Zu einer Jubiläumsfeier anlässlich des 50-jährigen Bestehens des CDU-Ortsverbandes Mönchweiler trafen sich Mitglieder und Freunde sowie Vertreter benachbarter Ortsverbände im Gasthof „Adler“. Der Ortsverband könne auf 50 Jahre erfolgreiches politisches Wirken zurückblicken, begrüßte Vorsitzender Peter Kaiser die Gäste des Abends. Deshalb freue man sich in dieser Runde feiern zu können.

Mehr als eine konjunkturelle Delle

Nach einem Abendessen in gemütlicher Runde war Oberbürgermeister Jürgen Roth eingeladen, zu den Gästen zu sprechen. Er spannte einen großen Bogen, der von der gesamtpolitischen Lage bis hin zur Situation in kleineren Gemeinden wie Mönchweiler reichte. Gleich zu Beginn machte er deutlich, dass er der festen Überzeugung sei, die konjunkturelle Lage erfahre nicht nur eine Delle. Aktuell sei das noch nicht zu spüren, weil aufgebaute Überstunden und Lagerbestände dies noch verschleiern. Rund die Hälfte der Maschinenbauer der Region sei aber im Automotivbereich tätig. Allein deshalb sei mit sinkenden Gewerbesteuereinnahmen zu rechnen.

Bei der Jubiläumsfeier des CDU-Ortsverbandes Mönchweiler darf Oberbürgermeister Jürgen Roth (stehend) die Ansprache halten. Dabei werden interessante Sichtweisen des Vertreters der Doppelstadt auf den kleinen Nachbarn deutlich.
Bei der Jubiläumsfeier des CDU-Ortsverbandes Mönchweiler darf Oberbürgermeister Jürgen Roth (stehend) die Ansprache halten. Dabei werden interessante Sichtweisen des Vertreters der Doppelstadt auf den kleinen Nachbarn deutlich. | Bild: Cornelia Putschbach

Plädoyer für mehr Zusammenarbeit

Einen kleinen Seitenhieb auf die finanzielle Lage Mönchweilers konnte sich Jürgen Roth dabei nicht verkneifen: „Aktuell kommt in Mönchweiler in der Gemeindekasse nur die Wage zum Einsatz. Zählen dürfte hier zu anstrengend sein.“ Doch auch in Mönchweiler müsse man irgendwann mit dem Sparen anfangen, denn Rücklagen würden hier, wie in allen anderen Gemeinden auch, schrumpfen.

Und auch auf Zinsen könne man bekanntlich nicht mehr bauen. Neue Wege könnten unter anderem auf der Glasfaserversorgung aufbauen. Im Gesundheitssystem könne zum Beispiel ein Videodoktor zum Einsatz kommen. Außerdem könne eine Fortentwicklung nur noch gemeinsam erfolgen. Landkreise und Gemeinden müssten stärker kooperieren.

Neid auf den kleinen Nachbarn

Unumwunden gab Jürgen Roth zu, er sei als Betrachter aus der Ferne neidisch auf das Konzept, das derzeit im Bereich der Altersversorgung in Mönchweiler entstehe. Fast im gleichen Atemzug gestand er allerdings im Hinblick auf die anstehende Schließung des Heilig-Geist-Spitals mit einem Augenzwinkern ein, er sei ja auch Vorsitzender des Stiftungsrats des Spitalfonds. Die Kurve bekam er, als er schnell darauf hinwies: „Man muss wohl erst etwas beenden, um etwas Gutes zu beginnen.“ Mit einem Plädoyer für die CDU und ihre christlich-sozialen Werte endete schließlich seine kurzweilige Ansprache an die Gäste des Abends.

Erfolgreiche Politik mit Maß und Mitte

Dann war es an Peter Kaiser, 50 Jahre CDU Ortsverband Mönchweiler mit einer Chronik und verschiedenen Bildern Revue passieren zu lassen. Bei einem Blick in die Zukunft wünschte er dem eigenen Ortsverband wie auch der CDU Deutschlands, „auch in Zukunft an der Gestaltung unserer Lebensumstände kreativ, konstruktiv, natürlich erfolgreich und vor allem mit einem guten Blick für Maß und Mitte mitwirken“ zu können.

Langjährige Mitglieder geehrt

Ehrungen nahmen Jürgen Roth und CDU-Kreisgeschäftsführerin Tanja Hall vor. Für 50 Jahre Mitgliedschaft in der CDU erhielten die beiden Gründungsmitglieder des Ortsverbandes, Franz Huber und Dieter-Eberhard Maier, die goldene Ehrennadel überreicht. Seit 45 Jahren ist Dietmar Metzdorf und seit 35 Jahren ist Heinz Kölz Parteimitglied. Für 30 Jahre Mitgliedschaft wurden Eckhard Putschbach und Gudrun Giesler geehrt. Besonders Lob wurde hier Gudrun Giesler zuteil. Bei ihr ist nicht nur die Kasse in besten Händen, sondern sie erledigt auch alle schriftlichen Aufgaben im Ortsverband. „Sie ist einfach die gute Seele des Ortsverbandes, immer freundlich und da, wenn man sie braucht.“