Der Aufbau einer Generationenhilfe in Mönchweiler ist ein von Beginn seiner Amtszeit an von Bürgermeister Rudolf Fluck vorangetriebener Wunsch. Durch eine Förderzusage des Sozialministeriums aus dem Innovationsprogramm Pflege 2018 über 55 750 Euro ist es jetzt möglich, mit dem Projekt zum Jahresbeginn konkret zu starten. Dabei hat die Gemeinde einen Eigenanteil von 10 000 Euro zu tragen, der über Personalkosten abgedeckt werden kann.

  • Politischer Hintergrund: Die Gemeindeentwicklung ziele darauf ab, allen in Mönchweiler lebenden Menschen eine möglichst hohe Teilhabe und Lebensqualität zu bieten. Neben anderen Gruppen und Einrichtungen stehe hierbei auch der ältere Mensch im Fokus, der weiter zu Hause wohnen bleibe, sagte Bürgermeister Rudolf Fluck bei der Vorstellung des Projekts in der Sitzung des Gemeinderates. Unabhängig von der familiären Situation des einzelnen müsse ihm dies möglichst lange ermöglicht werden. Damit verbunden entstehe ein zunehmender Bedarf an Strukturen der Unterstützung und Pflege, deren Fehlen man landes- und auch bundespolitisch zwar erkenne, dem man aber nicht durch konkrete Maßnahmen begegne, kritisierte der Bürgermeister. In Mönchweiler möchte Rudolf Fluck nun mit den Fördermitteln des Sozialministeriums als Anschubfinanzierung in enger Kooperation mit den drei Kirchengemeinden, der Generationenbrücke und den ambulanten Pflegediensten vor Ort die Generationenhilfe aufbauen. Im Idealfall sollen sich die Projekte in Zukunft dann selber tragen.
  • Nachbarschaftshilfe: Das Gesamtprojekt der Generationenhilfe in Mönchweiler besteht aus drei vorgesehenen Komponenten. Zentraler Punkt ist die trägerunterstützte und organisierte Nachbarschaftshilfe. Zum Jahresbeginn wird hierfür eine 450 Euro Kraft eingestellt werden. Sie wird die Nachbarschaftshilfe aufbauen und koordinieren sowie Ansprechpartner für Helfer und Hilfebedürftige sein. Ähnlich bereits existierender Modelle in Gaienhofen und Fischerbach soll über die Nachbarschaftshilfe Unterstützung im Alltag organisiert werden. Diese könnte beispielsweise in hauswirtschaftlichen Hilfen und Betreuungsdiensten für ältere Menschen, aber auch in Babysitterdiensten oder der Organisation eines Bürgertreffs bestehen. Wichtig dabei ist, dass die Hilfe weder kostenlos gewährt noch in Anspruch genommen werden kann. Grob erläutert soll das dann so aussehen, dass derjenige, der die Hilfe in Anspruch nimmt, dafür zehn Euro pro Stunde bezahlt. Dieses Geld wird im Wesentlichen an den Helfer ausbezahlt. Ein kleiner Anteil fließt an die Gemeinde Mönchweiler als Träger der Nachbarschaftshilfe zur Finanzierung der Organisation.
  • Zirkel App: In Ergänzung der Nachbarschaftshilfe sieht das Projekt in Mönchweiler außerdem den Aufbau sogenannter Hilfemixstrukturen mittels digitaler Vernetzung vor. Dazu arbeitet Rudolf Fluck eng mit der Hochschule Furtwangen zusammen. Eine dort entwickelte Zirkel App, also eine Anwendung für Mobiltelefone, soll die Vernetzung und den Informationsaustausch zwischen professionellen Pflegediensten, der Nachbarschaftshilfe und natürlich auch der in die Versorgung eingebundenen Familienangehörigen erleichtern. Mittels dieser Anwendung könnten, vereinfacht gesagt, beispielsweise Informationen über vereinbarte Arzttermine oder bereits erfolgtes Schneeräumen untereinander ausgetauscht werden.
  • Mobilitätskonzept: Weiterer Baustein im durch das Sozialministerium geförderten Projekt soll der Aufbau eines Mobilitätskonzeptes sein. Das Modell soll für die Nutzer eine flexible und regionale Mobilität sicherstellen. Das könnte beispielsweise durch einen Bürgerbus erfolgen.