Drei Blasmusikformationen der Extraklasse waren am Wochenende in Mönchweiler beim Schwarzwaldfest der Blasmusik zu Gast. Am Freitagabend rockte die Blaskapelle Ebb aus der Österreichischen Steiermark die Bühne in der Alemannenhalle, am Samstagabend spielte die in ganz Europa bekannte Formation Mistrinanka aus Tschechien mährische Blasmusik und am Sonntag überzeugten die Frienisberger mit böhmisch-mährischer Blasmusik "Made in Switzerland".

  • Viele leere Plätze: Die Organisation des Wochenendes lag in den Händen von Gerhard Ruby und Gerhard Wolf, dem Leiter der Musikakademie Villingen-Schwenningen. Sie arbeiteten dabei eng mit dem Musikverein Mönchweiler zusammen und wurden durch Schirmherrn Bürgermeister Rudolf Fluck unterstützt. Einige Besucher nahmen für das Wochenende eine weite Anfahrt in Kauf und kamen aus vielen Landesteilen nach Mönchweiler. Zur großen Enttäuschung der Veranstalter blieben allerdings auch an allen drei Tagen etliche Plätze in der für gut 500 Besucher bestuhlten Alemannenhalle frei. Die Kapellen genossen den Auftritt in Mönchweiler dennoch. Bot doch die für ihre Verhältnisse recht kleine Alemannenhalle guten Kontakt zum Publikum. "Gratulation an diese gelungene Veranstaltung und zu diesem Top-Publikum. Hoffentlich sehen wir uns im nächsten Jahr wieder", ließ zum Beispiel die Blaskapelle Ebb über Facebook wissen.
    Die Blaskapelle Ebb aus Österreich sorgt beim Schwarzwaldfest der Blasmusik in Mönchweiler für einen gebührenden Auftakt.
    Die Blaskapelle Ebb aus Österreich sorgt beim Schwarzwaldfest der Blasmusik in Mönchweiler für einen gebührenden Auftakt. | Bild: Rüdiger Fein
  • Drei Gruppen an drei Tagen: Die Liebe zur böhmisch-mährischen Blasmusik zog sich wie ein roter Faden durch das gesamte Wochenende. Bei der Blaskapelle Ebb erklangen am Freitag zudem auch bekannte Egerländer Melodien sowie Pop, Rock und beliebte Schlager. Damit sorgten die jungen Musiker für einen furiosen Auftakt und beste Stimmung in der Alemannenhalle. Zwar war die Halle nicht bis zum letzten Platz gefüllt, aber die Besucher, die neugierig genug waren um die Auftaktband sehen und hören zu wollen, waren begeistert von der herzlichen und frischen Musik. Gerhard Wolf von der Villinger Musikakademie zeigte sich zufrieden mit dem ersten Abend: "Wir stehen am Anfang und dafür ist es gut." Waren die Ohren der Besucher, von denen etliche sogar ein Dreitagesticket für das Schwarzwaldfest gelöst hatten, am Freitag schon verwöhnt worden, wurde dies am Samstag noch übertroffen. "Mistrinanka spielt fraglos in der Champions League der Blasmusik", zeigte sich Blasmusikfan Axel Bösinger von dem, was auf der Bühne an Blasmusik dargeboten wurde, restlos begeistert. Am Sonntag schließlich spielten und sangen die Frienisberger Blasmusikanten.
  • Der längste Atem: Zudem lobten die Veranstalter für die Fans der Blasmusik den Wettbewerb um den Wanderpokal der Goldenen Lunge aus. Am Ende hatten die drei Musiker der Spielgemeinschaft aus Pfaffenweiler und Obereschach, Udo Heindke, Rudi Simon und Stefan Linkenheil die Luft für den längsten Akkord mit 25,48 Sekunden. Der Preis für den längsten gehaltenen Einzelton ging an Mitorganisator Gerhard Ruby, der beachtliche 37,47 Sekunden den Ton mit seinem Tenorhorn hielt.
    Sie haben gemeinsam das beste Durchhaltevermögen und sind Gewinner des Wanderpokals der Goldenen Lunge sowie eines Bierfasses: Die Spielgemeinschaft der Musik- und Trachtenkapellen Pfaffenweiler und Obereschach mit Rudi Simon (von links), Stefan Linkenheil und Udo Heindke.
    Sie haben gemeinsam das beste Durchhaltevermögen und sind Gewinner des Wanderpokals der Goldenen Lunge sowie eines Bierfasses: Die Spielgemeinschaft der Musik- und Trachtenkapellen Pfaffenweiler und Obereschach mit Rudi Simon (von links), Stefan Linkenheil und Udo Heindke. | Bild: Cornelia Putschbach
  • Neuauflage denkbar: Trotz der Enttäuschung über die Besucherzahlen blicken die Organisatoren positiv auf eine Neuauflage des Schwarzwaldfests im kommenden Jahr. Dann werden an nur einem Tag, so verriet Gerhard Ruby, gleich vier beliebte Blasmusikformationen spielen. Ob der Veranstaltungsort wieder Mönchweiler sein wird, ließ er allerdings noch offen.

Teilnehmende Gruppen

  • Blaskapelle Ebb: Die Blaskapelle Ebb kommt aus der Oststeiermark in Österreich und spielt seit rund 20 Jahren böhmisch-mährische Blasmusik. Die Gruppe besteht aus zwölf Musikanten und einer Sängerin.
  • Mistrinanka: Mistrinanka ist eine 1967 gegründete Blasmusikgruppe aus Südmähren in Tschechien. Sie traten bereits in verschiedenen ländern Europas und den USA auf. Sie besteht momentan aus 20 Sängern und Musikanten.
  • Die Frienisberger: Die Frienisberger Blasmusikanten wurden 1987 ins Leben gerufen. Heute zählt die Blaskapelle rund 20 Mitglieder.