Der Ausbau der Terrasse im Obergeschoss zu einem Gruppenraum könnte langfristig die Lösung bieten. Darüber hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstag beratschlagt.

  • Das Kinderhaus ist zu klein: Ob das Gebäude von Beginn an zu klein geplant wurde oder ob die Kinderzahl in Mönchweiler stärker gestiegen ist als zu erwarten war – darüber zu streiten ist müßig. Tatsache ist, dass bereits im Moment sieben Kinder auf einer Warteliste stehen. Erst nach den kommenden Sommerferien entspannt sich das Problem kurzfristig. Allerdings kann auch dann im Laufe des nächsten Kindergartenjahres nicht der komplette Bedarf befriedigt werden. Das ist das Ergebnis einer Bedarfsplanung, die am Donnerstagabend das neue Leitungsteam des Kinderhauses, bestehend aus Sarah Felber, Anna Kaltenbach und Tobias Kammerer, zusammen mit der Gemeindeverwaltung vorgestellt hat.
  • So sieht die Bedarfsplanung aus: Zu den aktuell auf der Warteliste stehenden sieben Kindern, deren Anspruch auf einen Kindergartenplatz zwischen November und Juli entsteht, werden zum 1. September 2019 weitere sieben Kinder einen Platz im Kinderhaus benötigen. Außerdem besuchen im Moment 13 Kinder die Krippe, die im Laufe des Kindergartenjahres 19/20 drei Jahre alt werden. Dem stehen 24 Schulanfänger gegenüber, die im Herbst eingeschult werden. Das sei eine glückliche Fügung, so Tobias Kammerer. Normalerweise würden in Mönchweiler nur zwischen elf und 17 Kinder eines Jahrgangs eingeschult. Ein klein wenig Flexibilität verschafft aktuell die Kinderkrippe. Dort sind im Moment 18 der 20 Plätze belegt. Zwei Kinder verbleiben übergangsweise auch nach ihrem dritten Geburtstag in der Krippe. Auch im kommenden Kindergartenjahr müssen voraussichtlich wieder zwei oder drei Kinder länger in der Krippe bleiben als notwendig, weil nicht genügend Plätze zur Verfügung stehen.
  • Übergangslösungen: Mit den Eltern derjenigen Kinder, die auf der Warteliste stehen, ist die Gemeindeverwaltung im Kontakt. Gemeinsam wird nach einer Lösung gesucht. Für das kommende Kindergartenjahr stand zunächst der Vorschlag im Raum, im Bewegungsraum eine altersgemischte Gruppe mit verlängerter Öffnungszeit einzurichten. Zwar ist die verlängerte Öffnungszeit tatsächlich die gefragteste Betreuungsform, berichtete Anna Kaltenbach dem Gemeinderat am Donnerstagabend. Eine altersgemischte Gruppe allerdings passe überhaupt nicht in das Betreuungskonzept des Kinderhauses, betonte Tobias Kammerer. Außerdem waren sich Kinderhausleitung und Gemeindrat einig, dass ein Verzicht auf den Bewegungsraum keinesfalls eine gute Lösung sei.
  • So geht es weiter: Im kommenden Kindergartenjahr kann man sich dank der vielen Schulanfänger noch ohne Einrichtung der neuen Gruppe behelfen, lautet das Ergebnis des Bedarfsplans. Weil allerdings ab 2020 auf jeden Fall weitere Betreuungsplätze benötigt werden und die voraussichtliche Nachfrage nicht gedeckt werden kann, gilt es für den Gemeinderat und die Verwaltung schon jetzt an einer Lösung zu arbeiten. Bereits vorhandene Nebenräume im Kinderhaus seien nicht für die Einrichtung einer weiteren Gruppe geeignet, weil Sprachraum, Werkraum und Experimentierzimmer von der Fläche her zu klein seien, erklärt Tobias Kammerer. Der Bewegungsraum wird als wichtig betrachtet und die Waldpädagogikhütte kann allenfalls als Ergänzung genutzt werden. Die Terrasse allerdings sei "architektonischer Luxus und verschenkter Raum", so gleich mehrere Gemeinderäte einhellig. Sie wird deshalb ganz oben auf der Liste möglicher Problemlösungen stehen. 515 Kindergartentage ist das Kinderhaus seit seiner Eröffnung am 5. September 2016 nun in Betrieb. Auch freut man sich in Mönchweiler über viele junge Familien, aber die bislang nur sporadisch vorgenommene Bedarfsplanung hat jetzt zu einer Misere geführt, die unbedingten Handlungsbedarf erfordert.