Für das insolvente Garten- und Landschaftsbauunternehmen Kopp und Grimm in Mönchweiler ist ein Investor gefunden. Wie die Stadtwerke Villingen-Schwenningen in einer Pressemitteilung bekannt gaben, wird sie das Unternehmen aus Mönchweiler zum 1. März übernehmen. Gute Nachrichten auch für die Mitarbeiter von Kopp und Grimm. Sie sollen weiterbeschäftigt werden.

"Der Geschäftsbetrieb des Garten- und Landschaftsbauunternehmens wird ab März als eigenständige GmbH unter dem Namen SVS-Bau GmbH weitergeführt", erklärt Ulrich Köngeter, Geschäftsführer der Stadtwerke Villingen-Schwenningen und zukünftiger Geschäftsführer der SVS-Bau. Er versichert, dass 16 Mitarbeiter weiterbeschäftigt und ein Teil der Arbeitsgeräte übernommen werden. Auch am Betriebssitz in Mönchweiler solle sich vorerst nichts ändern. Die Belegschaft sei bereits am vergangenen Freitagmorgen vom bisherigen Geschäftsführer Jörn Grimm, dem vorläufigen Insolvenzverwalter Thorsten Schleich und Ulrich Köngeter von der Übernahme informiert worden.

Der übernommene Betrieb soll zukünftig Tiefbaumaßnahmen für die Stadtwerke übernehmen, heißt es vonseiten der SVS. "Die SVS-Bau GmbH wird in Zukunft einen Teil der Tiefbauarbeiten wie etwa Hausanschlussverlegungen für die SVS ausführen", wird Ulrich Köngeter zitiert. In den vergangenen Jahren habe der Energieversorger mit einer geringen Resonanz bei Ausschreibung für solche Arbeiten zu kämpfen gehabt. Zuletzt seien die Baumaßnahmen zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit bei Strom, Gas und Wasser gefährdet gewesen. Kopp und Grimm sei für die Stadtwerke in diesem Bereich einsetzbar und nach einer Weiterqualifizierung des Personals könne die SVS die Grundlast, die über das Jahr hinweg notwendig ist, abdecken.

Des Weiteren werde die SVS-Bau für die Pflege von Grünflächen an Wasserhochbehältern, Pumpstationen und Gasübergabestationen eingesetzt, sagt SVS-Geschäftsführer Ulrich Köngeter. "Die Landschaftsgärtner von Kopp und Grimm sind bestens qualifiziert, künftig diese Grünpflegearbeiten zu erledigen." Die SVS-Bau werde ausschließlich für die Stadtwerke und städtische Tochtergesellschaften wie beispielsweise der Wohnungsbaugesellschaft tätig werden.

Für Mönchweilers Bürgermeister Rudolf Fluck kam die Nachricht überraschend. Er wusste vor der Anfrage des SÜDKURIER nichts über die anstehende Übernahme von Kopp und Grimm durch die Stadtwerke. Als Gemeinde habe man durchaus Interesse an dem Grundstück des insolventen Unternehmens gehabt, sagt er. Ein weitere Betrieb sei aber hinsichtlich des Vorhandenseins des Bauhofs eher schwierig gewesen. "Natürlich begrüßen wir, dass es bei Kopp und Grimm in irgendeiner Form weitergeht."

Freudig kommentiert ebenfalls der vorläufige Insolvenzverwalter Thorsten Schleich die Übernahme. "Ich freue mich, dass wir für das Garten- und Landschaftsbauunternehmen Kopp und Grimm im Rahmen des Insolvenzverfahrens eine gute Lösung gefunden haben", sagt er. Auch der bisherige Geschäftsführer Jörn Grimm zeigt sich erleichtert: "Ich bin froh, dass es mit der Übernahme durch die Stadtwerke Villingen-Schwenningen nun für meine Mitarbeiter und das Unternehmen eine Zukunft gibt, wenngleich umfirmiert und in anderer Funktion."

Wie viel Geld die Stadtwerke Villingen-Schwenningen in das insolvente Garten- und Landschaftsbauunternehmen investieren, darüber werden keine Angaben gemacht. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, heißt es seitens der Stadtwerke.

Kopp und Grimm

Das Garten- und Landschaftsbauunternehmen Kopp und Grimm in Mönchweiler wurde im Jahr 1965 gegründet. Im Januar 2018 stellte das Unternehmen den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Grund für die finanzielle Schieflage waren laut damaligem Geschäftsführer Jörn Grimm ausstehende Zahlungen von Kunden, was besonders in den Wintermonaten problematisch sei.. Bei der Auftragslage habe es hingegen keine Probleme gegeben und das Unternehmen sei nicht überschuldet gewesen. (tol)