Der Platz im neuen Kinderhaus reicht voraussichtlich nicht für alle Kinder aus. Ab Mai werde die Nachfrage nach Plätzen für über Dreijährige größer sein als das mögliche Angebot, sagen Kinderhaus und Gemeindeverwaltung voraus. Der Gemeinderat möchte, um unnötige Kosten insbesondere im Personalbereich zu vermeiden, abwarten, ob die Prognose der Realität entsprechen wird. Er folgt deshalb dem Vorschlag, eine weitere Gruppe einzurichten, zunächst nicht. Im Bedarfsfall soll kurzfristig reagiert werden.

Im Sommer 2016 wurde das neue Kinderhaus in Mönchweiler mit zwei Krippengruppen für Kinder im Alter von ein bis drei Jahren und mit drei Kindergartengruppen für Kinder im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt eröffnet. Die fünf jetzt bestehenden Gruppen bieten 98 Plätze für Kinder, davon 20 im Krippenbereich und 78 im Kindergartenbereich.

Nachdem Kindergartenleiterin Ursula Jacob dem Gemeinderat am Donnerstag den Jahresbericht des Kinderhauses vorgestellt hatte, übernahm Fachberater Bernd Pantenburg vom Caritasverband der Erzdiözese Freiburg die Vorstellung des Zahlenwerks für die Bedarfsentwicklung. Den Caritasverband hatte die Gemeindeverwaltung im vergangenen Jahr als externe Beratungsstelle ins Boot geholt. Der Gemeinderat bedauerte jetzt, über diese Zusammenarbeit nicht informiert worden zu sein. Es sei wichtig, dass auch weiterhin klar erkennbar sei, dass das Kinderhaus in kommunaler Trägerschaft ist, so die einhellige Meinung.

 

Die bisherigen Kindergärten in Mönchweile wachsen zusammen

Seit April des vergangenen Jahres ist Ursula Jacob die Leiterin des Kinderhauses in Mönchweiler. Sie gab dem Gemeinderat in dessen jüngster Sitzung einen Überblick über die Entwicklung des Kinderhauses im vergangenen Jahr:

  • Integration
    Viele Gespräche seien notwendig gewesen, um das Zusammenwachsen der bisherigen Einrichtungen umzusetzen. Mittlerweile habe man ein tolles und gutes Miteinander, auch wenn die Prozesse andauern.
  • Entwicklungsfelder
    Die Zertifizierung als "Haus der kleinen Forscher" ist ausgelaufen. Sie soll wieder erlangt werden. Weil sich das Spielverhalten der Kinder geändert habe, benötige man in einzelnen Bereichen mehr Platz. Das Raumkonzept werde deshalb derzeit überdacht.
  • Eltern
    Man habe im Kinderhaus einen starken Elternbeirat, berichtete Ursula Jacob. Dieser sei als beratendes, aber nicht als bestimmendes Gremium sehr wichtig. Für Eltern ohne deutschsprachigen Hintergrund soll ein Sprechcafé eingerichtet werden.
  • Einbindung der Gemeinde
    Mit der Schule laufe eine gute Kooperation, berichtete Ursula Jacob. Die religionspädagogische Arbeit im Kinderhaus erfolge in Zusammenarbeit mit der evangelischen Pfarrerin Iris Roland und dem Pastor der Freikirche, Harry Blank.
  • Ferienzeiten
    Aus dem Gemeinderat wurde die Bitte vorgetragen, die Schließtage während der Ferien möglichst gering zu halten. Man werde das als Aufgabe mitnehmen, antwortete Bürgermeister Fluck. Nicht alles sei allerdings mit dem vorhandenen Personal möglich.

Am stärksten nachgefragt seien im Kinderhaus Mönchweiler die Betreuungsplätze mit verlängerter Öffnungszeit, also mittags bis 14 Uhr. Deutlich geringer sei das Interesse an reinen Halbtagsplätzen und an Ganztagsplätzen, erfuhren die Gemeinderäte bei der Vorstellung des Bedarfsberichts. Insgesamt sei die Platzkapazität für Kinder unter drei Jahren seit Oktober komplett ausgeschöpft. Für die 20 Plätze gebe es im Moment eine Warteliste.

Entsprechend der vorliegenden Anmeldungen werden ab Mai die Plätze mit verlängerten Öffnungszeiten auch für über Dreijährige nicht mehr ausreichen, so die Prognose. Zunächst fehle nur ein Platz, bis zum August seien das dann aber schon acht Plätze. Die Ausweisung des Baugebiets werde zudem mittelfristig den Zuzug weiterer Familien bedingen. Der Vorschlag von Verwaltung und Kinderhaus lautete deshalb, im Bewegungsraum des Kinderhauses eine weitere Gruppe als altersgemischte Gruppe für Kinder ab zwei Jahren einzurichten. Dies trage auch der Familienfreundlichkeit Rechnung, die sich die Gemeinde auf die Fahnen geschrieben habe, betonte Bürgermeister Fluck.

Die Anmeldungen der Eltern seien nicht verbindlich. Weil sich immer noch etwas an den Zahlen ändern könnte und die Geburtenzahlen außerdem stark schwankten, scheute der Gemeinderat entgegen den Empfehlungen von Kinderhaus, Verwaltung und auch Fachberater die Einrichtung der neuen Gruppe. Zunächst soll durch eine Änderung der Betriebserlaubnis dem Mehrbedarf bei den verlängerten Öffnungszeiten Rechnung getragen werden. Dies hat die Auswirkung, dass entsprechend der gesetzlichen Vorgaben dann insgesamt sogar drei Plätze weniger im Kinderhaus zur Verfügung stehen.