Beim Hersteller von Prototypen und Kleinserien aus Metall und Kunststoff, der Firma VMR in Mönchweiler, stehen die Signale klar für Zukunft und Wachstum. An der Waldstraße errichtete das Unternehmen in zwei Jahren Bauzeit einen beeindruckenden Neubau. Dieser wurde jetzt eingeweiht.

Die Summe von 9,2 Millionen Euro reine Baukosten investierte VMR. Mit Bezug der neuen Räume wurden zudem weitere Investitionen in Maschinen für rund 2,8 Millionen Euro getätigt. Eine Kernkompetenz ist der 3D-Druck von Metall. Das Unternehmen ist bereits jetzt Technologieführer sowie Marktführer in Baden-Württemberg. Das Unternehmen wird zum Zentrum additiver Metallfertigung erweitert. Ergänzend dazu erfolgt auch der Ausbau peripherer Dienstleistungen wie spanende Nachbearbeitung, Oberflächenbearbeitung und Qualitätssicherung mit Prüflabor. Seit dem vergangenen Jahr gibt es zudem eine zugehörige Konstruktionsabteilung für 3D-Druck-optimierte Bauteilkonstruktionen und Topologieoptimierung von Bauteilen. Auch eine eigene Entwicklungsabteilung soll entstehen.

Beim Neubau setzte VMR auf eigene Kompetenzen. Mit Architekt Reiner Ketterer an der Seite erfolgte der Bau in Eigenregie und nicht mit einem Generalunternehmer. „Das hat zwar immer wieder mal Nerven gekostet, war aber letztlich auf jeden Fall die richtige Entscheidung“, ist sich Thomas Viebrans sicher. Die Nutzfläche des Baus beträgt 6000 Quadratmeter, davon entfallen 1500 Quadratmeter auf die Verwaltung, 3000 Quadratmeter auf die Produktion und 1500 Quadratmeter auf Nebenflächen. Die gesamte Planung der Haustechnik, mit Ausnahme des Elektrobereichs, wurde von VMR selbst übernommen. Das Gebäude wurde in Energiespar-Bauweise nach KfW 55 errichtet und arbeitet mit neuester Gebäudetechnik. So funktioniert zum Beispiel die Heizung über Abwärme der Produktionsmaschinen nach KfW 276. Heißwasser wird ausschließlich über Gasthermen produziert. Die Klimatisierung der Verwaltungsräume erfolgt über Heiz-Kühlsegel in den Deckenelementen. Die ständige Be- und Entlüftung des Hauses geschieht über die markanten Edelstahltürme vor dem Haus.

Dazu kommen sehr gelungene gestalterische Merkmale. Von der Dachterrasse hat man einen Ausblick über die Baar bis zu den Alpen und vom Rottweiler Aufzugsturm bis Bräunlingen. So können die Betrachter oft atemberaubende Sonnenaufgänge vom Obergeschoss des Verwaltungsgebäudes verfolgen. Besucher des Unternehmens loben besonders den Besprechungsraum “Schwarzwald“. Er drückt die besondere Heimatverbundenheit der Firma VMR aus. Sein Design drückt die Verbindung zwischen Bodenständigkeit und Weltoffenheit aus. Der Besprechungsraum “Feng-Shui“ ist ein Symbol der freien Entfaltung des Geistes als wichtiger Aspekt für die kreative Entwicklung neuer, innovativer Produkte. Ergänz wird die Zahl der Besprechungsräume durch den Raum “Industrial“. Er gefällt in moderner, technischer Schlichtheit.

Der Konferenz- und Showroom ist mit Exponaten aus allen Bereichen der Fertigung ausgestattet. Bei voller Bestuhlung bietet er Platz für über 200 Personen. Seine Qualitäten bewies der Raum bereits bei Veranstaltungen und Ausstellungen fachlicher und außerfachlicher Themen. So lud die Firma VMR hier zu zwei Benefizabenden zugunsten der Nachsorgeklinik Katharinenhöhe ein. Auch die Einweihung des neuen Unternehmensgebäudes wurde hier gefeiert.

Neubau für mehr Mitarbeiter

Im hauseigenen Fitness-Studio können Mitarbeiter trainieren oder auch einfach nur den Kopf frei bekommen. Die Nutzung kann vor oder nach der Arbeitszeit oder in der Pause erfolgen. Bild: Jens Hagen

Mönchweiler (put) Etwas mehr als ein Vierteljahrhundert umfasst die Firmengeschichte der Firma VMR. Begonnen hat alles in einer Garage in Weilersbach bei Villingen-Schwenningen. „Noch ganz grün hinter den Ohren“ haben Thomas Viebrans und Michael Meier sowie Klaus Richter ihre erste Maschine bestellt. Dass die Banken damals noch Zweifel am Erfolg der Jungunternehmer hatten, habe im Entzug der Finanzierung für diese Maschine geendet, berichtet Thomas Viebrans rückblickend. Den ersten Auftrag zum Bau eines Rasierapparates bewältigte man dennoch ebenso erfolgreich wie viele andere in der Folge. Nach gut einem Jahr konnte man den ersten Mitarbeiter einstellen. Axel Schmid gehört heute noch dem Unternehmen an.

Im Jahr 2002 zog VMR nach Mönchweiler um und erweiterte den Betrieb sechs Jahre später auf 2000 Quadratmeter Produktionsfläche. 2013 schieden Michael Meier und Klaus Richter als Gesellschafter aus dem Unternehmen aus. Seit damals ist Thomas Viebrans alleiniger Geschäftsführer. Seine beiden Kinder Yvonne Viebrans-Schenk und Dennis Viebrans arbeiten in der Unternehmensleitung mit. Damit ist VMR das, was es, wie Thomas Viebrans betont, auch bleiben soll: ein wirklich familiengeführtes Unternehmen. Im Mai 2017 erfolgte der Spatenstich für den großen Neubau. Nach nur einer Woche Produktionsunterbrechung erfolgte im September vergangenen Jahres der Umzug der Produktion. Der Umzug der Verwaltung und aller weiteren Bereiche in Mönchweiler schloss sich an.

„Unser Neubau wurde von vornherein auf eine steigende Mitarbeiterentwicklung ausgelegt. 100 bis 120 Mitarbeiter stehen als Ziel für die nächsten Jahre. Aktuell sind es 85. Wir wollen schon bald zu den insgesamt fünf größten Anbietern additiver Fertigung im Bereich Metall und Spritzguss gehören“, sagt Geschäftsführer Thomas Viebrans klar. Bei all diesen Wachstumsabsichten soll VMR weiter ein eigenständiger, mittelständischer Dienstleistungsbetrieb bleiben. Auch die nächste Generation nach Thomas Viebrans ist bereits in der Geschäftsleitung aktiv. Tochter Yvonne Viebrans-Schenk ist ebenso wie Sohn Dennis Viebrans Prokura erteilt. Außerdem arbeitet der langjährige Prokurist Thomas Scharbach weiter in der Geschäftsleitung mit.

Thomas Viebrans weiß: „Es sind für den 3D-Druck mannigfache Anwendungen denkbar, in allen Zweigen der Industrie. Man muss sich heute fragen, wie es früher ohne diese 3D-Druck-Technologien überhaupt möglich war zu produzieren.“ Als prominentes Beispiel sind 3D-Druckteile von VMR derzeit in einer Dokuserie im TV zu sehen. Die Teile werden zur Restauration historischer Flugzeuge verwendet. Bei VMR ist man stolz darauf: „Es ist ein erhebendes Gefühl zu wissen, dass völlig zerstörte Oldtimer-Flugzeuge wieder aufgebaut und flugbereit gemacht werden können – mit Bauteilen aus unserer Fertigung.“