Während er laut Nachtragshaushalt in diesem Jahr ein Minus von 43.500 Euro einfährt, soll der Löffinger Stadtwald im kommenden Jahr 546.000 Euro Überschuss erwirtschaften.

Das geht aus der Natural- und Finanzplanung für das Jahr 2021 hervor, die Stadtförster Karl Meister bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats vorstellte. Wesentlicher Grund für den laut Meister „vorsichtig realistisch“ angesetzten Gewinn ist die Situation auf dem Holzmarkt, die sich seit Juni diesen Jahres sowohl was die Nachfrage, als auch was die Preisentwicklung anbelangt, wieder verbessere.

Der Löffinger Gemeinderat verabschiedete das Zahlenwerk, agierte dabei auf Vorschlag von Bürgermeister Tobias Link aber noch vorsichtiger als die Forstleute bei ihren Berechnungen und versah den Forstetat mit einer globalen Mindereinnahme von 200.000 Euro. Im städtischen Haushalt für das kommende Jahr wird demnach lediglich mit 346.000 Euro Einnahmen gerechnet, die der Stadtkasse aus dem Forst zufließen.

450.000 Euro durch Nasslagerholz

Dem Planwerk des Forstbetriebs zufolge belaufen sich die Einnahmen auf 1,95 Millionen Euro, während sich die Ausgaben bei rund 1,4 Millionen Euro bewegen. Größte Einnahmeposten sind die Holzernte mit rund 1,05 Millionen Euro, der Verkauf von Nasslagerholz mit 450.000 Euro und die Kiesgrubenpacht mit 280.000 Euro.

Auf 85.000 Euro beläuft sich der Erstattungsbetrag, den die Löffinger Nachbarkommunen Eisenbach und Friedenweiler für forstwirtschaftliche Leistungen an den Löffinger Forstbetrieb entrichten. Als Gemeinwohlausgleich, den das Land Baden-Württemberg für Städte und Gemeinden ausspricht, die eigene Förster beschäftigen, fließen 27.000 Euro in die Forstkasse.

19.000 Euro spielen Jagdpacht und Regiejagd ein. Die Ausgabenseite wird insbesondere von den Kosten für die Holzernte (rund 465.000 Euro) und den Verwaltungskosten (rund 364.000 Euro) geprägt. 64.000 Euro sind für das Ausbringen neuer Kulturen veranschlagt, 48.000 Euro für die Bestandspflege, 37.000 Euro für Betriebssteuern und Beiträge sowie 36.000 Euro für Erschließungsmaßnahmen.

25.000 Festmeter sollen geschlagen werden

Die geplante Holzerntemenge – der so genannte Hiebsatz – bewegt sich auf dem Niveau der Vorjahre: 25.000 Festmeter Holz will der Forst im kommenden Jahr einschlagen. Anders als in den beiden Vorjahren, wird der für das laufende Jahr angepeilte Hiebsatz von 25.000 Festmetern Stadtförster Meister zufolge fast punktgenau erfüllt werden können.

Während der Holzmarkt in der ersten Jahreshälfte phasenweise komplett zum Erliegen gekommen sei, zögen sowohl die Nachfrage als auch die Preisentwicklung seit Juni stark an und werden sich im kommenden Jahr auf vergleichsweise hohem Niveau stabilisieren, erklärten Forstbezirksleiter Florian Fischer und Stadtförster Karl Meister.

Ungewöhnlich viel Kalamitätsholz

Die Stürme „Bianca“ und „Sabine“ im Januar dieses Jahres hätten für einen ungewöhnlich hohen Anteil von sogenanntem Kalamitätsholz – das heißt Holz, das wegen Käferbefall, Sturmschäden oder Schneebruch eingeschlagen werden muss – gesorgt. Die Corona-Pandemie habe den Holzmarkt im März komplett zum Erliegen gebracht. Mit dem Nassholzlager seien die Voraussetzungen dafür geschaffen worden, den wiedererstarkten Markt schnell bedienen zu können.

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Mit Blick auf seine Planungen für das kommende Jahr sei der Forstbetrieb davon ausgegangen, dass der Hiebsatz von 25.000 Festmetern erfüllt wird, der Anteil von Kalamitätsholz maximal 15 Prozent beträgt, kein erneuter Corona-Lockdown erfolgt und das gesamte Nasslagerholz – rund 8000 Festmeter – verkauft wird.

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