Interesse an der Entwicklung der Gemeinde Mönchweiler und an den Zukunftsvisionen des Gastredners Jörg Heynkes zeigten am Freitagabend rund 150 Zuhörer beim Neujahrsempfang Mönchweilers in der Alemannenhalle.

Musikalisch ummalt durch den Musikverein bot der erstmals mit dem Auftritt eines Gastredners stattfindende Empfang für die Gäste vielfältige und interessante Informationen. Das neue Konzept erfuhr im Anschluss an den offiziellen Teil so auch viel Lob und Zustimmung. Auch künftig möchte die Gemeinde Mönchweiler beim Neujahrsempfang Redner aus verschiedenen Bereichen von Politik und Gesellschaft zu Wort kommen lassen.

  • Umsetzung des Leitbilds der Gemeinde: Im sei es wichtig, am Leitbild einer familienfreundlichen Kommune mit guten Möglichkeiten zum Wohnen und Leben für alle Generationen in der Gemeinde Mönchweiler festzuhalten sowie dieses weiter zu entwickeln, betonte Bürgermeister Rudolf Fluck zu Beginn seiner Neujahrsansprache. Darauf seien die strategischen Ziele und Investitionen für die kommenden Jahre ausgerichtet. "Die guten Voraussetzungen in unserem Land" müssten genutzt werden und Investitionen müssten "jetzt angegangen werden, wo Fördertöpfe eine erhebliche Co-Finanzierung sichern und ein erheblicher Bedarf an wohnbaulicher und gewerblicher Entwicklung" bestehe, sagte der Bürgermeister weiter.
  • Umfangreichster Haushalt der Geschichte: Der Haushalt der Gemeinde Mönchweiler für das laufende Jahr habe mit rund 13,2 Millionen Euro das größte bisher da gewesene Volumen. Dennoch sei er sich sicher, so Rodulf Fluck, dass man trotz aller Aufgabenfülle, die geplanten Projekte umsetzen könne. Große Planungen gebe es für das Bürgerzentrum, die Sanierung des Rathauses und die Erweiterung der Gemeinschaftsschule. Folgekosten der anstehenden Investitionen werde man im Auge behalten, um nötigenfalls reagieren zu können. Mit 2,4 Millionen Euro sind die Personalkosten der größte Ausgabenblock im Verwaltungshaushalt. Die Erhöhung um rund 130 000 Euro sei auf tarifliche Steigerungen bei den Beschäftigten zurück zu führen.
     
  • Herzenssache Generationenpolitik: Das Projekt der qualitativ hochwertigen, bezahlbaren und nachhaltigen Nachbarschaftshilfe liege ihm besonders am Herzen, betonte Rudolf Fluck. Daher ziele die Generationenpolitik Mönchweilers darauf ab, allen in der Gemeinde lebenden Menschen eine möglichst hohe Teilhabe und Lebensqualität zu bieten. Die immer älter werdende Bevölkerung werde die Gemeinden zu völlig neuen Aufgaben der Daseinsvorsorge zwingen. Damit verbunden sei ein zunehmender Bedarf an Unterstützung und Betreuung, dem man unter anderem mit Nachbarschaftshilfe und Mobilitätskonzept gerecht werden wolle. Um die ärztliche Versorgung vor Ort zu gewährleisten, sei zudem ein medizinisches Versorgungszentrum denkbar. Entsprechende Gespräche mit interessierten Ärzten und Investoren werde man führen.
Bürgermeister Rudolf Fluck spricht in seiner Neujahrsansprache von den Aufgaben, welche die Gemeinde Mönchweiler in diesem Jahr zu bewältigen hat.
Bürgermeister Rudolf Fluck spricht in seiner Neujahrsansprache von den Aufgaben, welche die Gemeinde Mönchweiler in diesem Jahr zu bewältigen hat. Bild: Cornelia Putschbach
  • Bebauungsplan Sondergebiet Abfallentsorgung: Der Bebauungsplan Sondergebiet Abfallentsorgung werde nach der Entscheidung des Verwaltungsgerichts auch in Zukunft ein beherrschendes Thema in der Gemeinde sein, ist sich der Bürgermeister bewusst. Aufbauend auf dem Gerüst des aufgehobenen Bebauungsplans werde nach den Maßgaben des Verwaltungsgerichts ein neuer Bebauungsplan Sondergebiet Abfallentsorgung aufgestellt. Dabei werde man sich an die rechtlichen Vorgaben halten, "auch wenn große Bedenken bestehen" und es schwerfalle, das nötige Vertrauen und Verständnis aufzubringen. Schutz und Sicherheit der Bevölkerung sei hierbei absolute Priorität einzuräumen. Wie in seinem Jahresabschlussinterview mit dem SÜDKURIER hielt Bürgermeister Fluck auch jetzt an seinem Bedauern fest, zum Austausch von Argumenten mit dem betroffenen Entsorgungsbetrieb sei es wegen dessen Nichteinhaltung von Terminabsprachen bislang nicht gekommen. "Ich halte solch einen Umgang für nicht vertrauensbildend und es bedarf dann auch keiner Belehrung", stellte der Bürgermeister seinen Standpunkt klar.
  • Die große digitale Transformation: Einen interessanten und mit viel Beifall bedachten Blick in die Welt von übermorgen warf anschließend Gastredner Jörg Heynkes. Er zeichnete für die Zuhörer ein Bild der in seinen Augen wahrscheinlichen Veränderungen, die unsere Welt erfahren wird. Er berichtete unter anderem von der Produktion echten Fleisches ohne die Schlachtung von Tieren, davon, wie Pflanzen ohne Erdboden wachsen können und von Fahrzeugen, die auf Grundlage künstlicher Intelligenz ganz ohne Fahrer und ohne vergeudete Ressourcen des Individualverkehrs unterwegs sein werden. Gleichzeitig fragte er, wann die intelligente Energiewende zu schaffen sei, in deren Folge die Gelder für den Energieverbrauch nicht mehr "an die Verbrecher der Ölförderstaaten fließen", sondern im eigenen Land bleiben. Für all diese Veränderungen kalkuliert Jörg Heynkes einen Zeitraum von zehn bis 15 Jahren. Es sei für die Menschen wichtig, betonte er, mit Mut und Engagement zu "Zukunftsmachern" zu werden. Zu Menschen zu werden, die das Privileg "am richtigen Ort zur richtigen Zeit geboren worden zu sein" nutzen, "um die Verantwortung für die Gestaltung einer guten Zukunft zu übernehmen".
  • Möglichkeit zum Austausch: Gesprächsthemen hatten die Besucher des Neujahrsempfangs der Gemeinde Mönchweiler beim anschließenden Stehempfang viele. Seien es die Zukunftsperspektiven, die Jörg Heynkes zuvor aufgezeigt hatte, oder seien es die Projekte, von denen Bürgermeister Rudolf Fluck in seiner Neujahrsansprache berichtete – bei Getränken und kleinem Imbiss auf Kosten der Gemeinde verweilten die Besucher an diesem Abend gerne noch eine ganze Weile in der Alemannenhalle.
Im Anschluss an den offiziellen Teil des Neujahrsempfangs signiert Gastredner und selbsternannter "Zukunftsmacher" Jörg Heynkes Bücher für die Zuhörer.
Im Anschluss an den offiziellen Teil des Neujahrsempfangs signiert Gastredner und selbsternannter "Zukunftsmacher" Jörg Heynkes Bücher für die Zuhörer. Bild: Cornelia Putschbach