In gemütlicher Runde trafen sich Mitglieder und Gäste beim Schwarzwaldverein Mönchweiler zu einem besonderen Nachmittag. „Mir schwätzed Minkwielermerisch“ lautete der Titel des Mundarthocks, und dieser wurde auch lebhaft umgesetzt. Noch bevor Dietmar Eberhard den Nachmittag eröffnen konnte, war klar, dass Hochdeutsch in dieser Runde allenfalls zur Erklärung alter, mittlerweile fast unbekannter Begriffe der örtlichen, alemannischen Mundart herangezogen würde.

Gsälz ist Mues

Minkwielermerisch, also die Mönchweiler Mundart, hat ihre Eigenarten. So stellte die Runde bald fest, dass das Villinger Gsälz, also Marmelade, in der kleineren Nachbargemeinde gar nicht verwendet wird. In Mönchweiler sagt man „Mues“. Beim „Driele“ und beim „Drieler“ macht nur ein Buchstabe einen wesentlichen Unterschied. Der eine ist der Langsame, der Verträumte, der andere hat sich einen Fleck aufs Hemd gemacht. Der „Gluckser“ ist der Schluckauf und wenn jemand „ohflätig“ beschimpft wird, ist das unanständig. Ebenso wie die Begriffe Portemonnaie für Geldbeutel oder Trottoir für Gehweg kommt hier vieles aus dem Französischen.

Keine Duckmuser dabei

„En verdruckte Duckmuser“ war in dieser lebhaften Runde auch wirklich keiner. Schnell war man auch beim umfangreichen Thema der Mönchweiler Hausnamen, die meist ihre eigene Geschichte haben. So war der „Redderdais“ mit eigentlichem Vornamen Matthais beispielsweise Wagner, hat also Räder gemacht. Oft wurden diese Hausnamen auch – gelegentlich mit einem Zusatz wie „de jung“, also „der junge“ für die nachfolgende Generation weiter verwendet.

Da wird es einem dolorig

Im Laufe des Gesprächs konnte es einem fast „dolorig“ werden, also schwindlig von all den vielen Begriffen, die in dieser Runde zur Sprache kamen. Jeder, von dem die Runde annahm, dass er Minkwielermerisch können müsste, wurde auch immer wieder dazu angehalten, nicht ins Hochdeutsch zu verfallen. Mit großen Augen stellte dann auch eine seit vielen Jahren in Mönchweiler lebende, aus dem Frankfurter Raum zugezogene Besucherin fest: „Das ist verrückt, obwohl das Deutsch ist, ist das für mich fast nicht zu verstehen.“

Wenig Junge können Dialekt

Zum Ende versuchte die Runde noch eine Frage zu beantworten: Warum sprechen junge Menschen bei uns heute kaum noch richtigen Dialekt? Eine der Vermutungen lautete, sie würden sich weniger mit älteren unterhalten, so dass der Dialekt nicht mehr an nachfolgende Generationen weiter gegeben wird. Früher sei Hochdeutsch für viele fast eine Fremdsprache gewesen. Da kam es schon mal vor, erinnert sich einer, dass in der Schule jemand sagte: „Herr Lehrer, wenn ich‘s uf Minkwielermerisch sagge derf, weiß ich‘s.“