Im evangelischen Gemeindezentrum Arche in Mönchweiler wurde erstmals der Heiligabend für Alleinlebende gefeiert. Und es war richtig schön. Darüber sind sich Organisatoren und Gäste einig.

Die Idee zu diesem Abend entstand vor ziemlich genau einem Jahr. Damals bemerkten Gunter und Karin Steidinger auf ihrem Weg heim vom Gottesdienst an Heiligabend, dass in vielen Wohnungen, von denen sie wussten, dass hier Menschen alleine leben, Licht brannte. Sie machten sich ihre Gedanken und bald reifte die Idee, dass diese alleine lebenden Menschen den Heiligabend gewiss nicht alleine zu feiern brauchten und dieser besondere Abend in Gesellschaft und gemütlicher Runde doch für alle viel schöner wäre.

Gunter und Karin Steidinger fanden für ihre Idee schnell die Unterstützung der Generationenbrücke. Dort lief Gunter Steidinger offene Türen ein. Rasch fanden sich auch Helfer, als er im Mai bei einem Abend des Initiativkreises davon berichtete.

Vom damaligen Bürgermeister Friedrich Scheerer hatte Gunter Steidinger die Auskunft erhalten, dass es in der Gemeinde 50 bis 60 alleine lebende Personen gebe. Beide gingen davon aus, dass etwa die Hälfte dieser Personen Interesse an einer gemeinsamen Feier an Heiligabend haben könnte.

In gemütlicher Runde sitzen Gäste des Heiligabends für Alleinstehende im evangelischen Gemeindezentrum Arche in Mönchweiler zusammen. <em>Bild: Cornelia Putschbach</em>
In gemütlicher Runde sitzen Gäste des Heiligabends für Alleinstehende im evangelischen Gemeindezentrum Arche in Mönchweiler zusammen. Bild: Cornelia Putschbach

Schnell fanden sich auch Sponsoren für einen solchen Abend. Gunter und Karin Steidinger wollten es möglich machen, die Gäste einzuladen und keine Kosten insbesondere für Speisen und Getränke zu berechnen. Das sollte, so betonte Gunter Steidinger, schlicht eine Gabe zum Weihnachtsfest sein.

Letztendlich erwies sich die angenommene Zahl der Interessenten als zu hoch. Am vergangenen Samstag feierten jetzt 14 Personen im Gemeindezentrum Arche den Heiligabend. Diese sind voll der Begeisterung. „Das war wieder einmal ein richtig schöner Heiligabend“, sei der Tenor mehrerer E-Mails gewesen, die er gleich am kommenden Tag erhalten habe, berichtet Gunter Steidinger.

Harmonisch und lecker

Die Atmosphäre sei unglaublich harmonisch gewesen, das Essen – Schinken mit Kartoffelsalat – sei sehr gut angekommen und als kleines Weihnachtspräsent habe es für jeden einen Baumkuchen und einen schönen roten Apfel gegeben, in dessen Schale der Name des Gastes eingraviert war, erzählt Gunter Steidinger weiter. Dank einer fleißigen Bäckerin konnte bei Weihnachtsgebäck zugegriffen werden und für die musikalische Seite des Abends sorgte Bürgermeister Rudolf Fluck mit seinem Flügelhorn.

„Niemand muss singen“, habe er im Vorfeld des Abends einigen Gästen versprechen müssen, erinnert sich Gunter Steidinger mit einem Augenzwinkern. Als es dann soweit war, griffen aber doch alle zum Liedblatt und sangen nur zu gerne zur Musik des Bürgermeisters etliche Weihnachtslieder.

Eine Wiederholung zum kommenden Weihnachtsfest haben Gunter und Karin Steidinger bereits ins Auge gefasst, wollen aber noch nichts versprechen. Aus der Erfahrung dieser Premiere des Heiligabends für Alleinlebende kann sich Gunter Steidinger dann kleine Modifikationen vorstellen. Zum Beispiel werde man bei einer Wiederholung die diesmal sehr großzügig bemessene Anmeldefrist kürzer gestalten und eventuell noch etwas länger als die zwei Stunden bei der Premiere zusammen sitzen.

Außerdem sei es denkbar, neben den Alleinlebenden eventuell auch Alleinerziehende oder sogar Paare zum Heiligabend einzuladen. „Die viele Arbeit bei der Vorbereitung hat sich auf jeden Fall gelohnt“, zieht Gunter Steidinger ein Resümee und fügt an: „Auch für uns selber war es ein wunderschöner Abend.“

Große Unterstützung

Die Unterstützung in der Gemeinde Mönchweiler für die Idee des Heiligabends für Alleinlebende war groß. So konnte Gunter Steidinger auf viele Sponsoren bauen. Ein einstimmiger Beschluss des Gemeinderates sicherte ihm zudem finanziellen Rückhalt durch die Gemeinde zu, falls die finanziellen Mittel dennoch knapp würden. Letztendlich bleiben nun Mittel übrig, so berichtet Gunter Steidinger. Natürlich werde er, den Sponsoren Rechnung legen und Rückzahlung anbieten. Eventuell könne dies aber auch bereits der Grundstock für eine zweite Auflage des Heiligabends für Alleinlebende sein.

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