Der katholische Pfarrsaal in Mönchweiler soll zu einem Bürgerzentrum werden. In der Sitzung des Gemeinderates am Dienstagabend stellte Architekt Friedhelm Müller vom Blumberger Ingenieurbüro Schweizer seine Entwurfsplanung vor. Enge Vorgaben macht dabei der Denkmalschutz. Anfang 2011 wurde die Kirche als ein „Gesamtkunstwerk der 1960er und frühen 1970er Jahre“ unter Denkmalschutz gestellt. Müller berichtete jetzt, die Denkmalschutzbehörde mache die Auflage, den Anbau des Pfarrsaals grundsätzlich zu erhalten.

Auf dieser Grundlage erarbeitete der Architekt einen Plan, der vorsieht, den Saal in seiner bisherigen Größe zu belassen. Der Eingang soll über einen Anbau im Westen erfolgen. Dort soll nach dem Entwurf auch ein neues Foyer mit Küchenzeile untergebracht werden. Außerdem sieht der Entwurf im Erdgeschoss des Anbaus ein Bürgerbüro vor. Der Zugang zum Saal soll über einen verglasten Gang im Norden des Gebäudes erfolgen. Das derzeitige Foyer wird als Stuhllager genutzt. Über ein Treppenhaus mit Aufzug im neuen Anbau sollen die Besucher die Toilettenanlagen im Untergeschoss erreichen. Von dort erfolgt auch der Zugang zu den alten Kellerräumen, die für Heizung, Lager und einen Archivraum der Gemeinde verwendet werden. Weiter verwendet wird nach dem Entwurf, entsprechend einer Bitte der Pfarrgemeinde, der Jugendraum im Untergeschoss.

In der an die Vorstellung des Entwurfs anschließenden Diskussion des Gemeinderats wurden verschiedene Standpunkte deutlich. So sehen es Renate Heppe-Debus, Sabine Roth und Pascal Polaczek als wichtig an, dass der Saal unterteilt und damit von mehreren Gruppen parallel genutzt werden kann. Willy Storz ist „die Planung zu groß und am Ziel vorbei“. Er möchte „auf keinen Fall eine zweite Alemannenhalle“ entstehen lassen. Auch Thorsten Wenner „ist die Planung zu groß“. Peter Kaiser sieht den Bedarf für ein Bürgerzentrum in der Größe des Pfarrsaals „durchaus als gegeben“. Das Projekt müsse aber im wirtschaftlichen Rahmen bleiben. Pascal Polaczek regt an zu überlegen, ob das Bürgerbüro tatsächlich hier untergebracht werden müsse. Eventuell gebe es eine Alternative in der Gemeinde. Dann könne vermutlich auch auf die teure Unterkellerung des Anbaus verzichtet werden und die Toilettenanlagen könnten im Erdgeschoss gebaut werden. Denkbar sei, das Bürgerbüro im Zuge der Rathaussanierung dort unterzubringen. Auf der Grundlage dieser Diskussion wird Architekt Friedhelm Müller dem Gemeinderat eine zweite Entwurfsplanung vorlegen.

Der Pfarrsaal ist von der katholischen Pfarrgemeinde an die Gemeinde Mönchweiler verkauft worden. Doch noch gibt es etliche Fragezeichen. Es ist zu klären, was genau im Bürgerzentrum untergebracht werden soll und nicht zuletzt, wie die finanziellen Ausgaben im Rahmen gehalten werden können. Eine Kostenschätzung gebe es allerdings noch nicht. Erst wenn der Bedarf festgelegt ist und darauf basierend eine weitere Entwurfsplanung vorliegt, wird eine Schätzung erfolgen.

Ebenfalls Planungsbedarf gibt es beim Brandschutz. Durch den Verkauf des Pfarrsaals führt die Grundstücksgrenze nun entlang der Kirchenwand durch das bestehende Gebäude. Aufgrund der verschiedenen Nutzungen durch Jugendraum im Untergeschoss, Versammlungsstätte im Erdgeschoss und eine gemeinsame Gebäudetrennwand zur Kirche soll ein Ingenieur eine entsprechende Untersuchung vornehmen.

Das fordert der Denkmalschutz:

Neben dem Hauptgebäude der Heilig-Geist-Kirche steht auch der angrenzende Pfarrsaal unter Denkmalschutz. Die Kirche sei ein „Gesamtkunstwerk der 1960er und frühen 1970er Jahre“. Die Gemeinde Mönchweiler muss bei der Umgestaltung des Pfarrsaals deshalb verschiedene Punkte beachten. Die konkreten Auflagen des Denkmalschutzes:

  • Größe des Gebäudes: Der Anbau an die Kirche, in dem der Pfarrsaal untergebracht ist, muss grundsätzlich erhalten bleiben. Der Saal soll deshalb laut den aktuellen Plänen seine bisherige Größe beibehalten.
  • Das Aussehen: Eine Erweiterung des Pfarrsaals muss als solche optisch erkennbar sein. Sie darf optisch nicht mit dem jetzigen Saalanbau verschmelzen.
  • Wo erweitert werden darf: Eine Erweiterung muss möglichst im Westen und Nordwesten des Grundstücks erfolgen. Diese Auflage wurde gemacht, damit das Gesamtkunstwerk erkennbar bleibt.
  • Bedingungen für eine Erweiterung: Wenn die Erweiterung auch in nördlicher Richtung erfolgt, muss laut Denkmalschutzbehörde die jetzige Fassade des Pfarrsaals durch eine Glaswand von außen sichtbar bleiben.
  • Das Dach: Die Dachform des Saal-anbaus muss als Flachdach erhalten bleiben, damit der Anbau neben der Kirche optisch im Hintergrund bleibt. Allenfalls wäre eine minimale Anhebung des Daches zulässig, so die Behörde.