Im Bereich des künftigen Wohnbaugebiets Kälberwaid in Mönchweiler erfolgt in diesen Tagen eine Erkundungsbohrung für die dort vorgesehene Energiegewinnungsart der Kalten Nahwärme. Mit schwerem Gerät treiben die Arbeiter den Bohrer dafür 200 Meter in die Tiefe.

Die Bohrung in Nachbarschaft des Netto-Marktes ist Teil einer Machbarkeitsstudie für die von der Gemeinde Mönchweiler für das Gebiet Kälberwaid favorisierte Energieversorgung, der Kalten Nahwärme. Eigentlich war diese Erkundungsbohrung bereits für Ende Januar vorgesehen, doch die Erteilung der Bohrgenehmigung durch das Landratsamt verzögerte sich mehrfach.

Die durch die Gemeinde Mönchweiler zurate gezogenen Fachleute des Ingenieurbüros Schäffler Sinnogy gehen in ihrer Potenzialstudie aufgrund der Beschaffenheit des Untergrunds im Gebiet Kälberwaid davon aus, dass sich die Kalte Nahwärme dort problemlos zur Energieversorgung der bis zu 90 geplanten Wohneinheiten umsetzen lässt. Geologische Untersuchen stellten bereits fest, dass der aus rotem Sandstein und Granit bestehende Boden ausgesprochen gut für solch ein Nahwärmenetz geeignet sei, berichtet Bürgermeister Rudolf Fluck. Bohrungen bis auf 200 Meter Tiefe könnten hier ohne zusätzliche Vergießung durch Beton erfolgen. Zudem wird es keine Bohrung außerhalb des Baugebiets benötigen. Alle bis zu 30 später erforderlichen Bohrungen können im öffentlichen Raum, also den Straßen und Wegen erfolgen.

Bei der Erkundungsbohrung wird durch die Arbeiter der Firma Christian Koch Erdwärmebohrungen aus Dotternhausen genau bis auf 200 Meter Tiefe gebohrt. Mit einem Durchmesser von 137 Millimeter wird der Bohrkopf in die Erde getrieben. Der Fortschritt der Bohrung hängt ganz entscheidend von der gerade erreichten Beschaffenheit des Erdreichs ab.

Fein säuberlich werden bei der Erkundungsbohrung Materialproben der einzelnen Schichten des Erdreichs dokumentiert.
Fein säuberlich werden bei der Erkundungsbohrung Materialproben der einzelnen Schichten des Erdreichs dokumentiert. | Bild: Cornelia Putschbach

Weiches Material wechselt in diesem Gebiet mit Sandstein und Granit. Am meisten Geduld bedarf es beim Bohren durch den Granit. „Etwa zwölf Meter kommt der Bohrkopf beim härtesten Material, dem Granit, in einer halben Stunde voran“, erklärt Ioan Macean von der Firma Koch Erdwärmebohrungen.

Mit diesem Bohrkopf, wie ihn Ioan Macean von der Firma Christian Koch Erdwärmebohrungen aus Dotternhausen zeigt, dringt der Bohrer 200 Meter tief ins Erdreich ein, um dort Platz für die Erdwärmesonde zu schaffen.
Mit diesem Bohrkopf, wie ihn Ioan Macean von der Firma Christian Koch Erdwärmebohrungen aus Dotternhausen zeigt, dringt der Bohrer 200 Meter tief ins Erdreich ein, um dort Platz für die Erdwärmesonde zu schaffen. | Bild: Cornelia Putschbach

In das entstandene Bohrloch wird anschließend eine Sonde eingeführt, die mit einem sogenannten Thermomörtel Zeotherm 1.0 verpresst wird. Die Aufgabe dieses Thermomörtels besteht darin, dass umgebende Erdreich mit der Erdwärmesonde zu verbinden und somit einen optimalen Wärmeübergang zu gewährleisten. Ob das, wie in den vorangegangenen Studien prognostiziert, tatsächlich auch funktioniert, wird nach Abschluss der Erkundungsbohrung nochmals in der Praxis vermessen.