Im Alter von 89 Jahren verstarb in Unadingen Erika Ketterer. Sie hat nicht nur ihrem Ehemann Hugo, dem langjährigen Bürgermeister, Ortsvorsteher und Vereinsvorsitzenden, den Rücken frei gehalten, sondern sich selbst in ihrer Heimatgemeinde eingebracht.

So war die Verstorbene die Ideengeberin und Mitbegründerin des bekannten Geranienfestes, welches erstmals 1983 veranstaltet wurde. Es war wohl die Liebe zu den Blumen, welche die Verstorbene dazu inspirierte, dieses nachhaltige Fest zu begehen und zu organisieren.

Das Dorfleben lag ihr am Herzen

Groß war das Kultur- und Vereins-Engagement, welches Erika Ketterer prägte. So war sie es auch, die eine tragende Rolle bei den Unadinger Trachtenträgerinnen spielte, die ab 1976 bei Feierlichkeiten in der Tracht Umzüge oder auch Kirchenfeste begleiteten. Unadingen lagen Erika und ihrem Ehemann Hugo, den sie 1956 heiratete, immer am Herzen. So brachte sie sich mannigfach in der Unadinger Vereinswelt ein. Rege nahm sie am Dorfleben – immer auf ihr Aussehen großen Wert legend – teil.

Ihr Humor wurde in den Vereinen geschätzt. Sie war 15 Jahre als Sängerin im Kirchenchor dabei, sie wurde für ihre 60-jährige Mitgliedschaft bei den Landfrauen zum Ehrenmitglied ernannt. Unvergesslich ist auch ihre Theaterleidenschaft, die sie zehn Jahre auf die Unadinger Laientheaterbühne brachte.

Beruflich prägte sie das Kaufhaus Rieple-Ketterer

Aufgewachsen ist Erika Ketterer mit ihrem Bruder Gerhard im elterlichen Einzelhandelsgeschäft. Nach dem Besuch der Handelsschule stieg sie im Geschäft mit ein. Nach einer großen Umbauaktion 1958 wurde das Kaufhaus Rieple-Ketterer zum ersten Selbstbedienungsgeschäft im Umkreis. Nach dem Tod ihres Vaters 1974 übernahm die Verstorbene das Geschäft, welches sie 1991 aus gesundheitlichen Gründen an den Neffen Leopold verpachtete.

Erst im März diesen Jahres wurde mit vielen Ehrengästen in der Löffinger Bürgerhalle der 90. Geburtstag von Ehemann und Ehrenbürger Hugo Ketterer gefeiert, der nun von seiner Erika Abschied nehmen muss. Dies wird im engsten Familienkreis sein.