Die Gemeinde Mönchweiler baut auf eine Wasserversorgung aus eigenen Brunnen und Quellen. Das soll auch in Zukunft so bleiben. Damit die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser nachhaltig gewährleistet ist, möchte die Gemeinde zusammen mit den Stadtwerken Villingen-Schwenningen, die seit 1998 mit der Betriebsführung des Wassernetzes beauftragt sind, eine Erneuerungsstrategie für das Wassernetz erarbeiten.

  • Quellen und Tiefbrunnen: Für die Versorgung mit Frischwasser stehen der Gemeinde Mönchweiler zwei Tiefbrunnen und eine Quelle zu Verfügung. Die Brunnen "Im Bohl" sowie "Wolfsgrube" liegen im Bereich des Wolfsteichs beziehungsweise der Landstraße nach Obereschach. Die Stehlequelle befindet sich im Bereich Stockburg. Von diesen zwei Brunnen und der Quelle führen Förderleitungen zum Wasserhochbehälter im Gewerbegebiet Egert. Dort wird das Wasser aufbereitet und anschließend in die Trinkwasserversorgung in Mönchweiler eingespeist. Eine weitere Quelle ist im Bereich Ellenwinkel gefasst. Sie allerdings wurde vor Jahren stillgelegt, weil die Werte des Wassers nicht den Anforderungen für Trinkwasser entsprachen.
  • Netzzustand: Die Gesamtlänge der Versorgungsleitungen – ohne die Hausanschlüsse – beträgt in Mönchweiler rund 33 Kilometer. Für die Löschwasserversorgung stehen 143 Hydranten zur Verfügung. Über 60 Prozent der Versorgungsleitungen in Mönchweiler bestehen aus Grauguss oder duktilem Druckguss der ersten Generation. Er hat keinen Korrosionsschutz und neigt deshalb zu Lochfraß. Bei Leitungen dieses Werkstoffs ist deshalb hoher Sanierungsbedarf vorhanden. Immer wieder muss deshalb beispielsweise die Herdstraße aufgegraben werden. Die Leitungen aus Grauguss wurden vor 1960 verlegt. Bedingt durch Bodenbewegungen, Setzungen oder Frosteinwirkung kommt es bei diesem Material oft zu Rohrbrüchen. Schlechte Rohrbettung, also in der Regel Fehler beim Verlegen, machen es erforderlich, dass auch Leitungen aus den modernen Werkstoffen Schäden aufweisen. Eine solche Problemstelle gibt es beispielsweise in der Goethestraße.
  • Sanierungsvorschlag der Stadtwerke: Der Zustand der Wasserleitungen in Mönchweiler sei kein Grund zur Panik, aber man dürfen die Augen nicht verschließen und müsse eine Sanierungsstrategie entwickeln, empfiehlt Klaus Gaßmann von den Stadtwerken. Im Idealfall sollten die Leitungserneuerungen mit anderen Baumaßnahmen wie Kanal- und Straßenbau koordiniert werden, um Synergien zu erzeugen. Zunächst sollte der Fokus auf Schadensschwerpunkten liegen. Pro Jahr sollten mindestens 330 bis 660 Meter Leitung saniert werden.
  • Stehlequelle: Die Stehlequelle ist ein absolut notwendiger Bestandteil der Wasserversorgung in Mönchweiler. Ihre Ausschüttung ist wesentlich höher als benötigt. Weil deshalb eine Bilanzierung der Ausschüttungsmenge nicht erforderlich ist, weiß man nicht, ob die beiden 2,4 Kilometer langen Quellleitungen, die von ihr zum Hochbehälter laufen, noch dicht sind. Sie wurden 1899 beziehungsweise 1935 gebaut. Die Stadtwerke empfehlen deshalb, die Quellleitungen mittelfristig aus Kapazitätsgründen und aufgrund des Alters zu sanieren.
  • Wasserbilanz: Die geförderte Wassermenge liegt in Mönchweiler derzeit bei knapp 190 000 Kubikmetern pro Jahr. Ab dem Hochbehälter gehen aktuell rund 30 Prozent des eingespeisten Wassers verloren. Auch wenn die Quellen und Tiefbrunnen wesentlich mehr Wasser fördern, als in Mönchweiler gebraucht wird, sind diese Zahlen nicht zufriedenstellend. Sanierungsmaßnahmen werden deshalb angestrebt. Zudem möchte man ein schon lange bekanntes Satzungsproblem angehen: Die Hausanschlüsse sind in Mönchweiler im Eigentum der Hauseigentümer. Viele dieser Anschlüsse seien undicht. Die Appelle an die Hauseigentümer, dagegen etwas zu tun, blieben allerdings meist erfolglos.
  • Wasserwerk: Die Aufbereitung des Trinkwassers erfolgt im Mönchweilers Gemeindeigenem Wasserwerk, das 2001 vollständig saniert wurde. Die Wasseraufbereitung erfolgt durch Ozonierung, Einsatz eines Mehrschichtfilters, Entsäuerung und Chlorung. Auch beim Wasserwerk gibt es etwas zu tun. Hier empfiehlt Martin Hauger von den Stadtwerken eine Erneuerung des Notstromaggregats, das bei der jüngsten Sanierung aus dem Altbestand übernommen wurde. Zudem sollte die Holzfassade an einigen Stellen überarbeitet und die Beleuchtung in den Wasserkammern eventuell auf LED umgestellt werden.