Ute und Klaus Ummenhofer aus Mönchweiler sind mit ihrem Wohnmobil Brummi auf dem Landweg unterwegs nach Australien. In loser Reihe begleitet der SÜDKURIER das Ehepaar auf seiner Tour.

Während in Deutschland kalte Wintertage vorherrschen, sind Ute und Klaus Ummenhofer zunächst noch in Vietnam unterwegs und freuen sich über eine interessante Begegnung. Auf dem Hei Van Pass, einem in früherer Zeit wichtigen strategischen Punkt zwischen dem Süden und Norden Vietnams wurden sie von einem Herrn angesprochen, der ihr Deutsches Kennzeichen mit der Autonummer VS bemerkte. Im Gespräch, so erzählt Klaus Ummenhofer, stellte sich heraus, dass dieser, bevor er in Vietnam als Reiseleiter tätig wurde, bei der Firma Zeyko in Mönchweiler gearbeitet habe.

Weiter ging es auf dem Weg zum fünften Kontinent durch Hoi An mit seiner Altstadt und Da Nang mit den Marble Mountains. Die alte Haupt- und Kaiserstadt Hue mit ihrer mächtigen Zitadelle direkt am Parfüm-Fluss zieht die Blicke ebenso auf sich wie die Thien Mu-Pagode. Die Halong-Bucht, das wohl bekannteste Ziel in Vietnam, war der nächste Höhepunkt der Reise. Der Weg dort hin führte zunächst durch die "Trockene Halong-Bucht", eine Gegend mit Karstbergen, welche ein verwinkeltes Netzwerk von Höhlen durchzieht. Ummemhofers fuhren durch einige dieser Höhlen mit Flachbodenbooten und erlebten dies als, wie sie sagen, "einmaliges Erlebnis". Ebenfalls ein ganz besonderes Erlebnis ist die Halong-Bucht, die am nachfolgenden Tag erreicht worden ist.

Auf ihrer Tour mit dem Wohnmobil auf dem Landweg nach Australien genießen Ute und Klaus Ummenhofer aus Mönchweiler die Kulisse der weltbekannten Halong-Bucht in Vietnam. Bild: Klaus Ummenhofer
Auf ihrer Tour mit dem Wohnmobil auf dem Landweg nach Australien genießen Ute und Klaus Ummenhofer aus Mönchweiler die Kulisse der weltbekannten Halong-Bucht in Vietnam. Bild: Klaus Ummenhofer

Auch die Hauptstadt Vietnams, Hanoi, empfing die Wohnmobilisten, wie schon Saigon, mit Millionen Mopedfahrern. Nach einem kurzen Stadtrundgang ging es allerdings aufgrund der extrem hohen Abgasbelastung rasch weiter. Da sie vor Wochen von China aus nicht nach Myanmar einreisen durften, führte die Route in der Zwischenzeit durch Laos, Kambodscha und Vietnam und nun wieder zurück nach Nordlaos, allerdings diesmal nur zur Durchreise nach Thailand. Denn zwischenzeitlich war die Ein- und Durchreise mit dem Wohnmobil durch dieses Land gestattet worden.

Nach einer mühseligen Einreiseprozedur mit Gesundheitskontrolle, Lehrveranstaltung zum Fahren in Thailand und Erlangung des thailändischen Führerscheins, ging es von der Polizei eskortiert zur 100 Kilometer entfernten Grenze nach Myanmar, berichtet Klaus Ummenhofer. Ein kurzer Stopp am Golden Triangle war dennoch möglich. Es wird direkt am Mekong durch die Grenzen von Thailand, Myanmar und Laos gebildet.

In Laos leisten vor allem Frauen sehr viel Handarbeit beim Bau von Straßen. So wird zum Beispiel Schotter, Sand und Split von Hand großflächig verteilt.
In Laos leisten vor allem Frauen sehr viel Handarbeit beim Bau von Straßen. So wird zum Beispiel Schotter, Sand und Split von Hand großflächig verteilt.

Nach Myanmar einzureisen stelle normalerweise kein Problem dar, schildert Klaus Ummenhofer. Allerdings stellte sich heraus, dass normalerweise keine Durchfahrmöglichkeit für ausländische Touristen, schon gar nicht mit dem eigenen Reisemobil, besteht. "Mittels einer Sondergenehmigung dürfen wir aber das Sperrgebiet befahren und erreichen dadurch freigegebene und touristisch zugängliche Provinzen. Das Sperrgebiet hat für uns den Vorteil, dass vermutlich nie zuvor ein deutsches Wohnmobil hier gesichtet wurde, entsprechend freundlich wird uns zugewinkt. Wir freuen uns über das touristische Neuland und über die winkenden Bewohner", sagt Klaus Ummenhofer.

Die nächste Etappe führte zum Inle-See, der zu einem Bootsausflug zu den schwimmenden Gärten und den Häusern auf Pfählen einlädt. Typisch für den Inle-See sind neben den schwimmenden Gärten die Einbeinfischer. Dabei rudert der Fischer mit einem Bein, damit er zum Halten des Fangnetzes beide Hände frei hat. Weiter ging es durch Gebirge nach Mandalay. Den Weg beherrschten lange Straßenbaustellen, an denen vor allem Frauen sehr viel Handarbeit leisteten. Der Teer in Fässern wird im Straßengraben mittels offenen Feuers unter heftiger Rauchentwicklung verflüssigt.

Schon bisher habe man in ganz Indochina immer und überall Tempel und Stupas an der Straße gesehen, berichtet das Paar. Nun entdeckten die Reisenden einen Bergkegel, der ganz und gar mit Stupas und Buddha-Figuren übersät ist. Mit dem Bestaunen dieses Glaubenskults der Buddhisten endete die sechste Etappe des Reiseberichts bevor es nach Mandalay, einer der wenigen großen Städte in Myanmar, ging.

Auf Weltreise

Ende August brachen Ute und Klaus Ummenhofer in Mönchweiler auf, um mit ihrem Wohnmobil mit Spitznamen Brummi auf dem Landweg nach Australien zu reisen. Elf Monate werden sie unterwegs sein und dabei rund 45 000 Kilometer zurück legen.