Wenn der Gemeinderat bis zur endgültigen Verabschiedung des Haushaltsplans 2021 nicht noch ganz erheblich an den Stellschrauben dreht und das rund 7,35 Millionen Euro umfassende Investitionsprogramm zusammenstreicht, wird die Stadt Löffingen nicht um eine Neuverschuldung in einer Größenordnung von rund 4,1 Millionen Euro herumkommen.

Das geht aus dem Etatentwurf für das Jahr 2021 hervor, dessen Eckpunkte Stadtkämmerin Susanne Bohnenstengel bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats erläuterte. Auch die Rücklagen werden dem Planvorschlag zufolge erheblich angeknabbert.

Unter dem Strich steht ein Minus

Ergebnishaushalt: Im Ergebnishaushalt werden die geplanten Aufwendungen und Erträge dargestellt. Ziel sollte es sein, die Abschreibungen über die laufenden Einnahmen zu erwirtschaften und einen Überschuss zu erzielen. Damit können die Eigenkapitalsituation verbessert und der Ertrag zur Finanzierung von Investitionen eingesetzt werden.

Im Gegensatz zu den Vorjahren verfehlt der Planentwurf für 2021 dieses Ziel: Er sieht Erträge von rund 19,31 Millionen Euro vor, denen Aufwendungen von rund 19,85 Millionen Euro entgegenstehen, kommt also im Gesamtergebnis auf ein Minus von rund 539 000 Euro.

Investitionshaushalt: Auf rund 7,35 Millionen Euro beläuft sich das vorgeschlagene Investitionsprogramm, dessen mit Abstand größter Brocken mit rund 2,9 Millionen Euro die Sanierung des Realschulgebäudes ist. Ein Kriterium bei der Priorisierung der Investitionsvorhaben sei die Frage gewesen, ob für das jeweilige Projekt Fördermittel fließen und dazu Fristen eingehalten werden müssen, erklärte Bürgermeister Tobias Link. Was die tatsächliche Umsetzung des Investitionskatalogs angelangt, bezeichnete Link dessen Umfang als „an der Grenze des Machbaren“.

Bestand an liquiden Mitteln wird kleiner

Liquide Mittel: Dem Haushaltsentwurf zufolge wird die Stadt im Laufe dieses Jahres in einem Umfang von rund 268 000 Euro auf ihre liquiden Mittel zurückgreifen, deren Bestand demzufolge von rund 782 000 Euro am Jahresanfang auf rund 584.000 Euro zum Jahresende abschmelzen wird.

Finanzierung: Zur Finanzierung der Investitionen kalkuliert der Etatentwurf für 2021 mit einer Darlehensaufnahme von 4,1 Millionen Euro. Auch für die Folgejahre sind zur Finanzierung der geplanten Investitionen Darlehen notwendig, vorgesehen sind für das Jahr 2022 3,5 Millionen Euro, für das Jahr 2023 700 000 Euro und 1,3 Millionen Euro für das Jahr 2024.

In Summe belaufen sich die geplanten Darlehensaufnahmen im Zeitraum von 2021 bis 2024 auf 9,6 Millionen Euro, die geplanten Investitionen wären damit knapp zur Hälfte fremdfinanziert.

Schuldenstand: In den vergangenen Jahren hat die Stadt Löffingen ihre Schulden im Kernhaushalt konsequent abgebaut. Das wird sich ändern, sofern sich bis zur formellen Verabschiedung des Haushalts nicht noch gravierende Änderungen ergeben.

Erfolgt die für 2021 vorgesehene Darlehensaufnahme von 4,1 Millionen Euro, wird der Schuldenstand von rund 2,49 Millionen Euro zum Jahresanfang auf rund 6,38 Millionen Euro zum Jahresende steigen.