Das Baarstädtchen Löffingen hat erneut einen Kammersieger: Dieses Mal ist es der 28-jährige Adrian Knöpfle. Der beste Stuckateurmeister der Handwerkskammer Konstanz konnte aufgrund der Corona-Pandemie nicht mit einer großen Feier ausgezeichnet werden – die Auszeichnung kam per Post – „doch wir sind mächtig stolz auf ihn“, freut sich Vater und Ausbildungsmeister Rainer Knöpfle. Damit steht der neue Meister in den Startlöchern, das Familienunternehmen in dritter Generation zu übernehmen.

Abitur, Lehre, Studium

Schon als Kind war Adrian Knöpfle interessiert am elterlichen Betrieb und als Jugendlicher dann als Ferienjobber auf den Baustellen mit dabei. Das Stuckateurs-Gen und die Leidenschaft für die Handwerksarbeit bekam er von Großvater Josef und Vater Rainer in die Wiege gelegt.

Der junge Adrian erlernte nach dem Abitur das Handwerk von der Pike auf. Nach der zweijährigen Ausbildung stand für den Kammersieger fest: „Ich möchte mich weiterentwickeln und neue Herausforderungen annehmen“. So führte ihn der Weg nach Biberach an der Riss, wo er nach dreieinhalb Jahren sein Studium der Gebäudeklimatik mit dem „Bachelor of Engineering“ abschloss.

Aufwendiges Meisterstück

Doch auch dies genügte dem wissbegierigen Adrian Knöpfle nicht. Nun stand die Meisterausbildung auf dem Programm. „Ich wollte mich theoretisch und praktisch weiterentwickeln und neue Themenfelder und Techniken erlernen, um die volle Bandbreite des Stuckateur-Handwerkes kennenzulernen“, so Adrian Knöpfle.

Wie gut ihm dies bei der Meisterprüfung gelungen ist, zeigen die Auszeichnung und das Meisterstück selbst. Gefordert war von der Handwerkskammer Konstanz „ein zweiteiliger Aufbau, bestehend aus einem Korpus als Rundbogennische auf einem Sockelpodest“. Die Rundbogennische hatte die Fenstergiebel des Michna-Palais, einer barocken Sommerresidenz in Prag, zum Vorbild und wurde mit verschiedenen Stuckprofilen dekoriert. Zudem mussten der Korpus und das Sockelpodest mit mindestens drei unterschiedlichen dekorativen Oberflächen gestaltet werden.

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Die größte Herausforderung des barocken Rundbogens mit einem gesprengten gekröpften Fenstergiebel sei in der viertägigen Prüfungszeit nur durch strukturierte, konzentrierte und vor allem auch saubere Arbeit möglich gewesen. Außerdem sollte das Meisterstück verkaufsfertig geschaffen werden. Wie schwierig die Aufgabe unter Corona-Bedingungen mit dreimonatiger Pause war, zeigt die Tatsache, dass von den 15 Absolventen ein Drittel durchgefallen seien.

„Immer wieder eine Herausforderung“

Ziel des Kammersiegers ist es, im elterlichen Betrieb mit derzeit neun Angestellten mehr Verantwortung zu übernehmen, um diesen später selbst zu führen. Vorerst ist er wieder auf der Baustelle anzutreffen. „Für mich ist die vielfältige, teilweise auch sehr anspruchsvolle Arbeit immer wieder eine Herausforderung“, so Knöpfle. Wie sein Vater und Großvater wolle er später junge Menschen ausbilden und ihnen seinen großartigen Beruf nahe bringen.