Punkt 8 Uhr, als sich die Tür des Milchhislis öffnete, standen die ersten Kaufwilligen in der Schlange. Zu den ersten Besuchern zählten Ella Studer und Marianne Pfaff. „Es ist gut, im Ort eine Einkaufsmöglichkeit zu haben, vor allem für Senioren“, so Ella Studer. Für die Tochter Marianne Pfaff zählen vor allem die regionalen Produkte. „Wir müssen die hiesige Landwirtschaft unterstützen“, sagte sie.

Regionale Produkte vor Ort zu kaufen um auch die hiesige Landwirtschaft zu unterstützen, ist das Anliegen von Marianne Pfaff.
Regionale Produkte vor Ort zu kaufen um auch die hiesige Landwirtschaft zu unterstützen, ist das Anliegen von Marianne Pfaff.

Die Renner des Tages waren klar die Milchprodukte der eigenen Molkerei des Nachtwaidhofs. Hier war vor allem Pirmin Weber gefragt, schnell nach Hause zu fahren, um für die beiden Verkäufer Lisa Rieple und Bruder Lorenz Nachschub zu besorgen. Auch die Backwaren von Jens Trönle, der hier ein großes Sortiment präsentierte, mussten nachgeordert werden. Gefragt waren die anwesenden Erzeuger.

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So konnte Isabell Willy nicht nur die Eier ihrer 40 Hühner verkaufen, sondern den interessierten Kunden auch etwas über ihren Hof in Unadingen erzählen, der demnächst für die Hühner noch ein Freilandgehege erhält. Auch Kartoffelexperte Thomas Stratz aus Seppenhofen konnte so einiges über die Kartoffelsorten festkochend, vorwiegend festkochend oder mehlig und ihre Verwendung preisgeben.

„Es ist gut im Ort eine Einkaufsmöglichkeit zu haben, vor allem für Senioren“, so Ella Studer.
„Es ist gut im Ort eine Einkaufsmöglichkeit zu haben, vor allem für Senioren“, so Ella Studer.

Günter Baumann hatte zunächst die Qual der Wahl: lieber die festkochende Belana oder die rotschalige Laura? Der Tipp vom Experten und von Christa Scheer half dann bei der Entscheidung. „Dieser Dorfladen ist eine Bereicherung für Touristen und Einheimische“, so Gerlinde Linden. Vor allem für nicht mobile Menschen und dies im Hinblick auf die Altersstruktur.

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Aus Unterbränd kamen Achim und Sabine Weißer. „Auch bei uns gibt es keine Einkaufsmöglichkeit, da ist die Fahrt nach Dittishausen eine echte Alternative“, so Sabine Weißer.

Laden müsste regelmäßig öffnen

Für Bruno Fesenmeier müsste der Dorfladen allerdings regelmäßig öffnen und auch das Sortiment noch vielseitiger sein. Wobei das Erzeugerangebot, zu dem auch Wurstwaren der Metzgerei Butsch, Mehl und Flocken vom Kasihof und das Hofeis aus Tannheim gehörten, aus seiner Sicht schon vielversprechend war.

Hilfestellung gibt Andrea Schindler vom Förderverein (links) beim ersten Händler/Markt-Tag Gertrud und Jürgen Beck. Interessiert schaut ...
Hilfestellung gibt Andrea Schindler vom Förderverein (links) beim ersten Händler/Markt-Tag Gertrud und Jürgen Beck. Interessiert schaut Kartoffelexperte Thomas Stratz beim Einkauf der Backwaren zu. | Bild: Gerold und silvia Bächle

Mit dem Bollerwagen kam Oma Susanne Wölfle angefahren. Die drei Enkelinnen Marleen, Emilia und Luise hatten klare Einkaufswünsche: Pudding und der Kuchen des Fördervereins. Andrea und Martin Schindler hatten das Kuchenbüfett aufgebaut, das zum Schlemmen und zur Mitnahme lockte.

Bei jedem Erzeuger wird bezahlt

„Dieser Dorfladen ist ein Superidee, vor allem auch, wenn man die Entwicklung mit Milchhisli zum Selbstbedienungsladen verfolgen kann“, wie Simon Köpfler erklärt. Das Bezahlen bei jedem Erzeuger sei zwar im Moment eine Umstellung, aber sicherlich kein Hindernis, kommentiert Christa Scheer. Nach diesem Erfolg soll der Dorfladen jetzt künftig jeden letzten Samstag im Monat geöffnet werden.

Erwartungen noch übertroffen

„Wir sind total überwältigt“, freut sich die Organisatorin des Fördervereins, Anette Hilpert. War schon der Erdbeer- und Geranienmarkt ein toller Einstand, so hätten sich die Erwartungen dieses ersten Händler/Markt-Tags noch übertroffen.