Seit zehn Jahren kooperieren die Schule in Mönchweiler und die Nachsorgeklinik in Tannheim. Keine große Kooperation in der Außenwirkung, aber im Kleinen eine Zusammenarbeit, die positiv in vielfältige Richtungen wirkt.

  • Was tun die Schüler der Gemeinschaftsschule? Rund 120 Schüler haben sich in den vergangenen zehn Jahren an dem Projekt beteiligt, die Motivation ist ungebrochen. Im Schnitt machen sich jeweils sechs Schüler der siebten Klasse in Gruppen, die halbjährlich neu zusammen gestellt werden, einmal unter der Woche auf zur Nachsorgeklinik. Dort unterstützen die Schüler die Arbeit des Teams vom therapeutischen Reiten mit Leiter Arnold Seng. Darüber hinaus bringen sich die Schüler auch in ihrer Freizeit ein und helfen 14-tägig sonntags im Stall.
  • Was geschieht über die Mithilfe im Stall hinaus? Rektorin Susanne Meßmer, Konrektor Lothar Reiner, Lehrerin Angelika Mink und Karl Birbaum vom Freundeskreis der Schule konnten jetzt bei einem Besuch in Tannheim ein zusätzliches Geschenk überreichen. Schüler hatten sich an der Aktion "Mitmachen Ehrensache" beteiligt und dabei mit ihrer Arbeit 237 Euro eingenommen. Man entschloss sich, mit dem Geld die wichtige Arbeit des therapeutischen Reitens zu unterstützen.
  • Was hat Esel Moritz damit zu tun? Esel Moritz ist der neueste Bewohner des Therapiestalls und der große Star bei allen Kindern.
    Das Geld aus der Schüleraktion hilft bei den Anschaffungskosten.
  • Wie beurteilen Nachsorgeklinik und Schule die Kooperation? Sowohl von Seiten der Nachsorgeklinik Tannheim als auch durch die Gemeinschaftsschule in Mönchweiler wird das sehr erfolgreiche Zusammenwirken gelobt. Nachsorgeklinik und Schule sind sich einig: Sie wollen auch in Zukunft gemeinsam weitermachen. Arnold Seng, Reittherapeut in Tannheim, begleitet die Kooperation und ist mit den Mönchweiler Schülern sehr zufrieden: "Die Schüler sind hochverantwortlich und sehr sorgsam im Umgang mit den Kindern und den Tieren". Für ihn ist die Kooperation ein absolutes Erfolgsprojekt, auch wenn sie, das gesteht er offen, mit Mehrarbeit verbunden ist.
  • Wie profitieren die Mönchweiler Schüler? Zwar fehlt den Schülern wöchentlich ein Unterrichtstag, doch dieser lässt sich im Ganztagesbetrieb der Schule recht problemlos aufholen. Viel wichtiger sei dass, was die Schüler in Tannheim neben dem Unterricht lernen. Hier, so Susanne Meßmer, lernten Kinder "die wirklich wichtigen Dinge des Lebens" kennen. Der Umgang mit den kranken oder genesenden Kindern schärfe das Gefühl für soziales Miteinander und beeinflusse die Kinder nachhaltig. Außerdem, so die Rektorin weiter, lernten die Kinder ihre eigenen Stärken kennen und erfahren Wertschätzung für ihre Arbeit. Sie erleben, so weiß Susanne Meßmer, dass ihr Verhalten unmittelbaren Einfluss auf Mensch und Tier hat.
  • Wie finanziert sich das Projekt? Die Arbeit wird durch einen Projektvertrag "Gesunde helfen Kranken" zwischen der Stiftung Kinderland und dem Projektträger "Deutsche Kinderkrebsnachsorge – Stiftung für das chronisch kranke Kind" finanziert. Deren Stiftungsvorsitzender und gleichzeitig Geschäftsführer der Nachsorgeklinik, Roland Wehrle, freut sich, dass die Kooperation nach vielen Jahren noch mit so einem großen Engagement geführt werde. Er betont: "Uns sind die Verbindung zur Region und die sozialen Kontakte für unsere kleinen Patienten immer wichtig."