Die Gemeinde Mönchweiler hat sich auf die Fahnen geschrieben familienfreundlich zu sein. Und das möchte der Gemeinderat insbesondere in Zeiten wie diesen einhalten.

Die Erhöhung der Erhöhung der Gebühren für das kommende Kindergartenjahr fällt deshalb um die Hälfte geringer aus als vom Gemeindetag vorgeschlagen. Zudem hat sich das Gremium grundsätzlich dafür ausgesprochen trotz steigender Baukosten an der geplanten Erweiterung des Kinderhauses festzuhalten.

Einzig, sollten die Baukosten entsprechend ersten Ausschreibungsergebnissen „aus dem Ruder laufen“, wie es Bürgermeister Rudolf Fluck ausdrückte, soll neu diskutiert werden.

Gegen die 3,9 Prozent-Erhöhung

Der Gemeindetag strebt für das kommende Kindergartenjahr mit seinen Richtsätzen aufgrund allgemeiner Lohn- und Preissteigerungen eine pauschale Erhöhung der Gebühren um 3,9 Prozent an.

Wegen der auch für die Eltern schwierigen Lage sei diese Empfehlung bewusst wieder hinter den allgemeinen Kostensteigerungen bei der Kinderbetreuung und dem angestrebten Ziel der 20-prozentigen Kostendeckung zurückgeblieben, so die Erläuterung des Gemeindetages.

So wird die Erweiterung des Kinderhauses Mönchweiler aussehen. An das Bestandsgebäude, in der Grafik rechts, wird im Nordwesten ein ...
So wird die Erweiterung des Kinderhauses Mönchweiler aussehen. An das Bestandsgebäude, in der Grafik rechts, wird im Nordwesten ein zweigeschossiges Gebäude für zwei Gruppen angebaut. Die Planung erfolgt durch die Stuttgarter Architekten Kamm, die auch schon das Bestandsgebäude geplant haben. | Bild: Grafik: Kamm Architekten|Kalliopi Gkeka Stefan Kamm

Eine solche Erhöhung möchte der Gemeinderat von Mönchweiler nicht mitgehen – entgegen nahezu allen anderen Gemeinden des Landkreises, bei denen dieses Thema jetzt bereits auf der Tagesordnung stand.

Kämmerer Gebhard Flaig hatte dabei zunächst vorgeschlagen, der Empfehlung des Gemeindetages zu folgen. Er fürchtet, dass die Empfehlung für alle Kommunen und Kirchen sich immer weiter von der Realität in Mönchweiler wegbewegt. Bereits jetzt liegen die Mönchweiler Gebührensätze erheblich unter denen der Empfehlung. Die Gemeinde bezuschusst das Kinderhaus mit jährlich 527.500 Euro.

Kompromiss: Zwei Prozent Erhöhung

Auf Vorschlag von Bürgermeister Rudolf Fluck gleich zu Beginn der Diskussion einigte sich der Gemeinderat jedoch schließlich einstimmig auf eine moderatere Erhöhung von pauschal zwei Prozent. Man möchte die Familien derzeit nicht noch mehr belasten.

„Mönchweiler hat aufgrund seiner Finanzlage die Möglichkeit antizyklisch zu handeln. Das heißt, jetzt wo alles teurer wird, müssen wir den Familien nicht auch noch eine fast vierprozentige Erhöhung zumuten. Wir müssen künftig weiter erhöhen, heben uns das aber für Zeiten auf, in denen die Familien ansonsten weniger belastet sind“, sagt Gemeinderat Peter Kaiser.

„Wir können nicht für immer auf Gebührenerhöhungen verzichten, aber jetzt wären die 3,9 Prozent das falsche Signal.“
Wolfgang Eich, Gemeinderat

Sein Kollege Wolfgang Eich betonte: „Es ist wichtig, dass die Familien außerdem erkennen, dass wir mit unseren Gebühren sowieso schon zehn bis 20 Prozent unter den Richtsätzen liegen. Wir können nicht für immer auf Gebührenerhöhungen verzichten, aber jetzt wären die 3,9 Prozent das falsche Signal.“

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Mit einem weiteren Signal stellte der Gemeinderat an diesem Abend fest, dass der Gemeinde die Kinderbetreuung wichtig ist. Für das kommende Jahr werden weitere Kindergartenplätze benötigt. An der geplanten Erweiterung des Kinderhauses möchte man deshalb möglichst festhalten.

Mit Baukosten in Höhe von 2,9 Millionen Euro sah man sich bereits im Januar bei einer Kostenberechnung konfrontiert. Im Haushalt sind entsprechend einer ersten Schätzung aus dem Vorjahr sogar nur 2,1 Millionen Euro eingestellt.

Genehmigung für Bau wohl im August

Bepreiste Leistungsverzeichnisse für die ersten acht Gewerke wie Tiefbau, Zimmererarbeiten oder auch Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektro brachten eine weitere Erhöhung um durchschnittlich 18 Prozent. Die Kosten würden demnach bereits 3,3 Millionen Euro betragen. Dabei kann die Gemeinde im Idealfall allerdings auch auf Zuschüsse aus verschiedenen Fördertöpfen von bis zu 90 Prozent, mindestens aber von 60 Prozent bauen.

Nach kurzer Diskussion zu den derzeitigen allgemeinen Baukostenerhöhungen und zu Prognosen dazu für die Zukunft beschloss man, jetzt die ersten acht Gewerke auszuschreiben. „Erst wenn der Gemeinderat die Aufträge für diese Angebote, die sich hoffentlich im Rahmen halten, dann vergibt, werden wir die weiteren Gewerke ausschreiben“, beschrieb Ortsbaumeister Berthold Fischer das geplante Vorgehen. „Sollten die Angebote aus dem Ruder laufen, müssen wir weitersehen“, so Bürgermeister Rudolf Fluck ergänzend.

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Mit der Baugenehmigung für das Kinderhaus ist im August zu rechnen. Derzeit fehlt lediglich noch die Brandschutztechnische Stellungnahme. Baubeginn soll dann noch im Herbst sein. Die Fertigstellung der Erweiterung soll im Idealfall zum Kindergartenjahr 23/24 erfolgen.