Erschöpft, aber zufrieden zeigt sich Schwarzwaldfest-Organisator Gerhard Ruby nach dem Blasmusikwochenende in Mönchweiler. "Das war musikalisch allererste Sahne. Da gab es nichts mehr zu toppen", stellt der erfahrene Blasmusiker fest. Der Musikverein Mönchweiler habe die Großveranstaltung mit Bravour gestemmt.

  • Schwarzwaldfest: "Die sind drei Tage lang gelaufen wie ein Schweizer Uhrwerk", lobt Gerhard Ruby die Musiker. Das Einzige, das nicht wirklich stimmte, waren die Besucherzahlen. "Es wäre natürlich schön gewesen, wenn mehr gekommen wären, aber das Minimalziel wurde erreicht", stellt Ruby fest. Ein Blasmusikfestival am Markt zu einer festen Größe zu machen, benötige einfach drei Jahre. Wichtig sei, dass die Marke "Schwarzwaldfest der Blasmusik" in der Szene angekommen sei.
  • Was möglich ist: "Wir haben auf Facebook jede Woche 18 000 Besucher aus ganz Deutschland, Österreich, der Schweiz und dem Elsaß", hat der Organisator ermittelt. Das Ziel sei, im dritten Jahr in die Gewinnzone zu kommen. Dass Mönchweiler als Veranstaltungsort nicht optimal sei, war Ruby von vornherein klar. Natürlich gehöre die Veranstaltung nach Villingen oder Schwenningen. Er habe aber den Musikverein Mönchweiler damit unterstützen wollen und den Musikern gleichzeitig zeigen wollen, was im Bereich der Blasmusik möglich ist, meint Gerhard Ruby, der seit einem Jahr selbst wieder bei den Mönchweilern Tenorhorn spielt. Der Erlös aus der Bewirtung geht komplett an den Verein.
  • Konzeptionsfehler: "Auch die Gemeinde mit Flügelhornist Rudolf Fluck an der Spitze hat uns geholfen, wo es ging. Da bin ich sehr dankbar, genauso wie den vielen Mönchweiler Bürgern, die wirklich treu alle drei Tage in die Alemannenhalle gekommen sind und für eine Super-Stimmung gesorgt haben. Vom Publikum waren alle drei Kapellen begeistert", sagt Gerhard Ruby. Dass doch etliche Plätze an jedem der drei Tage leer waren, nimmt er auf sich: "Das war ein Konzeptionsfehler. Die drei Tage in der Halle waren zu viel. Ich habe mich da vom Gedanken verführen lassen, ein kleines Hallen-Woodstock zu etablieren. Dieser Geburtsfehler geht auf mein Konto", zeigt er sich selbstkritisch. Hinzu kamen zahlreiche konkurrierende Veranstaltungen in der Region.
  • Zukunftspläne: Mittelfristig gehe der Plan eigentlich dahin, die freche, neue Blasmusik der jungen Wilden zu präsentieren. "Aber ich dachte mir, es sei klug, mit traditionellen Formationen zu beginnen und nur mit EBB eine Band der neuen Generation zu bringen. Die waren die Entdeckung des Wochenendes. Sie spielen das Programm der Zukunft. Ein Teil traditionell, der andere groovig, modern, frech. EBB wird auf jeden Fall 2019 wiederkommen", kündigt Gerhard Ruby an. Die 16 Musiker aus der Steiermark übernachteten sogar bei Ruby in Villingen. Er erzählt: "Wir haben die ganze Nacht gefachsimpelt, uns ausgetauscht und 60 Schinkeneier, Steaks und auch einige Dosen Bier verdrückt." Das sei eine ganz feine Truppe mit Kontakten zu exzellenten jungen Kapellen in Österreich.
  • Das kommende Jahr: Das werden Musikakademieleiter Gerhard Wolf, der Ruby beratend zur Seite steht, und er selber für 2019 nutzen, verrät Ruby. Es laufen schon Verhandlungen mit den Kleinen Egerländern aus Deutschland, Tufaranka aus Mähren, den Schwindligen 15 aus dem Allgäu und der Kleinen Dorfmusik aus dem Burgenland. Geplant sei eine Tagesveranstaltung mit wahrscheinlich vier oder mehr Kapellen. Die Goldene Lunge wird ebenfalls im Programm bleiben. "Gerhard Wolf und ich werden in den nächsten Wochen alles kritisch analysieren und es 2019 noch besser machen. Es stimmte 2018 schon fast alles. Darauf lässt sich aufbauen. "Jetzt wird wieder Erbrecht gemacht", lacht Ruby. Er müsse bis 15. Mai sein Buch zum Landwirtschaftserbrecht fertig haben. Das sei die letzten Wochen liegen geblieben.