Prozentual der höchste Anteil mit 43 Prozent Mehrkosten, nämlich 161 700 Euro, entfällt auf den Bereich der technischen Anlagen. Für diesen Bereich zeichnet das Ingenieurbüro Reiner Oberle verantwortlich. Reiner Oberle übernimmt dafür auch im Wesentlichen die Verantwortung. Zu den Gemeinderäten sagte er am Donnerstagabend: „Unsere Kostenberechnung war zu optimistisch. Da gibt es keine Entschuldigung.“ Man habe sich mittlerweile von dem Mitarbeiter getrennt, der dafür verantwortlich sei. Der Gemeinde Mönchweiler sagte er „eine Kompensationsleistung“ zu, deren Höhe er noch mit dem Bürgermeister besprechen möchte.

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„Für mich haben Sie ihren Job nicht richtig gemacht“, gab Gemeinderat Willy Storz dem Ingenieur mit auf den Weg. Es sei bekannt, dass beim Umbau von Altgebäuden nicht immer alles genau kalkulierbar sei, aber hier habe die erforderliche Sorgfalt gefehlt. Ebenso wie Gemeinderat Lukas Weschle stört er sich an den Gesamtkosten des Projekts von nunmehr über zwei Millionen Euro. „Das ist mir das Bürgerzentrum im Moment noch nicht wert“, so Willy Storz. „Der Hauptteil der Mehrkosten im Bereich der technischen Anlagen fällt auf die Belüftungstechnik. Das sind Dinge, die müssen sie als Ingenieurbüro im Griff haben“, machte auch Bürgermeister Rudolf Fluck seinem Ärger gegenüber Reiner Oberle Luft.

Wegen Denkmalschutz wird es teurer

In die Sitzung des Gemeinderates war auch Friedhelm Müller vom Planungsbüro IBS Schweizer gekommen. Dieses Büro hat die weiteren Gewerke des Umbaus geplant und war für die gesamte Bauleitung verantwortlich. Auch in diesen Bereichen gab es Kostensteigerungen, allerdings bei weitem prozentual nicht so eklatant wie bei den technischen Anlagen. So rechnete Friedhelm Müller dem Gemeinderat vor, dass in der umfangreichsten Kostengruppe, den Bauwerkkosten, und den Kosten der Baukonstruktion das Endergebnis nur sieben Prozent, nämlich 61 000 Euro über den Werten der Kostenberechnung aus dem Herbst 2018 liege. Verantwortlich für diesen Mehrbetrag sind insbesondere Vorgaben des Denkmalschutzes zur Ausführung der eingebauten Fenster und ein Querträger, um eine Trennwand im Saal einziehen zu können.

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Für Friedhelm Müller steht fest: „Unser Büro hat einen guten Job gemacht.“ Man habe nun alle Kosten nochmals detailliert überprüft und sei sich sicher, dass sich bei den Gewerken, die das eigene Büro betreue, nichts mehr ändere. Die Geschichte der sich regelmäßig steigernden Kosten beziehungsweise der „Running Gag mittlerweile jeder Gemeinderatssitzung“, wie es Gemeinderat Andreas Staiger sarkastisch formulierte, sollte damit nun also ein Ende finden.

Möbel werden offenbar günstiger als gedacht

Gute Ausschreibungsergebnisse hat derweil die Gemeinde Mönchweiler für die Möblierung des Bürgerzentrums erzielt. Sowohl bei den Stühlen und Tischen als auch bei der Anschaffung der Küchen liege man unter der Kostenberechnung. Dabei wurden die Lose für die Küchen geteilt. Die Küchenmöbel für die Küche im Foyer wurden bereits gekauft, die Spülküche muss aufgrund von Planungsänderungen durch den Bauherrn erneut vergeben werden. Weil die nächste Gemeinderatssitzung erst am 26. November stattfindet, erhielt Fluck vom Gemeinderat die Ermächtigung, die Vergabe an den wirtschaftlichsten Bieter vorzunehmen.

Fertigstellung wohl Ende des Jahres

Mit der Fertigstellung des Baus rechnet Friedhelm Müller für Ende des Jahres. Das sei etwas später als ganz ursprünglich geplant. „Mindestens ein halbes Jahr nach hinten geworfen“ habe die sehr schleppend erteilte Baugenehmigung das Projekt. Auch mit dem Innenausbau beauftragte Unternehmen kämen „aktuell nicht bei“, so der Planer.

Enttäuschung und Ärger ist groß

Dem Gemeinderat blieb schließlich nichts anderes übrig, als die Mehrkosten auch dieses Mal zur Kenntnis zu nehmen. Die Enttäuschung und der Ärger über den Endpreis des Umbaus war dem Gremium aber deutlich anzumerken. Schließlich müsse man, so Lukas Weschle, „das gegenüber dem Bürger vertreten“.

Bausteinaktion läuft sehr gut

Erfreulich war dagegen, was Rudolf Fluck von der gestarteten Bausteinaktion zu berichten hatte. Diese laufe sehr gut, so der Bürgermeister. Es gebe zahlreiche, teils auch hohe Spenden.

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