Mönchweiler – "Mountainbiketouren im Südtiroler Vinschgau, Trails und Sonne satt": Diese Ankündigung hört sich für begeisterte Geländeradler nach tollen Urlaubstagen an. Für Adrian Leute aus Mönchweiler gehören diese Touren mittlerweile zum Alltag. Der 19-Jährige hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Seit April arbeitet er als Mountainbike-Guide in Naturns im Vinschgau und leitet Touren für Geländeradler.

  • Die Leidenschaft: Das Radfahren liegt bei Familie Leute in der Familie. Die beiden älteren Brüder von Adrian Leute, seine Mutter und auch der Opa waren und sind ihm begeisterte Vorbilder, wie er sagt. Wie ganz viele Kinder lernte Adrian Leute mit vier oder fünf Jahren das Radfahren.

Mit acht, so erinnert er sich, wollte er eigentlich anfangen regelmäßig Geländefahrrad zu fahren. Das aber scheiterte an nahegelegenen guten Trainingsmöglichkeiten. Als Adrian Leute 14 Jahre alt wurde, gründete der örtliche Radsportverein eine Jugendgruppe für Mountainbiker. Jetzt gab es für ihn kein Halten mehr. Das Straßenradfahren habe ihn nie interessiert und begeistert, erzählt Adrian Leute.

Jetzt endlich konnte es verstärkt auf das geliebte Mountainbike gehen. Unter der Anleitung von Jugendtrainer Markus Webs lernte er die richtige Fahrtechnik und vieles mehr. Schon bald ging es auch in den ersten Rennen an den Start. Gute Erfolge ließen nicht lange auf sich warten.

  • Die sportliche Basis: Zwei Jahre fuhr Adrian Leute für den Radsportverein Mönchweiler. Dann wechselte er aufgrund der besseren Trainingsmöglichkeiten zum SC Furtwangen. Bis heute fährt er mit der Lizenz dieses Vereins seine Rennen. Technische Unterstützung und Material erhält er zudem vom Schwenninger Singer Racing Team.
  • Die Berufsausbildung: Vom Mountainbike Fahren zu leben, davon war Adrian Leute weit entfernt. Also galt es für ihn, nach dem Hauptschulabschluss erst einmal eine Lehre zu machen. Er erlernte den Beruf des Landmaschinenmechanikers. Das erforderte früh eine gewisse Selbstständigkeit. Mit 15 Jahren, also unmittelbar nach der Schulzeit in Mönchweiler, ging es im Rahmen der Ausbildung für ein Jahr ins Internat nach Breisach. Im Februar dieses Jahres beendete er die Ausbildung mit Erfolg. Der Ausbildungsbetrieb hätte ihn gerne weiter beschäftigt. Doch jetzt tat sich für Adrian Leute eine Türe auf, der er nicht widerstehen konnte.
  • Die berufliche Chance: Adrian Leutes Jugendtrainer Markus Webs arbeitet mittlerweile als Mountainbike-Guide in Südtirol. Leute hielt stets Kontakt zu ihm. Für April suchte dessen Arbeitgeber, die Ötzi Bike Academy in Naturns, einen neuen Mitarbeiter. Leute bewarb sich und erhielt die Zusage. Ein Traum ging damit für ihn in Erfüllung. Inzwischen ist er in Naturns zuhause. Er hat sich schnell eingelebt. Wenn man sich mit dem jungen Mann unterhält, fällt auf, dass die Südtiroler Mundart sich bereits etwas mit dem Mönchweiler Dialekt vermischt.
  • Das Arbeitspensum: Die Arbeit ist anstrengend, aber der Spaß überwiegt für Adrian Leute bei weitem. Pro Woche absolviert er als Führer von Touren rund 3000 Höhenmeter mit dem Mountainbike, schätzt er grob. Hinzu kommt natürlich fünfmal pro Woche sein eigenes Training. Für den Arbeitgeber arbeitet er zudem in dessen Fahrradwerkstatt, bietet Fahrtechniktraining an und leitet auch regelmäßig ein Jugendtraining. Hinzu kommen Touren, für die er als Privatguide gebucht wird.
  • Sein Experten-Rat: Die Arbeit mit den Menschen, die oft beinahe genau so Mountainbike begeistert sind wie er selber, macht Adrian Leute viel Spaß. Doch eines hat er mittlerweile festgestellt. Fahrer, die nicht über die Kondition verfügen, die meist notwendigen 1000 Höhenmeter bei einer Tour zu bewältigen, greifen gerne auf ein Mountainbike mit Elektromotor zurück. Mit dessen Unterstützung lassen sich zwar tolle Touren fahren, doch leider beherrschen diese Fahrer laut Leute oft die richtige Technik nicht und überschätzen sich selbst. Adrian Leute appelliert deshalb deutlich an die Fahrer: "Bitte schätzen Sie Ihr Können realistisch ein. Dann kann das Fahren im Hochgebirge jedem so viel Spaß machen wie mir selber."