Begeistert absolvieren die Schüler der Gemeinschaftsschule Mönchweiler die Aufgaben, die ihnen am so genannten Baubus der Bauwirtschaft Baden-Württemberg gestellt werden. Der Baubus stellt 17 Ausbildungsberufe des Bauhandwerks vor. Was zunächst Spaß an der spielerischen Lösung der Aufgaben bereitet, vermittelt einen ernsten Hintergrund.

In der Gemeinschaftsschule Mönchweiler hat man erkannt, dass die frühzeitige Berufswegeplanung der Schüler ein wichtiger Bestandteil der schulischen Ausbildung sein muss. Und so beginnt man bereits in Klasse fünf mit der Berufsorientierung. In einem Ordner sammeln die Schüler während aller Schuljahre neben schulischen Unterlagen beispielsweise Nachweise über Praktika oder ähnliches. In Kooperation mit Unternehmen erfolgt unter anderem ein Bewerbertraining. In jedem Schuljahr werden den Schülern verschiedene Ausbildungsberufe durch jugendliche Ausbildungsbotschafter vorgestellt.

Am Mittwoch waren deshalb Ausbildungsbotschafter des Handwerks zu Gast. Anja Korsch ist Auszubildende zum Raumausstatter. Sie kam vom Königsfelder Raumausstatter Kachler zu den Schülern nach Mönchweiler. Auszubildender Mark Broghammer von der Firma Waldmann Elektrotechnik stellte die Ausbildung zum Elektriker vor und Lars Blechner von der Schreinerei Flaig aus Hardt berichtete von seiner Ausbildung als Schreiner.

Interessiert betrachten Schülerinnen der sechsten Klasse eine durch den Ausbildungsbotschafter des Schreinerhandwerks, Lars Blechner, selbst gefertigten Schmuckständer. Bild: Cornelia Putschbach
Interessiert betrachten Schülerinnen der sechsten Klasse eine durch den Ausbildungsbotschafter des Schreinerhandwerks, Lars Blechner, selbst gefertigten Schmuckständer. Bild: Cornelia Putschbach

Für die Schüler hatten die Auszubildenden viele interessante Informationen aus erster Hand parat. Dabei ging es weniger um die Frage, welche Voraussetzungen Unternehmen an ihre Bewerber haben und wie eine Bewerbung im Einzelfall aufgebaut werden sollte, sondern darum, wie beispielsweise der Arbeitstag des Auszubildenden aussieht, was er den ganzen Tag macht und letztlich auch, was er während seiner Ausbildung verdient.

Erstmals zu Gast war der Baubus der Bauwirtschaft Baden-Württemberg. Ausgestattet mit jugendgerecht präsentierten Informationen gab er einen Einblick in die Vielfalt im Bauhandwerk. Begeistert zeigte sich auch Marina Bergmann von der Handwerkskammer Konstanz vom frühzeitigen Einstieg der Schule in die Berufsorientierung: "Weil Schüler so die Berufe früh kennen lernen, ist ihnen die Chance geboten, rechtzeitig in Praktika mehrere Berufe auszuprobieren."

Berufsorientierung

Wesentliche Vorgehensweisen im Schulalltag hat die Schule bereits seit einiger Zeit unter anderem als Grundlage ihrer Zertifizierung in einem Qualitätshandbuch verbindlich festgeschrieben. Teil dieses Qualitätshandbuchs ist auch die Berufswegeplanung. Möglich ist der Schule diese auch deshalb, weil sich Karl-Josef Birbaum als Vertreter der Offenen Bürgerschule viele Stunden in der Woche ehrenamtlich einbringt. (put)