So recht mögen in Mönchweilers Gemeinderat noch nicht alle an eine nachhaltige Zukunft der Gemeinschaftsschule glauben. Das wurde im Rahmen der jüngsten Sitzung des Gremiums deutlich. Die Tagesordnung sah eigentlich nur die Vorstellung eines Wettbewerbsbetreuers für die zweite Erweiterung der Schule mit entsprechender Auftragsvergabe vor. Daraus entwickelte sich aber eine ausführliche Diskussion darüber, welchen Umfang eine Erweiterung haben soll.

  • Wettbewerb: Die Beauftragung eines Architekten mit der nächsten Erweiterung der Schule muss in den engen Grenzen der Vergabeverordnung erfolgen. Um trotz darin vorgegebener europaweiter Ausschreibung den idealen Planer für die Gemeinde Mönchweiler finden zu können, stimmte der Gemeinderat der Beauftragung des Planungsbüros Baumann Bauconsult aus Neuhausen ob Eck mit der Betreuung des Vergabeverfahrens für die Bereiche Objektplanung, technische Gebäudeausrüstung und Tragwerksplanung zu. Ulrich Baumann rechnet mit "Angeboten von 15 bis 30 Architekten". Sein Büro werde die Angebote sichten und eine Vorauswahl treffen. Die abschließende Entscheidung treffe die Gemeinde.
  • Zeitlicher Rahmen: Die Zeit für das Bauvorhaben drängt. Zwar sind die Schulklassen aktuell ganz gut als Übergangslösung in Containern untergebracht, doch einzelne Zuschussmöglichkeiten laufen zum Jahresende aus. Letztlich ist die Frage, ob der Denkmalschutz dem Bau der Erweiterung anstelle des jetzigen Wohnanbaus an das alte Schulhaus zustimmt oder ob – wie früher geplant – an das neue Schulhaus angebaut wird.
  • Raumbedarf: Der Gemeinde liegt eine Raumbedarfsplanung der Schule vor. Diese wurde dem Gemeinderat vor Kurzem in einer Klausurtagung vorgestellt. Bei der Erstellung der Planung und den angesetzten Quadratmeterzahlen habe man sich am unteren bis mittleren Limit der Vorgaben der Richtlinien des Landes orientiert, sagte Rektorin Susanne Meßmer auf Nachfrage des SÜDKURIER.
  • Schülerzahl: Eine entscheidende Frage für den Raumbedarf ist auch die der zukünftigen Schülerzahlen. Das im Moment vorliegende Konzept sieht eine zweizügige Fortführung der Schule, also mit jeweils zwei Parallelklassen von Stufe fünf bis zehn, vor. Genau daran zweifelte aber zum Beispiel Gemeinderat Rolf Daschner. An der Gemeinschaftsschule Mönchweiler werde die Zweizügigkeit für das kommende Schuljahr allenfalls knapp erreicht. Die aktuellen Anmeldezahlen an der Villinger Goldenbühlschule seien zudem so gering, dass womöglich mit Schülern aus Mönchweiler aufgefüllt werde, sagte er. Einen Vorschlag Baumanns nahm der Gemeinderat deshalb dankbar auf: Man strebt nun eine modulare Planung an, das heißt, beim Raumkonzept der Erweiterung soll flexibel sowohl für eine Zweizügigkeit, aber auch für eine 1,5 zügige Fortführung der Schule geplant werden.
  • Das sagt das Schulamt: Schülerlenkungen zur Regulierung von Schülerzahlen zwischen Schulen gebe es zwar regelmäßig bei Realschulen, nicht aber bei Gemeinschaftsschulen sagte die Leiterin des Staatlichen Schulamtes, Sabine Rösner, auf Nachfrage des SÜDKURIER. Beim Schulamt strebe man wenn möglich ausdrücklich eine Zweizügigkeit der Gemeinschaftsschulen an, denn man brauche eine gewisse Größe der Schulen, um die notwendigen Profile anbieten zu können.