Wenn Herbert Blümel zu den Skatkarten greift, ist ihm, so sagt er, das Gewinnen gar nicht unbedingt wichtig. Er spielt Skat,um Spaß zu haben und auch, um geistig agil zu bleiben. Dass ihm zumindest das Letztere gelingt, bleibt dem Gesprächspartner nicht verborgen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mit seinen 92 Jahren macht Herbert Blümel gewiss noch manchem Jüngeren etwas vor. Das bekommen auch immer wieder die Skatfreunde in Mönchweiler zu spüren. Die Teilnahme an ihren Treffen lässt sich Herbert Blümel nicht nehmen. Alle 14 Tage sitzt er im Löwencafé mit am Tisch, wenn dort die Skatkarten ausgegeben werden.

Als 15-Jähriger fing alles an

Skat habe er schon in der Jugend gelernt, erzählt Herbert Blümel. Aufgewachsen im Niederschlesischen Glogau galt es, sich dort als Jugendlicher auch gelegentlich die Zeit zu vertreiben. Damals als 15-Jähriger habe er sich gemeinsam mit anderen Jungs immer wieder in einer Luftschutzalarmierungsstelle bei einem älteren, kriegsbeschädigten Soldaten getroffen, der viel Spannendes zu erzählen wusste. Er brachte den Jungs das Skatspiel bei, das Herbert Blümel bis ins hohe Alter begleiten sollte.

Das könnte Sie auch interessieren

"Man muss verlieren lernen"

Bereits damals habe es ihn schlicht fasziniert, möglichst viele Punkte zu erspielen. Er habe das Skatspiel immer sportlich gesehen und nicht des Zockens oder gar des Geldes wegen zu den Karten gegriffen, betont er. "Ich wollte einfach nie verlieren", sagt Herbert Blümel und fügt an: "Man muss beim Skat aber auch lernen, zu verlieren und akzeptieren, wenn es einmal nicht läuft."

Die ganze Familie spielt

Später konnte er auch seine Familie vom Skat begeistern. Auch seine Frau griff gerne zu den Karten. An langen Abenden, früher im Skiurlaub am Arlberg, habe er seinen Kindern das Skatspielen beigebracht, erinnert er sich. Wenn sich demnächst die Familie anlässlich der Konfirmation eines Enkels in Köln zusammenfindet, ist sich Herbert Blümel bereits jetzt sicher: "Auch dann werden wir dort irgendwann zu den Karten greifen."

Das könnte Sie auch interessieren

Früher habe er sich regelmäßig mit Freunden zum Skat verabredet, berichtet Herbert Blümel. Allerdings seien ihm diese, dem hohen Alter geschuldet, über die Jahre verloren gegangen. Vor etwa fünf Jahren sei er dann über einen Zeitungsartikel auf den Skatclub in Mönchweiler aufmerksam geworden. Dort habe man damals wie auch heute Mitspieler gesucht. Herbert Blümel fühlte sich angesprochen und stieß hinzu.

Alle 14 Tage wird angesagt

Heute gehört er zu den regelmäßigen Besuchern der 14-tägig stattfindenden Skatabende. Pünktlich um 19 Uhr trifft man sich dann gemeinsam mit 20 bis 25 anderen Freunden dieses Kartenspiels im Löwencafé. Dann werden die Spielpartner für den jeweiligen Abend ausgelost. Der Jüngste dürfte bei den Skatabenden so um die 35 sein, schätzt Herbert Blümel. Die meisten Spieler seien allerdings bereits im Rentenalter. Gerade diese Mischung mache es für ihn interessant, denn geistige Fitness ist beim Skatspiel auf jeden Fall gefordert.

Auch Fehler werden mal verziehen

"Man muss voll dabei sein. Zwischen Tür und Angel geht nichts. Merkfähigkeit ist gefragt, wenn man wissen muss, was der Mitspieler bereits abgelegt hat. Kombinationsfähigkeit braucht es, um sich auszurechnen, was er noch auf der Hand hat", beschreibt Herbert Blümel die Herausforderung, die er sucht. Bei den Skatfreunden in Mönchweiler gefalle ihm außerdem, dass einem auch mal Fehler verziehen werden. Zwar nehme man das Spiel natürlich Ernst, aber auch Freundlichkeit und Kameradschaft würden groß geschrieben, freut sich Herbert Blümel.