Die Coronakrise stellt derzeit vieles in den Hintergrund, so auch die Situation der Flüchtlinge. In Löffingen selbst, so informiert die Flüchtlingsbeauftragte Nina Pittschi, leben derzeit in den Not-Wohnungen 28 Personen, dazu im privaten Wohnraum noch 50 weitere Personen aus Syrien, Eritrea, Irak, Afghanistan, Iran, Gambia, Togo und Nigeria., welche regelmäßig die Beratung bei ihr suchen. Hierzu zählen nicht die Personen in der Behelfsunterkunft in der Göschweilerstraße, diese werden vom Landratsamt betreut.

Noch vor dem Lockdown konnte Nina Pittschi in ihren persönlichen offenen Sprechstunden den Menschen deutlich flexibler helfen. Nun läuft fast alles übers Telefon oder E-Mail, nur noch im Notfall sei ein persönliches Treffen möglich. „Ich habe schon vor Corona mit den Geflüchteten viel digital gearbeitet, ich habe mir zum Beispiel Unterlagen als Fotos per Mail zusenden lassen, um sie dann in leichtem Deutsch oder auf Englisch am Telefon zu erklären. Aber am liebsten war mir, dass die Personen zu mir ins Büro kamen. Denn bei sprachlichen Problemen kann man in einem persönlichen Gespräch viel mehr erklären und verstehen als am Telefon. Das fehlt jetzt natürlich sehr“, erklärt Nina Pittschi.

Auch die Wohnungssuche ist viel schwieriger geworden

Vor allem die Bürokratie, die den meisten Hilfsbedarf verursache, sei nun schwieriger geworden. Einige der Geflüchteten, die bisher erfolgreich im Arbeitsleben standen, seien durch die Pandemie arbeitslos geworden. Diese nun wieder zu vermitteln, sei ohne direkten Kontakt problematisch. Auch für Schüler sei es ohne Präsenzunterricht viel schwieriger geworden. Außerdem sei auch die Wohnungssuche kaum möglich.

In Löffingen lebten zwei sechsköpfige Familien, die dringend eine größere Wohnung benötigen. „In der derzeitigen Situation wird die Konkurrenz auf dem Wohnungsmarkt noch größer“. Ein großes Problem sieht die Flüchtlingsbeauftrage in der Vereinsamung der Geflüchteten. Es sei für diese Menschen ohnehin nicht ganz leicht, neue Kontakte zu Einheimischen zu knüpfen.