Der Betriebszweig Nahwärme der Stadtwerke Löffingen optimiert das Portfolio seiner Wärmeproduzenten. Ausschlaggebend dafür sind, wie Bürgermeister Tobias Link, Stadtkämmerer Artur Klausmann und Klaus-Dieter Müller vom Planungsbüro Zelsius dem Gemeinderat erläuterten, neben wirtschaftlichen Aspekten auch Nachhaltigkeitsüberlegungen. Zudem sollen die Neuerungen sicherstellen, dass künftige Erweiterungen des Löffinger Wärmenetzes die Kriterien für eine Förderung nach der neuesten Fassung des Kraft-Wärmekopplungsgesetzes fallen.

Erweiterung der Holzhackschnitelanlage

Diese Zuschüsse liegen laut Artur Klausmann künftig mit 40 Prozent der förderfähigen Investitionskosten deutlich über der bisherigen Quote. Vor diesem Hintergrund stimmte der Gemeinderat einer technischen Modernisierung des Blockheitskraftwerks Kesselstraße zu. Außerdem befürwortete das Stadtparlament grundsätzlich die Erweiterung der Holzhackschnitzelanlage um ein zweites Ofenmodul. Sofern eine Kalkulation die Wirtschaftlichkeit belegt, soll diese Anlage darüber hinaus künftig mit Holzmaterial aus dem städtischen Forst befüllt werden.

So wird das Netz gespeist

Gespeist wird das Löffinger Nahwärmenetz über die Biogasanlage auf dem Haslachhof der Familie Wiggert als größter Wärmelieferant, knapp gefolgt vom Blockheizkraftwerk Kesselstraße auf dem städtischen Bauhofgelände. Mit Abstand folgen dann die Hackschnitzelanlage und der mit Gas betriebene Spitzenlastkessel im Keller der Realschule, dessen Einsatz eigentlich nur zu „Höchstbedarfszeiten“ vor allem im Winter vorgesehen ist. Weil aber das Nahwärmenetz immer größer wird, bringt der Spitzenlastkessel inzwischen fast halb so viel Wärmeleistung ins Netz wie die Biogasanlage und das Blockheizkraftwerk. Das soll sich durch die jetzt vom Gemeinderat abgesegneten Weichenstellungen ändern.

Viel Geld für Investitionen

Einer technischen Modernisierung unterzogen, die mit Investitionskosten von 125.000 Euro veranschlagt ist, wird das Blockheizkraftwerk (BHKW) Kesselstraße auf dem Areal des städtischen Bauhofs. Die BHKW-Förderung aus dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz ist auf 30.000 Betriebsstunden begrenzt. Diese Grenze wird das BHKW Kesselstraße aller Voraussicht nach Ende 2020/Anfang 2021 überschreiten. Mit der Optimierung der Anlage lässt sich die Förderung um weitere 15.000 Stunden verlängern; das BHKW-Modul wäre dann, wie Stadtkämmerer Artur Klausmann vorrechnete, weitgehend abgeschrieben.

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Keine weiteres Modul an der Kesselstraße

Nicht weiter verfolgt wird der Ansatz, das BHKW Kesselstraße um ein weiteres Modul zu ergänzen und so den steigenden Wärmebedarf zu decken, beziehungsweise die Einspeisemenge aus der Gaskesselspitzenanlage zu vermindern. Grund dafür ist das neue Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz. Anders als in der Vergangenheit lässt es einen wirtschaftlichen Betrieb von Anlagen mit einer Leistung zwischen 50 und 1000 Kilowatt nicht mehr zu.

Erweiterung um 300.000 Euro

Dafür rückt aus dem Strauß der Wärmeerzeuger die Holzhackschnitzelanlage in den Fokus. Derzeit ist die Anlage mit einem Holzofen mit einer Leistung von 500 Kilowatt bestückt. Die Erweiterung dieser Anlage um einen zweiten Ofen mit 500 Kilowatt wäre, wie Klaus-Dieter Müller vom Planungsbüro Zelsius erläuterte, problemlos möglich. Müller rechnet für diese Erweiterung mit Investitionskosten in der Größenordnung von 300.000 Euro.

Material aus dem Forst

Stellt sich die Frage, wer künftig die Holzhackschnitzel – einer der wesentlichen Kostenfaktoren beim Betrieb der Anlage – zu möglichst günstigen Konditionen liefern kann. Vor rund zehn Jahren hatten die Stadtwerke die Belieferung mit Material aus dem Löffinger Forst prüfen lassen. Aufgrund der damals hohen Holzpreise wurde diese Lösung dann allerdings nicht weiterverfolgt, es rechnete sich ganz einfach nicht. Seither liefern externe Produzenten die Holzhackschnitzel. Mittlerweile haben sich die Rahmenbedingungen in der Holzwirtschaft allerdings geändert, weshalb der Forstbetrieb Interesse daran hat, künftig die Versorgung mit Holzhackschnitzeln zu übernehmen.

Von 20 auf 50 Euro pro Tonne CO2

Die Idee, die Holzhackschnitzelanlage mit Holz aus dem eigenem Wald zu beschicken, kam beim Gemeinderat sehr gut an. Der Forstbetrieb wird jetzt eine Kostenkalkulation anstellen. Darin werden neben direkten Kostenfaktoren, wie Transport und Lagerung von Holz sowie für die Herstellung von Holzhackschnitzeln, auch Faktoren wie Nachhaltigkeit und Regionalität der Energieerzeugung sowie die CO2-Bepreisung fossiler Energieträgern einfließen, die ab dem Jahr 2021 von 20 Euro pro Tonne auf 50 Euro pro Tonne im Jahr 2025 steigt.