenn der kleinste Weißgürtel eine Übung leitet, erfährt er von den anderen den notwendigen Respekt.“ Das sei tatsächlich auch eine gewisse Gewaltprävention. „Karate wird ausschließlich mit festen Regeln in der Halle trainiert. Was man hier lernt, ist nichts für den Schulhof“, fügt er an.