Mit dem Aufbau einer Generationenhilfe möchte die Gemeinde Mönchweiler künftig allen hier lebenden unterstützungsbedürftigen Menschen eine möglichst hohe Teilhabe und Lebensqualität bieten. Das Anliegen von Bürgermeister Rudolf Fluck ist es, in enger Kooperation mit den drei Kirchengemeinden, den ambulanten Pflegediensten und der Generationenbrücke die Generationenhilfe aufzubauen.

Hochschule entwickelt App

Das Gesamtprojekt der Generationenhilfe in Mönchweiler besteht im Wesentlichen aus drei Komponenten. Zentraler Punkt ist die trägerunterstützte Nachbarschaftshilfe. Ergänzt wird sie durch ein Mobilitätskonzept. Eine sogenannte Zirkel-App, also eine Anwendung für Mobiltelefone, soll die Vernetzung und den Informationsaustausch zwischen professionellen Pflegediensten, der Nachbarschaftshilfe und natürlich auch in die Versorgung eingebundenen Familienangehörigen erleichtern. Sie wird von der Hochschule Furtwangen entwickelt.

Sabine Müller baut auf

Seit Jahresbeginn arbeitet Sabine Müller für die Generationenhilfe in Mönchweiler. Sie wird in Kooperation mit dem Rathaus die Nachbarschaftshilfe aufbauen und koordinieren, Ansprechpartner für Helfer und Hilfebedürftige sein sowie außerdem die Angehörigen mit Rat und Tat unterstützen.

Hilfe für alle Menschen

Rudolf Fluck betont: "Das, was wir hier in Mönchweiler aufbauen, ist nicht vergleichbar mit Projekten in anderen Gemeinden." Zum einen, so legt er dar, sei die Generationenhilfe trägergestützt. Das heißt, die Gemeinde Mönchweiler ist federführend verantwortlich für das Projekt, in das alle Akteure wie Angehörige, Kirchen und Pflegedienste einbezogen werden. Außerdem werde die Generationenhilfe allen Menschen in Mönchweiler und nicht nur einzelnen Altersgruppen Unterstützung bieten und damit einen wichtigen Beitrag zur Daseinsvorsorge leisten.

Bürgerzentrum wird einbezogen

Das Bürgerzentrum, so sagt der Bürgermeister, soll nach seiner Fertigstellung in die Arbeit der Generationenhilfe einbezogen werden. Hier könne dann beispielsweise in regelmäßigen Abständen ein Bürgercafé stattfinden. Soziale Teilhabe und Begegnung sei ein wichtiger Baustein der Generationenhilfe, denn nicht das alleine Leben, sondern die Einsamkeit, sei beispielsweise im Alter ein Problem, so Rudolf Fluck.

Helfer sind bezahlt und versichert

Für die Nachbarschaftshilfe fällt jetzt der Startschuss. Aktuell sucht die Gemeinde Mönchweiler Menschen, die sich mit ihren Fähigkeiten für andere einsetzen möchten. Diese können den Umfang und die Art ihres Engagements selbst bestimmen. Der Einsatz wird finanziell honoriert, die Tätigkeit ist versichert und Schulungsangebote stehen zur Verfügung. Wichtig ist, dass die Helfer keine pflegerischen Arbeiten verrichten, sondern bei den gewöhnlichen Dingen des Alltags unterstützen sollen.

In Würde alt werden

Nach den Sommerferien möchte man soweit sein, dass die Generationenhilfe starten kann. Dann sollen die einzelnen Bausteine zusammengestellt sein, plant Rudolf Fluck. Man merkt im Gespräch ganz deutlich, dass es ihm ein zentrales Anliegen ist, dass Familien aus der Dorfgemeinschaft erforderliche Hilfe erhalten und Menschen in Würde alt werden können.

Vielfältige Qualifikationen

Für ihre Aufgabe in der Generationenhilfe bringt Sabine Müller vielfältige Qualifikationen mit. Nach ihrer Schulausbildung erlernte sie den Beruf der Pharmazeutisch-Technischen Assistentin (PTA).

Vor einigen Jahren begann Sabine Müller mit weiteren zusätzlichen Qualifikationen. Zunächst absolvierte sie beim Tageskinder-Pflege-Service (TaPS) in Villingen die Ausbildung zur Tagesmutter. Danach fiel der Entschluss, beim Malteser Hilfsdienst die rund vier Monate dauernde Qualifikation zur Betreuungsassistentin zu absolvieren. Voraussetzung hierfür war unter anderem ein Orientierungspraktikum in einer Pflegeeinrichtung und damit der Erwerb der Qualifikation zur Pflegediensthelferin.

Im umfassenden theoretischen Teil erwarb Sabine Müller zunächst im ersten Modul die Qualifikation zur Pflegehilfsschwester. Im zweiten Modul folgte die Qualifikation zur Betreuungsassistentin. Im Anschluss folgte ein 80-stündiges Praktikum in der Pflege und der Betreuung in der Parkresidenz am Germanswald in Villingen. Dort erfuhr sie, wie wichtig eine gute Betreuung im Zusammenspiel mit der professionellen Pflege ist. Aktuell schließt Sabine Müller außerdem ihre Qualifikation zur Hospizbegleitung im Ehrenamt bei der Hospizbewegung ambulant Schwarzwald-Baar ab.