Barrieren auch in den Köpfen abbauen, um Inklusion erfolgreich zu leben, dieses große Ziel hat die Kommunale Inklusionsvermittlerin (KIV) Annette Scherzinger. 2015 hat die Stadt Löffingen diese Stelle geschaffen. Scherzinger ist eine Ansprechpartnerin für Menschen mit Behinderung aller Art, ihr Büro eine Dienststelle um Türen für das große Netzwerk zu öffnen.

„Inklusion geht uns alle an“, sagt Annette Scherzinger, denn es ist für alle Menschen ein Grundrecht am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Doch nach wie vor sei es an der Tagesordnung, dass Menschen mit Behinderung in besonderen Einrichtungen seien.

Sport bietet besonders gute Chancen für ein natürliches Miteinander

Dennoch gibt es auch für sie Möglichkeiten der Teilhabe, wie das Beispiel des Löffinger Tischtennisclubs zeigt. Ganz unkompliziert wurden zwei junge Männer mit kognitiver Beeinträchtigung aufgenommen. Beim Training sind sie mit Feuereifer an der grünen Platte dabei und verfolgen Wettkämpfe als begeisterte Fans.

Im vergangenen Jahr ist eine Inklusionsoffensive für die Sportvereine gestartet. Sie soll das Sportangebot für Menschen mit Behinderung öffnen. Durch den Sport werden Distanzen und Hemmungen abgebaut, neue Erfahrungen im Umgang mit Behinderten gesammelt und gegenseitiges Verständnis geweckt.

„Inklusion heißt dazugehören“

Der Badische Behinderten- und Rehabilitationssportverband, gefördert von Aktion Mensch, steht hinter dieser Offensive, wobei nicht nur die Beratung, sondern auch Aus- und Fortbildung sowie weitere Unterstützung angeboten werden. Angefangen vom Barriere-Check bis hin zu Klingelbällen, deren Geräusche Sehbehinderten helfen, den Ball zu lokalisieren.

„Inklusion heißt dazugehören“, sagt Annette Scherzinger, ob im Bildungswesen, im Beruf, im Sport oder bei kulturellen Angeboten. Ein weiteres Beispiel in Löffingen ist die Stadtmusik, die mit dem Haus Lebensheimat den jährlichen Kunstkalender herausgibt und Menschen mit Behinderung einen Platz bei kulturellen Veranstaltungen bietet.

Inklusionschor feiert große Erfolge

Am erfolgreichsten ist der Inklusionschor, den Musiktherapeutin Annette Scherzinger selbst schon 2013 ins Leben gerufen hat. Mit ihrem gemeinsamen Hobby haben die rund 20 Sänger mit und ohne Behinderung schon längst die Löffinger Heimatgrenzen überschritten: Sie traten schon in der Porsche-Arena in Stuttgart auf.

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Barrieren abbauen auch und vor allen in den Köpfen für eine komplette Teilhabe in allen gesellschaftlichen Bereichen, das ist eine nicht einfache Aufgabe. Baulich ist die Stadt stets dabei, alle Barrieren nach und nach abzubauen. Vor allem bei Neu- und Umbauten gibt es Fortschritte, etwa im Rathaus, in der Festhalle und in der Tourist-Info.

Die Stadtbücherei kann mit Aufzug angefahren werden, das Rathaus hat eine induktive Höranlage und im Sitzungssaal große Monitore für Menschen mit Sehbehinderung. Der Gebertsaal oder die Städtische Galerie hingegen sind für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer größere Hindernisse. „Wer nicht in die Gebäude hineinkommt, der kann auch nicht dabei sein“, so Annette Scherzinger.