Ute und Klaus Ummenhofer aus Mönchweiler sind mit ihrem Wohnmobil Brummi auf dem Landweg unterwegs nach Australien. In loser Reihe begleitet der SÜDKURIER das Ehepaar auf seiner Tour.

Viele Kilometer haben die Mönchweiler mittlerweile in Indien absolviert. Rajasthan, der bevölkerungsreichste Bundesstaat empfängt die Reisenden mit Udaipur und dem dortigen Palast des Maharana. Die Stadt wurde im Jahr 1559 gegründet und ist in erster Linie für ihre prunkvollen Residenzen und die künstlich angelegten Seen bekannt. Allgemein überraschte Rajasthan das Ehepaar Ummenhofer mit gewaltigen Bauwerken, alten Festungen und Städten. Beispielhaft nennt Klaus Ummenhofer dafür Jaisalmer, Jodpur, Jaipur oder auch Bikaner.

Das Taj Mahal in Agra ist für Ute und Klaus Ummenhofer der absolute Höhepunkt ihrer Fahrt durch Indien. Im Licht des Sonnenaufgangs erstrahlt der Marmot in leuchtendem Weiß.
Das Taj Mahal in Agra ist für Ute und Klaus Ummenhofer der absolute Höhepunkt ihrer Fahrt durch Indien. Im Licht des Sonnenaufgangs erstrahlt der Marmot in leuchtendem Weiß.

Rajasthan ist auch die Heimat der indischen Reiseführer und so werden die Reisenden von einem von ihnen, Sumer, sogar in sein Heimatdorf eingeladen. "Bei unserer Ankunft war quasi das ganze Dorf auf den Beinen und empfing uns sehr freundlich", berichtet Klaus Ummenhofer. "Die Bewohner dort tragen noch die traditionelle Kleidung. Man kocht für uns, eine Ziege wird geschlachtet und wir erhalten einen guten Einblick in eine indische Familie und deren einfachen Lebensweise auf dem Land."

Auf der Weiterfahrt nach Jaipur bietet der Rattentempel von Deshnok eine besonders skurrile Erfahrung. Ungefähr 25 000 Ratten bevölkern den dortigen Tempel. Sie werden regelmäßig gefüttert. Da man die Anlage, wie alle aktiven Tempel in Indien, nur barfüßig betreten darf, braucht es schon etwas Wagemut und darf sich nicht vor Ratten ekeln. Sollte einem gar eine Ratte über den Fuß laufen, hat man das Glück für die Zukunft gepachtet, berichtet Klaus Ummenhofer.

Über Pushkar erreichen Ummenhofers schließlich Jaipur mit seiner riesigen, auf einem Felsen gelegenen Festungsanlage, eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Indiens. "Wir sind auf einem Elefanten zur Festung hinauf geritten", erzählt Ummenhofer.

Wirrwar auf den Straßen Indiens, dem Ute und Klaus Ummenhofer mit ihrem Wohnmobil so wie alle anderen Verkehrsteilnehmer nur beikommen, wenn die Hupe funktioniert. Bild: Klaus Ummenhofer.
Wirrwar auf den Straßen Indiens, dem Ute und Klaus Ummenhofer mit ihrem Wohnmobil so wie alle anderen Verkehrsteilnehmer nur beikommen, wenn die Hupe funktioniert. Bild: Klaus Ummenhofer.

Kurz vor Agra schieben sie noch den Ranthambore Nationalpark in ihre Tour und hoffen, dort einen bengalischen Tiger zu sehen, was zur großen Freude tatsächlich gelingt. Agra selbst ist und bleibt schließlich der absolute Höhepunkt der Reisenden auf der Indienroute. Hier besuchten sie das Taj Mahal, das Mausoleum der Lieblingsfrau von Shah Jahan "Mumtaz Mahal". Vollkommen aus weißem Marmor erbaut, erstrahlt das Gebäude bei ihrem Besuch in der Morgensonne besonders schön. Das Rote Fort in Jaipur, ebenfalls Weltkulturerbe, rundete den Besuch in Agra ab.

Nach Agra geht es in die Hauptstadt Dehli mit der Jama Masijd Moschee, sowie einer vor Leben überquellenden Altstadt. Nie hätten sie geglaubt, so Klaus Ummenhofer, dass für das Autofahren eine Hupe mindestens so wichtig ist wie der Motor. Dummerweise ging die eigens für Indien neu einbaute Hupe kaputt und Ummenhofers konnten nicht mehr weiterfahren, weil es ohne Hupe eben einfach nicht ging. So musste Ute Ummenhofer beispielsweise aussteigen, um ein Kalb von der Straße zu schieben, da es ohne Hupe nicht vom Fleck wich. Ein Hupenladen brachte die Lösung.

Nach Dehli sagen Ummenhofers Indien vorerst Ade. Sie reisen in Nepal ein. Von dort erzählen sie im nächsten Reisebericht.

Elf Monate unterwegs

Ende August 2017 brachen Ute und Klaus Ummenhofer in Mönchweiler auf, um mit ihrem Wohnmobil mit dem Spitznamen Brummi auf dem Landweg nach Australien zu reisen. Elf Monate lang werden sie voraussichtlich auf dem Weg nach Darwin unterwegs sein und dabei rund 45 000 Kilometer zurücklegen. (put)