Im Rathaus der Gemeinde Mönchweiler ist seit gestern die Wanderausstellung des Naturschutzgroßprojektes Baar zu sehen. Sie zeigt die vorkommenden Biotoptypen, Informationen zu den Fördergebieten sowie Ziele und geplante Maßnahmen des Naturschutzgroßprojektes. Über die Details informierten nun Bürgermeister Rudolf Fluck und der Projektleiter des Naturschutzgroßprojektes, Thomas Kring.

Ein besonderer Fokus liegt bei der Ausstellung im Obergeschoss des Rathauses – neben allgemeinen Informationen zum Projekt – bei den Fördergebieten, die auf der Gemarkung der Gemeinde Mönchweiler liegen. Mönchweiler ist eine von zehn Gemeinden, die in den Landkreisen Schwarzwald-Baar und Tuttlingen die Beteiligung an der Umsetzungsphase beschlossen haben. Im August 2013 startete das Großprojekt. Unterstützt wird es aus dem Förderprogramm „chance-natur-Bundesförderung Naturschutz“. Es ist eines von 77 seit 1979 bundesweit geförderten Naturschutzgroßprojekten und das sechste in Baden-Württemberg.

Das Gebiet Mönchsee-Rohrmoos ist eines von 18 Fördergebieten dieses Großprojektes. Es liegt zu einem Teil auf Mönchweilers Gemarkung und verläuft hier östlich der Gemeindegrenze vom Mönchsee in Richtung Königsfeld. In seiner Gesamtheit umfasst dieses Fördergebiet 266 Hektar. Es besteht aus Moor-Kerngebiet mit mehreren Feucht- und Nassgrünland-Biotopen sowie kleinflächig moorigen und anmoorigen Standorten mit Streuwiesen und Röhrichten von landesweiter Bedeutung.

Für das Gebiet werden mehrere Ziele verfolgt. So sollen zum Beispiel auf den ausgedehnten offenen Grünflächen die Belange des Braunkehlchens gewürdigt werden. Das weitestgehende Fehlen von Gebüschen und Bäumen ist für diese Vogelart positiv, da Raubvögel dann keine Ansitzwarten haben. Allerdings ist das Braunkehlchen darauf angewiesen, dass nicht der gesamte Grünlandbestand gleichzeitig und früh im Jahr gemäht wird.

Deshalb wird im Naturschutzgroßprojekt angestrebt, die Nutzung des Grünlandbestandes zu differenzieren beziehungsweise stellenweise auch zu extensivieren, das heißt zu verringern. Hierfür ist der Naturschutz auf die Zusammenarbeit mit den Landwirten angewiesen. „Zwang wird es für sie bei diesen Maßnahmen ebenso wenig geben wie für die Gemeinde“, erläutert Projektleiter Thomas Kring. Allerdings wird es für jede Einschränkung irgendeine Art der Kompensation geben. Diese kann beispielsweise aus Ökopunkten für Ausgleichsflächen bestehen.

In den moorigen Bereichen des Gebiets Mönchsee-Rohrmoos gibt es seltene Moorarten, die erhalten werden sollen. Außerdem stellt der Gewässerlauf des sogenannten Fischbächles und weiterer Gewässer mit seinen Uferbereichen eine verbindende Achse an der Wasserscheide der Gewässer Donau und Neckar da. Dabei dienen nicht nur die Gewässer selbst, sondern auch die Ufer als verbindendes Element in der Landschaft.

Anschauliche Tafeln, ein großes Relief sowie Informationsblätter geben bei der Wanderausstellung spannende Einblicke in dieses umfassende Thema.

Ausstellung

Die Wanderausstellung des Naturschutzgroßprojektes Baar ist bis Freitag, 24. März, im Mönchweiler Rathaus zu sehen. Sie ist am Vormittag montags bis freitags von 8.30 Uhr bis 12 Uhr geöffnet. Am Nachmittag ist die Ausstellung lediglich donnerstags von 14 bis 18 Uhr zu sehen. Bei Bedarf können für Gruppen über Vermittlung der Gemeinde Mönchweiler besondere Führungen vereinbart werden. (put)