Mutig und Zielstrebig waren die Pioniere Norbert Brugger, Walter Kromer und Artur Klausmann, als sie im Jahr 2000 mit Gleichgesinnten die Genossenschaft für seniorenfreundliches Wohnen gründeten, als Grundlage für den Bau der Seniorenwohnanlage im Städtle.

„Damals wurden wir belächelt, doch wir waren überzeugt, langfristig eine richtige Entscheidung gefällt zu haben“, sagt Norbert Brugger, bis heute im Vorstand ehrenamtlich tätig. Heute, 20 Jahre nach der Gründung, gilt die Genossenschaft als Erfolgsmodell.

Eigenheimzulage hilft bei der Suche nach Kapital

Das Problem war nicht, das Geld zu bekommen. Durch die Eigenheimzulage, einer Verzinsung von acht Prozent für acht Jahre, kamen die Mitglieder aus ganz Deutschland. Anfangs dachte man daran, 32 seniorengerechte Wohnungen gegenüber dem Altenpflegeheim zu bauen, entschied sich dann aber für 26. Heute, mit dem Blick auf die Warteliste, hätte man sich gut für die 32 entscheiden können.

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Als die dreigeschossigen Bauten mit den seniorenfreundlichen, barrierefreien und behinderten-gerechten Wohnungen, mit Wintergarten oder Gartenterrasse, Aufzug und 24-Stunden-Notrufsystem, fertig waren, gab es erstmal Ernüchterung: Zunächst zogen nur drei Löffinger Damen ein. Doch so blieb es nicht lange, und schon bald waren alle Wohnungen belegt.

Stadt und Krankenhausfonds retten die Genossenschaft

Derzeit hat die Genossenschaft 85 Mitglieder. Die Stadt Löffingen und der Krankenhausfonds sind mit 49 Prozent (726.000 Euro) größter Anteilseigner. Dies war nicht immer so. Als nach acht Jahren die Eigenheimzulagen wegfielen, gab es auch zahlreiche Kündigungen von Mitgliedern, welche ihr Geld in dieser Zeit gewinnbringend angelegt hatten. „Wären hier die Stadt und der Krankenhausfonds nicht eingesprungen, hätte es schlecht ausgesehen“, so Brugger.

Doch die Stadt setzte ein Zeichen und bekannte sich zur Wohnanlage und deren Motto „Lebensfreude, Lebensqualität und Geborgenheit im Alter“. Die Erfolgsgeschichte zeigte sich auch im Jahres-Überschuss 2019 in Höhe von 35.000 Euro.

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