Restmüll, Biotonne, Papier und dazu noch eine gelbe Tonne? Dieser Gedanke kam jüngst vom Kreistag, vor allem hervorgerufen durch zahlreiche Beschwerden über das Material der gelben Säcke.

Früher wogen diese 52 Gramm und waren aus dickerem, robusterem Material gemacht. Seit 2004 sind sie aus dünnerem Plastik, reißen leicht und wiegen nur noch 17 Gramm. Das führt dazu, dass die Säcke eher von Tieren aufgerissen oder bei starkem Wind weggeweht werden.

Löffinger sind sich nicht einig

Auch in Löffingen wird das Für und Wider von gelbem Sack oder gelber Tonne kontrovers diskutiert:

Frauenärztin Regina Hasenfratz
Frauenärztin Regina Hasenfratz | Bild: Silvia Bächle
  • Regina Hasenfratz: Für die Frauenärztin ist Mülltrennung und Müllrecycling ein Muss. Deshalb achtet sie schon beim Einkauf darauf, wo sie Müll einsparen kann: Mehrweg statt Einweg, Obst und Gemüse lose kaufen, überflüssige Einwegprodukte aus dem Alltag verbannen ist bei ihr angesagt. Nicht ganz eindeutig fällt bei der Gemeinderätin die Entscheidung zwischen gelbem Sack und gelber Tonne aus. Neben der Platz- und der Kostenfrage seien Säcke eventuell besser zu handhaben und leichter zu transportieren. „Die Frage ist nur: wie viele Säcke braucht es zur Produktion einer Tonne?“. Allerdings sieht sie bei der Tonne auch den Vorteil, dass dieser weder Wind noch Tiere etwas anhaben können.
  • Alice Esser: Die Mitarbeiterin der Löffinger Stadtbücherei favorisiert die gelbe Tonne, da die Beschaffenheit der Säcke eine Katastrophe sei. Schon beim Abreißen von der Rolle gingen sie kaputt, sodass öfters ein zweiter oder dritter Sack genutzt werden müsse. Schön wäre es für die Künstlerin zu wissen, wieviel der gesammelten Wertstoffe wirklich wiederverwertet würden. Dass die gelben Säcke gerade im ländlichen Raum auch oft von Tieren als Futterquelle genutzt würden, sei schon ein großer Nachteil. Müllvermeidung sei der richtige Weg, allerdings sei die große Frage wie. „Es müsste vor allem weniger produziert werden. Aber wer will schon so leben wie vor 50 Jahren? In meiner Kindheit gab es fast keinen Müll.“
  • Dorothea Runge: In erster Linie sollte nicht die Mülltrennung, sondern die Müllvermeidung stehen, so die 33-jährige Lehrerin. Deshalb sollte ein Müllvermeidungs-Anreiz sowohl in der Industrie – hier vor allem auch bei den Lebensmitteln – als auch bei den Verbrauchern geschaffen werden. So sollte beispielsweise „Einkaufen ohne Verpackungen“ ausgebaut werden. Bei der Mülltrennung bevorzugt Dorothea Runge den gelben Sack, allerdings müsste dieser eine bessere Qualität haben. Der Vorteil sei hier die Volumenmenge. Der Blick in die Nachbarschaft zeige, dass die Anzahl der Säcke, die zur Abholung bereit liegen, bei den einzelnen Haushalten und von Termin zu Termin doch sehr unterschiedlich sei. Ob dann eine Tonne, die oftmals zu klein sein könnte, die Mülltrennung fördert, stellt die Lehrerin in Frage. Alternativ müssten die gelben Tonnen ein großes Fassungsvermögen haben. Eine solche Tonne unterzubringen sei oft auch ein Platzproblem. Dorothea Runge, die längere Zeit in der Schweiz gelebt hat, bemängelt die Unübersichtlichkeit in Deutschland. Immer wieder stelle sich die Frage, was überhaupt in den gelben Sack gehört, und vor allem auch, was mit dem gesammelten Müll geschieht. In der Schweiz sei dies klar und überschaubar geregelt und werde auch in der Bevölkerung so kommuniziert.
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