Nach den Regenfällen und niedrigen Temperaturen läuft an diesem Wochenende das Mähen der Wiesen und der Grünroggenäcker an. Dabei sind die heimischen Wildtiere, insbesondere Rehkitze, Hasen und bodenbrütende Vögel, durch die Mähwerke bedroht.

In diesem Jahr spitzt sich die Lage besonders zu, wie aus einer Pressemitteilung der Kitzretter, die mit dem Tierschutzverein zusammenarbeiten, hervorgeht. Durch den späten Erntetermin haben die meisten Rehgeißen ihre Kitze gesetzt, schreibt Ottmar Heiler vom Kitzretter-Team in der Presse-Notiz.

Jäger und Helfer suchen Felder vorher ab

In den vergangenen Jahren haben sich einige Methoden zur Wildrettung bewährt, so die Tierschützer weiter: Jäger und Helfer suchen Wiesen ab und verscheuchen dabei durch den Lärm Tiere. Auch sogenannte Wildscheuchen, zum Beispiel Tüten, Säcke oder Tücher auf Stöcken, seien nützlich.

Der Landwirt kann dem Jäger, zu dessen Revier die Mähfläche gehört, mitteilen, wann er mähen will. Und er kann durch die Erntemethode das Risiko herabsetzen, zum Beispiel bei großen Flächen nach dem Grundsatz „von innen nach außen mähen“.

Wärmebildkamera ortet im Feld kauernde Tiere

In diesem Jahr beschreiten Jäger und Landwirte in und um Löffingen einen weiteren und neuen Weg. Mit Hilfe einer Wärmebildkamera, die an einer Drohne installiert ist, können die gefährdeten Flächen abgeflogen werden. Helfer suchen dann die mit der präzisen Optik ausgemachten Kitze und tragen sie an einen geschützten Ort in der Nachbarschaft.

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Der Tierschutzverein Löffingen um Carola Hannes und dem neuen Vorsitzenden Hannes Linnemann hätten mit der Finanzierung der Kameradrohne einen nachahmenswerten Beitrag zur Wildtierrettung gemacht, loben die Kitzretter. Es wurden einige vorwiegend junge Piloten gefunden, die zusammen mit den Helfern frühmorgens ab 4.30 Uhr die Feldflächen nach Kitzen absuchen.

Für Auskünfte stünden der Tierschutzverein, die betroffenen Jäger oder der Löffinger Hegering zur Verfügung. Weitere Helfer seien willkommen.