Erstmals seit vielen Jahren wird der Gemeindewald von Mönchweiler im kommenden Jahr keinen Gewinn abwerfen, sondern einen Zuschuss in Höhe von 20.000 Euro aus dem Gemeinderat benötigen. Das berichtete Forstrevierleiter Peter Gapp am Donnerstagabend dem Gemeinderat. Gleichzeitig machte er deutlich, dass der Wald viel mehr sei, als nur ein in Geld messbarer Wirtschaftsfaktor.

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  • Regen ist willkommen: Kaum einer dürfte sich über das feuchte Herbstwetter mehr freuen als Peter Gapp. „Das ist das Beste, was dem Forst gerade passieren kann“, betonte er. Grund ist der Borkenkäfer: Er liebt warme trockene Witterung und konnte sich deshalb in den vergangenen Monaten sehr gut im Wald ausbreiten. Um eine weitere Verbreitung des Borkenkäfers zu vermeiden, müssten befallene Bäume sofort gefällt werden. Das sogenannte Käferholz sei für die Waldwirtschaft aber kaum mehr zu verwerten. Es würden extrem niedrige Preise dafür bezahlt. Im kommenden Jahr werde das Käferholz rund die Hälfte des Einschlags im Mönchweiler Gemeindewald ausmachen, prognostizierte der Förster. Um Käferholz überhaupt verkaufen zu können, muss bis zur Hälfte Frischholz untergemischt werden. Aktuell schlage man Frischholz nur, um es dem Käferholz unterzumischen. Im Sommer werde man dann sehen, wie sich die Sache weiter entwickle und gegebenenfalls mit einem Nachtragshaushalt reagieren, kündigt Peter Gapp an.
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  • Aufforstung mit Mischkulturen: Rund 10.000 Euro setzt Gapp in seinem Forstbetriebsplan 2020 für Waldkulturen an. Käferlöcher, also Stellen, an denen mehrere befallene Bäume gefällt wurden, müssen aufgeforstet werden. Naturverjüngung mit Tanne und Fichte finde zwar statt, aber zu langsam und außerdem wolle man auch mit Laubbäumen aufforsten, erklärte der Förster.
  • Positive Nachrichten: Insgesamt gehe es dem Mönchweiler Gemeindewald besser, als dem Wald in anderen Landesteilen. Andere Gebiete, nicht weit von Mönchweiler entfernt, hätten teilweise das Fünffache an Käferholzeinschlag als Mönchweiler. Hier mache sich nun bezahlt, dass man in Mönchweiler auf eine Durchmischung des Waldes gesetzt habe. Der Käfer befällt ausschließlich Fichten. Neben Laubbäumen habe man zum Aufforsten auf Tanne und Kiefer gesetzt. Gute Nachrichten hatte Peter Gapp vom alten Flugplatzgelände, nur wenige Meter vom Zeykoareal entfernt, parat. Im Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen für Gewerbeflächen auf zuvor gemeindeeigenem Gebiet wurden dort vor zwei Jahren durch den Forst 15 Tümpel angelegt. Sie haben sich mittlerweile gut gefüllt und man könne von einer sehr gelungenen ökologischen Maßnahme sprechen.
  • Wichtiger als finanzieller Gewinn: Einig sind sich Peter Gapp und Bürgermeister Rudolf Fluck bei der Bewertung der Bedeutung des Waldes. Der Wald sei Wasserspeicher und Wasserlieferant, er sorge für gutes Klima und gute Luft, er sei Flächenreserve beispielsweise für den Ausbau des Gewerbegebietes und habe einen nicht zu vernachlässigenden Freizeitwert. Diese Faktoren seien nicht in Geld messbar, aber sie wiegen eine kalkulierbare Wertschöpfung bei Weitem auf.