Das Löffinger Unternehmen WST Präzisionsteile hat schwer zu kämpfen. Zum einen ist es die Coronakrise selbst, zum anderen die schwächelnde Autoindustrie. Mit Kurzarbeit der rund 500 Beschäftigten versucht man, der außergewöhnlichen Situation Herr zu werden.

Die Geschäftsführer Georg Willmann, Heike Eisele und Walter Haug hatten für Kommunalpolitiker und den Landtagsabgeordneten Hans-Ulrich Rülke die Tür zu einer Betriebsbesichtigung geöffnet, um die Probleme des Unternehmens aufzuzeigen. Schon sehr früh hat WST auf den Schutz der Mitarbeiter gesetzt und neben der Schließung der Kantine und der strikten Maskenpflicht schnell die Verwaltung ins Homeoffice verlagert. Seit ein paar Wochen versucht, man durch Kurzarbeit der Situation Herr zu werden. Derzeit wird im Zwei-Schicht-Betrieb gearbeitet, wobei man vor allem der weiblichen Belegschaft entgegen kommt.

„Wir arbeiten auf Sicht“, informierte Georg Willmann. Dies bedeutet, dass man sich jeden Donnerstag zusammensetzt, die Auftragseingänge auf die Kapazitäten verteilt und Maßnahmen festlegt. Trotz aller Maßnahmen musste man sich von 18 Mitarbeitern trennen. „Dies war für uns eine sehr schwierige Situation, aber wir hatten keine andere Möglichkeit“, so die drei Geschäftsführer. Mit 80 bis 85 Prozent Produktionsanteil für die Autoindustrie ist WST ein hart betroffenes Unternehmen.

Trotz der Krise Daumen hoch für die Zukunft von WST: Die drei Geschäftsführer (von links) Georg Willmann, Heiko Eisele und Walter Haug.
Trotz der Krise Daumen hoch für die Zukunft von WST: Die drei Geschäftsführer (von links) Georg Willmann, Heiko Eisele und Walter Haug. | Bild: Gerold Bächle

Wie schwierig die Situation ist, belegen die Zahlen. Im Jahr 2018 wurden noch 96 Millionen Euro Umsatz gefahren, im laufenden Kalenderjahr rechnet man mit lediglich 63 Millionen. Diese Prognose sei allerdings nur realisierbar, wenn die Wirtschaft schnellstmöglich wieder anläuft, so Georg Willmann.

Glücklicherweise seien die Werke in Hüfingen und den USA nicht von der Problematik in der Autoindustrie betroffen. Auch in Löffingen selbst versuche man neue Ideen umzusetzen, ganz nach dem Slogan: „Immer eine Umdrehung voraus“. So habe man benachbarte Räume angemietet, wo sich eine zwölfköpfige Belegschaft mit einer neuen Sparte (Automationen) beschäftigt. Dieses Um- und Weiterdenken ist auch in der Akademie angesagt, hier werden 35 junge Menschen ausgebildet.

Forderung nach Gleichbehandlung von Mittelstand und Großbetrieben

„WST und Löffingen gehören zusammen“, so Bürgermeister Tobias Link, der sich wie der langjährige FDP-Vorsitzende Werner Adrion für die Gleichbehandlung der mittelständischen Industriebetriebe wie die der Großbetriebe einsetzt. Mit der Schaffung des interkommunalen Gewerbegebiets habe man sich der ungünstigen Auspendlerbilanz aktiv entgegengesetzt. Als Kommunalpolitiker, unterstützt vom neuen Eisenbacher Bürgermeister Karlheinz Rontke, nehme man die Probleme sehr ernst.

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