Mit ihrem Antrag an die Stadt Löffingen, die Bushaltestelle „Kranz“ im Ortsteil Goschweiler aufzulösen, hat die Südbadenbus GmbH (SBG) alles andere als Begeisterungsstürme ausgelöst. Michael Eckert von der SBG erklärte bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats die Beweggründe, die zu diesem Antrag geführt haben.

Er sei sich bewusst, so Eckert, dass die Stadt die Haltestelle nur äußerst ungern aufgeben wolle, halte diesen Schritt aber für erforderlich. Zum einen verzeichne die Haltestelle „Kranz“ im Durchschnitt gerade einmal einen Fahrgast pro Woche und könne bei winterlichen Straßenverhältnissen aufgrund der Unfallgefahr auf dem steilen Straßenabschnitt ohnehin seit jeher nicht angefahren werden.

Südbadenbus warnt vorm Verpassen von Anschlüssen für Passagiere

Zum anderen stelle die SBG, um die gesetzlich vorgegebene Barrierefreiheit ihrer Busse sicherzustellen, ihre Fahrzeugflotte bei Neuanschaffungen ausschließlich auf Niederflurbusse um, die auf dem Weg zur Haltestelle Kranz bei der Einfahrt in die Bergstraße unweigerlich aufsetzen würden.

Zudem koste die Anfahrt der Haltestelle Kranz drei Minuten Zeit, was bei der engen Taktung des Fahrplans häufiger dazu führe, dass der Bus in Löffingen vor der geschlossenen Bahnschranke beim Bahnhof lande und die Fahrgäste – darunter auch Passagiere aus Reiselfingen und Seppenhofen – ihre Anschlüsse an Zug und S-Bahn verpassen. Das ÖPNV-Netz könne Mobilität aber nur dann sicherstellen, wenn die Anschlüsse auch tatsächlich reibungslos funktionierten, sagte Eckert.

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Ortsvorsteher Manfred Furtwängler wies darauf hin, dass die beiden Haltestellen in Göschweiler zwar nicht weit voneinander entfernt liegen, aber immerhin 250 Höhenmeter zu überwinden seien, was gerade älteren Menschen nicht leichtfalle.

FDP/FW-Fraktionssprecher Rudolf Gwinner argwöhnte, dass die Auflösung einer Haltestelle der Einstieg in eine weitere Ausdünnung des Haltestellennetzes sei, was Michael Eckert kategorisch verneinte.

Ortschaftsrat soll Einsatz eines Bürgertaxis prüfen

Wäge man das offensichtlich mehr als überschaubare Fahrgastaufkommen am „Kranz“ gegen die optimierte Fahrtzeit ab, spreche doch Einiges dafür, eine der beiden Haltestellen in Göschweiler zu „opfern“, meinte CDU-Stadtrat Martin Lauble.

Einer Anregung von SPD-Stadtrat Dieter Köpfler folgend, wird sich der Ortschaftsrat Göschweiler nochmals mit der Frage auseinandersetzen und dabei – anders als bislang – auch den Einsatz des städtischen Bürgertaxis mit ins Kalkül ziehen. Dann wird der Gemeinderat erneut beraten.