Der Fahrradboom ist auch im Baarstädtchen Löffingen unverkennbar. Vor Almis Fahrradlädele stehen vor allem Zweiräder, die überholt oder repariert werden müssen. Der Verkaufsraum ist noch gut gefüllt, doch für die nahe Zukunft gibt es Engpässe bei Neurädern und Ersatzteilen.

Schon vor der Corna-Pandemie war bei dem 50-jährigen Zweiradmechaniker Thomas Albrecht, eigentlich nur unter Almi bekannt, immer etwas los. Doch mit Corona boomte der Zweiradmarkt. „Viele haben das Fahrradfahren neu entdeckt und für sich eine neue Art der Freizeitbeschäftigung und des sportlichen Ausgleichs geschaffen“, informiert Ehefrau Yvonne, die für Verkauf und Büroarbeiten zuständig ist. Auch Yvonne und Thomas Albrecht sind begeisterte Radfahrer und unterstützten darüber hinaus die Bike-Gruppe des Löffinger Skiclubs.

So stehen auch jetzt zahlreiche Räder auf dem Hof von „Almis Fahrradlädele“, die noch schon vom Löffinger Spezialisten repariert oder überholt werden müssen. Manch einer habe sein Fahrrad aus dem Keller geholt, um wieder dem Radfahren nachzugehen. Doch auch die Neukäufe seien ordentlich gestiegen. Noch vor der Corona-Krise habe der Anteil der E-Bikes bei etwa 50 Prozent gelegen, heute würden von den Neurädern rund 80 Prozent mit Motor ausgeliefert.

Der Fahrradboom hat auch eine Kehrseite

Die Unfallstatistik zeigt eine deutliche Zunahme beteiligter E-Bikes (Pedelec), während die Unfallzahlen mit klassischen Fahrrädern gesunken ist. Fahrradexperte Thomas Albrecht sieht allerdings nicht nur die reinen Zahlen, sondern man dürfe auch die gestiegene Zahl von E-Bikes nicht außer Acht lassen. Radfahren mit Akku-Hilfe sollte natürlich gelernt werden, deshalb biete er jedem Käufer eine ausführliche Einweisung an.

Vor allem gelte es, die Geschwindigkeit richtig einzuschätzen. Ungeübte Fahrer sollten erstmals kleinere, bekannte Strecken nutzen, bevor es auf große Fahrt gehe. Der Vorteil der E-Bikes seien unverkennbar ein komfortableres Fahren und die Möglichkeit, Fitness, Natur und Freiheit zu genießen.

Die Komponenten werden in Asien hergestellt

Noch stehen in Almis Fahrradlädele genügend Neuräder, doch es käme nun fast nichts mehr nach, erläutern die beiden Fahrrad-Experten: „Gut, dass wir noch so vieles vorbestellt hatten.“ Doch Nachlieferungen seien kaum zu bekommen. Sowohl bei Neurädern als auch beim Zubehör gebe es große Lieferengpässe. Der Grund liege auf der Hand, da alle Teile in Südostasien (Taiwan, Malaysia, China) produziert werden. Lediglich der Zusammenbau des Rades erfolge meist in Europa.

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Neben einem richtig angepassten Fahrrad sei auch das Zubehör für Sicherheit und Komfort wichtig. Angepasste Fahrradhelme, entsprechende Kleidung, ergonomische Sättel seien hier zu nennen. Yvonne Albrecht weist auch auf Neuigkeiten hin wie spezielle Handschuhe, die bei Menschen mit Carpaltunnelsyndrom das Einschlafen der Hände verhindern sollen. Neu seien auch Fahrradhelme mit Crashsensor. Dieses Modul könne an jedem Helm befestigt werden und sorge bei einem Unfall mittels einer Smartphone-App über Notfallkontakte für eine Alarmierung.

Die einst so verpönten Spiegel erführen ebenfalls eine Renaissance und böten vor allem Senioren zusätzlich Sicherheit. Der neueste Trend auf dem Fahrradmarkt sei die Vollfederung, was sowohl bei Freizeitfahrern als auch bei Sportlern zu einem angenehmen komfortablen Fahrgefühl führe.