Es tut sich etwas in der Goethestraße. Auf dem seit längerer Zeit brach liegenden Gelände des ehemaligen kommunalen Kindergartens Villa Kunterbunt haben nun die Abrissarbeiten begonnen. Wo einst Kinder gespielt haben und betreut wurden, soll nun zusätzliche Baufläche für mehrere Einfamilien- und Doppelhäuser geschaffen werden.

Der kommunale Kindergarten wurde 2016 mit dem evangelischen Kindergarten Regenbogen im dann neu errichteten Kinderhaus zusammengelegt. Seitdem bestand die Frage, was mit dem Gelände in der Goethestraße passieren soll. Schnell war die Idee geboren, das Gelände mit einer Größe von rund 3800 Quadratmetern für Wohnbebauung zu nutzen, da die Nachfrage nach entsprechenden Bauflächen nicht abgedeckt werden konnte. Ein Fachbüro stellte daraufhin im Gemeinderat mehrere Varianten vor, aus denen das Gremium eine Variante mit jeweils vier Einfamilienhäusern und Doppelhäusern auswählte. Eine Planungsgesellschaft wurde zudem damit beauftragt, den Bebauungsplan aufzustellen.

Die ersten Vorarbeiten auf dem Areal fanden im vergangenen Februar statt, als mit der Fällung der Bäume begonnen wurde. Danach gerieten die Arbeiten ins Stocken, bis das Thema im April erneut im Gemeinderat diskutiert und Sorgen von Anliegern angesprochen wurden, die eine zu dichte Bebauung befürchteten. Der gesetzlich vorgeschriebene Grenzabstand von 0,4 mal der Wandhöhe müsse auch auf diesem Gelände eingehalten werden, beruhigte damals Thomas Langer von der mit der Planung beauftragten Gesellschaft Bresch, Henne und Mühlinghaus. Auch dürfen nur 40 Prozent der Grundstücksfläche bebaut und versiegelt werden. Auch was die Gebäudehöhe angeht, gebe es klare Vorgaben. Es sollen höchstens zehn Metern bei den Doppelhäusern im nördlichen Teil des Plans und höchstens acht Metern bei den Einfamilienhäusern im südlichen Teil erlaubt sein, damit sich die neuen Gebäude in das vorhandene Bild einfügen.

Derweil wird der Platz im erst wenige Monate alten Kinderhaus eng. In fünf Gruppen können bis zu 98 Kinder betreut werden. Im Gemeinderat vorgestellte Prognosen sehen voraus, dass nach den Sommerferien mehr Anmeldungen da sein werden, als es freie Plätze gibt. Im Zugzwang sah sich das Gremium dennoch nicht. Den Vorschlag der Verwaltung und der Kinderhausleitung, eine sechste Gruppe einzurichten, lehnte es hinsichtlich der zusätzlichen Personalkosten ab. Es sollte erst abgewartet werden, ob die Prognosen tatsächlich der Realität entsprechen und dann kurzfristig reagiert werden, lautete die Argumentation.