Das Projekt Dittishauser Dorfladen könnte nicht nur in naher Zukunft realisiert werden, sondern auch Ansporn und Vorbild für andere Ortschaften sein, in denen die Einkaufsmöglichkeit weggebrochen ist.

Es braucht einen langen Atem

Allerdings erfordert dies – wie man in Dittishausen sehen kann – ein hartes Stück Arbeit und einen langen Atem. Nach zwei Jahren sind die Grundsteine gelegt, um dieses Projekt zu realisieren. Nachdem der Förderverein Dorfgemeinschaft Dittishausen gegründet wurde, ist das Ziel Dittishausen täglich mit frischen regionalen Produkten zu versorgen schon ein ganzes Stück näher gerückt.

Aus der historischen Milchsammelstelle könnte bald der Dorfladen Dittishausen werden. Von links Ute Kienzler, Marion Tröndle und ...
Aus der historischen Milchsammelstelle könnte bald der Dorfladen Dittishausen werden. Von links Ute Kienzler, Marion Tröndle und Ortsvorsteherin Annette Hilpert bei der Planung. | Bild: Silvia Bächle

Entstehen soll der Selbstbedienungsladen in der ehemaligen Milchsammelstelle. Das Interesse bei der jüngsten Infoveranstaltung war groß und vielversprechend. So war es Ortschaftsrat Andre Glod, der als einer der ersten seinen Mitgliedsantrag beim Förderverein in die vorgesehene Milchkanne steckte.

Als einer der ersten wurde Ortschaftsrat Andre Glod Mitglied im neuen Förderverein. Er hofft, dass noch viele Mitglied werden zumal der ...
Als einer der ersten wurde Ortschaftsrat Andre Glod Mitglied im neuen Förderverein. Er hofft, dass noch viele Mitglied werden zumal der Jahresbeitrag gerade einmal 20 Euro beträgt. | Bild: Silvia Bächle

„Mit dem Dorfladen wird das Leben in Dittishausen wieder attraktiver, aber auch die regionalen landwirtschaftlichen Produkte werden wieder besser ins Bewusstsein gebracht. Natürlich gibt es auch Risiken. Vor allem ist das erste Jahr kritisch und dieses muss überstanden werden“, sagt er.

Als echte Bereicherung sieht Susanne Wölfle den geplanten Dorfladen: Auf jeden Fall werde sie im neuen Dorfladen einkaufen.
Als echte Bereicherung sieht Susanne Wölfle den geplanten Dorfladen: Auf jeden Fall werde sie im neuen Dorfladen einkaufen. | Bild: Silvia Bächle

Susanne Wölfle sieht den Dorfladen sehr positiv auch das geplante Angebot der regionalen Produkte, wobei sie sich auf jeden Fall auch einen Gemüseanbieter wünsche. Allerdings sieht sie auch ein Risiko – sei es durch Vandalismus, Betrug oder Diebstahl.

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Für die neue Geschäftsführerin des Verkehrsvereins, Silvia Schmidt, ist ein Laden im Touristenort äußerst wichtig, wenn dann auch noch spät abends oder am Wochenende eingekauft werden kann. „Ein echter Pluspunkt für die Urlauber, aber auch für die Einwohner.“

Vor allem für die Senioren wäre ein Dorfladen wichtig, sagt Barbara Hasenfratz, die dabei an ihre Eltern denkt.
Vor allem für die Senioren wäre ein Dorfladen wichtig, sagt Barbara Hasenfratz, die dabei an ihre Eltern denkt. | Bild: Silvia Bächle

Die Leiterin des Kindergartens Löffingen, Barbara Hasenfratz, sieht in einem Dorfladen besonders für Senioren einen großen Vorteil. „Ich sehe es bei meinen Eltern, die dann vor Ort einkaufen können und nicht erst nach Löffingen fahren müssen.“

Regionale Produkte immer gefragter

„Wichtig sind für mich die regionalen Produkte, die in unserer unsicheren Zeit immer mehr an Bedeutung gewinnen“, so Lothar Hoffelder. Nicht nur den Laden selbst im Blick hat Architekt Philipp Köpfler, sondern auch das historisch Milchhäusle, das 1936 gebaut wurde.

Architekt Philipp Köpfler hat sich ehrenamtlich für die Reaktivierung des historischen Milchhäusles eingesetzt.
Architekt Philipp Köpfler hat sich ehrenamtlich für die Reaktivierung des historischen Milchhäusles eingesetzt. | Bild: Silvia Bächle

Er hatte ehrenamtlich die alten Pläne für den Zuschussantrag des Entwicklungsprogramms Ländlicher Raum aufgearbeitet. Mit rund 50.000 Euro – bei einem Zuschuss von 30 Prozent – könnte im Milchhäusle wieder Leben einziehen.

Sieben Händler sind schon dabei

Bereits sieben regionale Händler haben zugesagt im Milchhäusle Eier, Brot, Mehl, Flocken, Milch, Joghurt, Käse, Eis und Kartoffeln anzubieten. Völliges Neuland bestreitet der Löffinger Biolandwirt Thomas Stratz, der bisher seine Kartoffeln nur am Hof verkauft. Geplant sind für Dittishausen vier Sorten à fünf Kilogramm in Papiertüten anzubieten. Stratz setzt auf die Ehrlichkeit der Kunden und wird eine Kasse aufstellen.

Für Metzgermeister Sebastian Butsch kommt nur einen Verkaufsautomaten in Betracht, allerdings müsse der sich auch rentieren.
Für Metzgermeister Sebastian Butsch kommt nur einen Verkaufsautomaten in Betracht, allerdings müsse der sich auch rentieren. | Bild: Silvia Bächle

Der Löffinger Metzgermeister Sebastian Butsch hat sich für einen Automaten entschieden, zum einen wegen der Hygiene und Kühlung, zum anderen auch wegen der Bezahlung der hochwertigen Produkte. Allerdings, so machte er deutlich, werde er den 15.000 Euro teuren Automaten, der über eine App Fehlermeldungen gleich weiterleitet, abziehen, falls es in Dittishausen nicht laufe. „Ich habe meine Ziele sehr niedrig gesetzt, doch irgendwann muss auch die Wirtschaftlichkeit zu erkennen sein“.